Weihnachten… Meine absolute Hass-Liebe. Gefolgt von Silvester und meinem Geburtstag.
Weihnachten ist für mich eigentlich die schönste Zeit des Jahres, aber gleichzeitig macht es mich traurig und wütend. In der Weihnachtszeit geht es um Liebe, Romantik, Gemütlichkeit, Entspannung, Familie und Freunde. Keins davon konnte ich je richtig spüren. So sehr ich es mir auch gewünscht habe, jeder dieser Feiertage war eine Enttäuschung.
Die Weihnachtsfeste in meiner Kindheit bestanden aus purer Heuchelei. Keine Ahnung, ob es nur mir so ging, aber ich spürte deutlich, dass jeder Hauch von Liebe eine Lüge war. Denn keiner in meiner Familie konnte sich so wirklich ausstehen – meiner Meinung nach.
Ich möchte mich nicht groß beschweren, aber auch nichts schönreden. Ich wünschte mir ganz einfach andere Festtage, wie ich sie bekommen habe. Das Einzige Positive, was ich aus meiner Kindheit in Bezug auf Weihnachten mitnehmen kann, war das Essen. Darauf habe ich mich immer das ganze Jahr über gefreut.
Um es kurz und knapp zu erklären, warum Weihnachten für mich nie schön war:
Ich wünschte mir Geschenke, die ich nie bekam. Es mag sein, dass ich als kleines Kind das Spielzeug bekam, das ich mir wünschte. Nur erinnere ich mich nicht daran! Oftmals wünschte ich mir Kleidung, die in meinem Jahrgang gerade angesagt war. Doch nie bekam ich sie, sondern nur solche, die meine Mutter als modern bezeichnete. In der Schule wurde ich gemobbt, und meine Kleidung wurde unter anderem dafür verantwortlich gemacht. Während ich aussah wie aus den Achtzigern, liefen die meisten anderen im neuesten Trend herum. Ich wollte doch einfach nur dazugehören… Außerdem fand ich Schlaghosen schon immer scheußlich! Sorry, not Sorry!
Irgendwann fing ich an, mir nur noch Geld zu wünschen, was ich aber nicht bekam. Ich möchte wirklich nicht undankbar klingen, weil ich nicht die angesagteste Kleidung bekam, aber eigentlich ging es mir darum, dass meine Wünsche komplett ignoriert und unterdrückt wurden. Es spielte keine Rolle, was ich mir wünschte, nichts davon wurde erfüllt. Zumindest soweit ich mich erinnere. Möge man mir verzeihen, sollte es doch einmal anders gewesen sein!

Silvester ist für beinahe jeden ein Neuanfang, so wie auch für mich. Als ich die letzten Sekunden bis Mitternacht herunterzählte, kribbelte es vor Aufregung in meinem ganzen Körper. Neues Jahr, neues Glück! Doch kaum schlug die Uhr Mitternacht, wandelte sich meine Freude zuerst in Ekel und dann in Trauer um. Alle um mich herum knutschten und umarmten sich, gestanden einander ihre Liebe und wünschten sich Glück und Gesundheit. Das ist an sich nichts Falsches, aber die Aufrichtigkeit dabei ließ zu wünschen übrig. Es ekelte mich an, dass so viel Liebe vorgetäuscht wurde. Ich werde nie verstehen, warum Menschen solche Sätze von sich geben, die sie gar nicht so meinen. Ist es Selbstschutz? Soziale Akzeptanz? Scham? Eigeninteresse? Manipulation?

Mal ehrlich, jeder hat vielleicht gelegentlich eine Notlüge parat, sei es gegenüber sich selbst oder anderen. Aber in Bezug auf Liebe zu lügen? Verstehen denn die Wenigsten, wie sehr das verletzen kann?
Nie, wirklich noch nie, habe ich mich an solchen Tagen tatsächlich geliebt gefühlt, von niemandem. Das führt mich wieder zur Trauer. War es denn wirklich so schwer, seine eigene Familie aufrichtig zu lieben und dies auch spüren zu lassen? Wird sich mein Wunsch nach echter familiärer Liebe jemals erfüllen?
Schauen wir mal, ob sich diese Fragen irgendwann einmal klären werden.

Nach Silvester stand mein Geburtstag vor der Tür, einen Tag, den ich noch nie so feiern konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, und an dem meine Bedürfnisse und Gefühle ebenfalls unterdrückt wurden. Ich wollte feiern wie andere Kinder: In einer Gruppe in ein Spieleparadies gehen, oder eine tolle Übernachtungsparty mit Fast Food, Filmen und von meinen Eltern organisierten Spielen, alles schön geschmückt und so weiter… Das, was sich ein Kind eben wünscht, besonders wenn es auf andere Kinder eifersüchtig war.

Nachdem ich weit weggezogen war, machte sich kaum noch jemand aus meiner Familie die Mühe, mir eine Nachricht zu schreiben oder anzurufen. Verlassen konnte ich mich nur auf drei von ihnen, wenn es ums Anrufen ging: Meinen Vater und seine Eltern. Dafür bin ich auch dankbar, doch konnte ich das nie so wirklich zeigen, weil mich der Rest der Familie zu sehr verletzt hat. Schwer zu beschreiben…

Bei diesen drei Feiertagen sage ich immer, dass sie eine „Eminem-Stimmung“ haben. Es beginnt mit fröhlicher, liebevoller Musik und endet mit Songs von Eminem. Egal, ob es um den Tod eines engen Freundes, Familienprobleme, Drogensucht, Armut oder ein anderes traumatisches Erlebnis geht, Eminem hat schon viel Scheiße erlebt. Oft drückte er aus, was ich fühlte. Seine Musik half mir.

Wie dem auch sei… Der Brief an Henry würde bald ankommen, und somit versuchte ich mich auf schöne Gedanken und die dabei entstehenden Gefühle zu konzentrieren. Meistens, wenn ich zu negativen Gedanken neigte, setzte automatisch ein Schutzmechanismus ein. Ich dachte an all die schönen Träume, die Liebe darin, die merkwürdigen Zufälle, die kleinen Erfolgserlebnisse und vieles mehr. Schlechte Gedanken hatten kaum noch eine Chance, durch mein Hirn zu dringen.
Von welchen Zufällen ich spreche? Ich nenne euch gerne ein paar!

Einst sprach ich mit Nicki über das, was Frauen von Männern wollen, insbesondere in Bezug auf „bad Boys“, Machos und bedrohlich wirkende Typen. Frauen fühlen sich oft von solchen Männern angezogen – Lederjacke, Tattoos, breite Schultern, und so weiter. Besonders in Filmen sind es meistens die bösen Jungs, die gefeiert werden. Dennoch wollen sie auch einen romantischen Partner, jemanden, der auch mal weint, zuckersüß zu allen Lebewesen ist und eine weiche Seite zeigen kann.

Am nächsten Morgen sah ich auf Instagram ein Reel und schickte es sofort an Nicki. In dem Reel sprach Henry über das, was Frauen sich von einem Mann wünschen. Er betonte nachdrücklich, dass Frauen zwar glauben, dass sie sich so einen Mann – einen Bad Boy, Macho, usw. – wünschen, aber eigentlich genau das Gegenteil davon suchen. Zufall?

03.10.2021
Henry kam zu mir, nachdem er meinen Brief gelesen hatte, und wollte sich ein eigenes Bild von der Situation machen. Es fühlte sich an wie eine Art „Meet & Greet“. Da er meinem Brief nicht ganz glauben konnte, erzählte ich die Geschichte erneut. Während ich wie ein Wasserfall sprach, hämmerte mein Herz bis zum Anschlag. Mein Englisch war noch nicht gut genug, um all das in seiner Sprache zu erzählen. Also sprach ich auf Deutsch, und die von ihm mitgebrachte Dolmetscherin übersetzte alles.

Er hörte mir einfach nur zu und unterbrach mich nicht. Er lächelte. Macht er sich über mich lustig? Warum sagte er nichts, sondern lächelte nur?

Nachdem ich fertig erzählt hatte, äußerte er ein paar Worte. Er konnte es immer noch nicht ganz fassen, fand es jedoch interessant und außergewöhnlich. Danach gab es eine kurze Stille, die definitiv nicht unangenehm war. Im Hintergrund spielte die ganze Zeit leise Musik.

Plötzlich erklang das Lied „Kiss the Girl“ aus Arielle, von Brent Morgan. Mein Herz pochte wie wild, und ich wurde unsicher und nervös.

„There, you see her
Sitting there across the way
She don’t got a lot to say but
There’s something about her

And you don’t know why
But you’re dying to try
You wanna‘ kiss the girl

Yes, you want her
Look at her you know you do
It’s possible she wants you to
There’s one way to ask her

It don’t take a word
Not a single word
Go on and kiss the girl“

Ich spürte, wie ich rot wurde, und warf unauffällig einen Blick zu Henry hinüber, der auf der anderen Seite der Couch saß. Er sah so unfassbar gut aus, wie er dort saß, in seinem schlichten blauen Pullover und der beigen Hose. Wie konnte dieser Mann mich nur so um den Finger wickeln? Plötzlich schaute er mich ebenfalls an. Er verengte leicht die Augen, als ob er über etwas nachdachte. Mein Herz schien beinahe in die Hose zu rutschen, und ich war kurz davor, einfach wegzulaufen. Warum sah er mich so an? Ich hätte zu gerne gewusst, was in seinem wunderschönen Köpfchen vorging. Er stützte sich mit den Händen von der Couch hoch, und es schien, als ob er sich zu mir setzen wollte.

Dort endete der Traum, und als ich die Augen öffnete, hämmerte mein Herz gegen die Brust. Ich war glücklich, aber gleichzeitig traurig. Der Traum hätte ruhig noch eine Minute weitergehen können, damit ich erfahren hätte, was als Nächstes geschehen würde!

Alle meine Träume schrieb ich umgehend an Nicki, um sie für die Zukunft festzuhalten. So schrieb ich ihr auch diesen. Anschließend öffnete ich Instagram, und das erste, was mir angezeigt wurde, war ein Foto von Henry als Prinz Eric aus Arielle, zusammen mit seinem Hund Kal. Dieses Foto wurde von Fans hochgeladen und als Vergleich präsentiert: Links Henry, zusammen mit Kal, und rechts Prinz Eric, ebenfalls mit seinem Hund.
Gott, welche wundervolle Vorstellung… Er als der Prinz aus Arielle… Und ich vielleicht seine Arielle? Okay, Spaß beiseite!
Nie zuvor hatte ich so etwas gegoogelt oder auf Instagram oder Facebook gesucht. Und dann kam der Traum, gefolgt von diesem Foto? Zufall?

Das Einzige, was ich mir als Grund vorstellen konnte, war, dass es mir angezeigt wurde, weil ich Ewigkeiten zuvor einmal ein Video geliked hatte, in dem Brent Morgan dieses Lied nachsang. Ich hatte mit niemandem darüber gesprochen oder weiter danach geforscht.

05.10.2021
Henry kam nach Hause in unsere gemeinsame Wohnung zurück. Ich hatte gerade Teddy auf dem Arm, begrüßte ihn, und er nahm mir Teddy ab, um ihn zu knuddeln. Es fühlte sich an, als hätten wir einen kleinen Streit gehabt, also ging ich wortlos in die Küche. Die Küche war beinahe mein Lieblingsort in dieser Wohnung. Sie war schön groß, hatte weiße Fronten, und der Boden sowie die Arbeitsfläche waren in einem hellen Grau gehalten. Es standen nicht zu viele Geräte oder Dekoration herum, genau so, wie ich es liebte. Weniger ist manchmal mehr. Ein paar niedliche Pflanzen rundeten das Ganze noch ab.

Henry kam mit Teddy hinterher. Gott, auch wenn wir uns gestritten hatten, war er für mich immer noch der unwiderstehlichste Mann auf dieser Welt. Wie er dort stand, in seinem blauen Tanktop, das seine breiten Schultern, seine kräftigen Arme und diese wunderschönen blauen Augen betonte.

Eigentlich war es egal, was er trug – meiner Meinung nach sah er immer umwerfend aus. Er sprach kurz ein paar Sätze und ließ dann Teddy runter, der quietschend zurück ins Wohnzimmer lief. Teddy war etwa 4 Jahre alt.
Ich wollte
Teddy hinterhergehen, doch Henry hielt mich am Arm fest und zog mich zu sich.
Er packte mich unterm Hintern, hob mich hoch und spreizte meine Beine. Zuerst wollte ich mich wehren, aber dann sah ich ihm in die Augen und klammerte mich mit meinen Beinen an ihm fest. Langsam umschlossen meine Hände sein Gesicht. Ich wollte ihn küssen und kam ein Stück näher an seinen Mund, hatte jedoch Angst vor seiner Reaktion. Schließlich hatten wir uns gestritten! Zu meiner Überraschung übernahm er die letzten Zentimeter und presste seine Lippen auf meine. Der Kuss war liebevoll, aber gleichzeitig voller Leidenschaft. Im nächsten Moment schienen wir beide das Gleiche zu denken, und er machte ein paar Schritte Richtung Schlafzimmer.

Nachdem ich aufwachte und meiner Freundin Nicki glücklich davon erzählte, öffnete ich Instagram. Das allererste, was mir angezeigt wurde, war ein Foto von Henry mit einer fremden Frau. Diese fremde Frau hielt er genau so in den Armen, wie er mich wenige Minuten zuvor im Traum gehalten hatte. Zusätzlich sah ich plötzlich haufenweise Fotos von ihm, zusammen mit Kindern, wie er sie auf dem Arm hielt und mit ihnen kuschelte. Zufall?

Nachts schaute ich Netflix, um einzuschlafen. Meistens sah ich Tierdokumentationen, da sie für mich sehr beruhigend waren. Morgens, wenn ich aufwachte und auf den Fernseher sah, wurde das Titelbild von the Witcher vom Netflix-Standby-Modus eingeblendet. Es gab so viele Serien und Filme, die sie hätten anzeigen können, da ich viele von ihnen mit einem Daumen hoch bewertet hatte, aber ausgerechnet Henry wurde mir beinahe jeden Morgen angezeigt?

Das war alles so irre, mein Gott! Aber auch super schön…

Ich mag vielleicht zu viel hineininterpretieren, aber all das tat meiner Seele unfassbar gut! Ich kann euch gar nicht alle Zufälle aufschreiben, zu verrückt sind sie. Alle diese Zufälle haben sicherlich einen Grund und sind vielleicht keineswegs zufällig. Ich werde es nie erfahren!

Zurück zu Weihnachten. Es standen viele schöne Erlebnisse für mich an. Am 01.12.2021 die Premiere von the Witcher Staffel zwei und dann noch allerlei Interviews mit Henry.

Gott, verfluchte Scheiße! Ich war bei der Premiere so aufgeregt! Noch viel aufgeregter als bei dem Tudum-Event. Er war so mörderisch attraktiv! Das einzige, was ich „bemängeln“ musste, war sein Gesicht. Gleich beim ersten Anblick wusste ich, dass irgendetwas nicht stimmte. Er sah furchtbar niedergeschlagen und fertig aus, das konnte auch kein Make-up verbergen. In dem Moment nahm ich mir vor, sollte ich ihn jemals gegenüberstehen, zu fragen, was an dem Tag passiert war. War es einfach nur zu viel Stress kombiniert mit zu wenig Schlaf, oder war doch etwas vorgefallen? Letztendlich ging es mich nichts an, aber Sorgen machte ich mir dennoch. Okay, was heißt Sorgen machen, es tat mir weh, ihn so zu sehen! Und es ärgerte mich extrem, dass ich nicht vor Ort war, wie einige wenige andere Fans. Ich hatte ehrlich gesagt absolut keine Ahnung, warum ich mir Sorgen machte. Irgendwie war es vergleichbar mit der Sorge um ein Familienmitglied.

Irgendwann erfuhr ich, dass Henry ein Interview im Radio geben sollte. Natürlich nicht im deutschen Radio, sondern im amerikanischen. Also begab ich mich auf die Suche nach dem Sender, auf dem ich ihn hören konnte. Außerdem sollte es noch ein Interview bei Jeff Conway geben. Dazu las ich, dass man Fragen an Henry stellen konnte, die er im Interview beantworten würde. Selbstverständlich würden nicht alle Fragen ausgewählt werden, aber es war einen Versuch wert! Wie schön wäre es bitte, wenn mein Name genannt wurde, zusammen mit meiner Frage? Gott, allein bei dem Gedanken daran sprang mein Herz vor Freude!
Nun, welche Frage könnte ich ihm stellen? Mir schwirrten eine Million Fragen durch den Kopf, aber es musste die perfekte Frage sein, damit sie auffiel und ausgewählt wurde. Fragen wie „Hast du meinen Brief gelesen?“ und „Lust auf ein Treffen?“ oder „Wollen wir Nummern austauschen?“ hätte ich zwar gerne gestellt, aber sie wären völlig unangebracht gewesen!
Also schrieb ich: „Hey! My question to Henry: Do you also have bad days? What do you do then?“ Herr im Himmel, mir fiel einfach nichts Besseres ein! Peinlich…
Richtung der Feiertage sollte das Interview stattfinden, also erstellte ich mir eine Erinnerung mit Uhrzeit, um es nicht zu verpassen. Es war für mich immer ein absolutes Highlight, ihn irgendwo live zu hören und zu sehen, oder auch in Instagram Storys. Ich fühlte mich ihm so nah, obwohl ich so weit entfernt war.
Mit Jeff Conway sowie Joshua Horowitz führte Henry sehr regelmäßig Interviews, weshalb ich beiden auch auf Instagram folgte, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass amerikanische Sendungen nicht so gestellt wirken wie deutsche? Alles erscheint viel freundlicher, lebendiger und authentischer. Kennt ihr die Sendung „The Graham Norton Show“? Absolut genial! So unglaublich viel Humor steckt darin! Auch dort ist Henry regelmäßig zu Gast.
Ja, wie ihr sehen könnt, hatte ich mich informiert! Ich liebte es, neue Dinge über Henry zu erfahren, ihn besser kennenzulernen oder ihn einfach nur zu sehen. Er war für mich Balsam für die Seele. Mit ihm fühlte sich gleich alles besser an.
Der Radiosender hieß „Virgin Radio“. Gott, liebe Leute… Ich schmolz bei jedem Satz seiner Stimme dahin. Ich liebte seine Stimme so unfassbar. Auch das Interview mit Joshua Horowitz verfolgte ich. Dieses unglaubliche Gefühl, das er mir gab, ich kann es euch gar nicht beschreiben, so schön war es!

Mittlerweile waren meine beiden Briefe angekommen. Als ich die Benachrichtigung erhielt, rutschte mir das Herz in die Hose. Ich setzte viel Hoffnung darauf, dass er sie lesen würde, musste aber auch realistisch bleiben. Ich wusste, dass es beim ersten Versuch nicht klappen würde, daher plante ich bereits, einen weiteren Brief zu schreiben. Außerdem überlegte ich, ob ich vielleicht jedes Jahr ein solches Projekt starten sollte. Doch all das in die Tat umzusetzen, erforderte erneut großen Mut. Zusätzlich fühlte ich mich wirklich wie eine Verrückte. Wenn ich all das Revue passieren lasse, ist es tatsächlich wirklich verrückt. Aber dennoch sah ich eine große Chance, alles zu erreichen, was ich mir je erträumte, wenn ich weiterhin diesen Weg verfolgte. Klingt total seltsam, ich weiß. So viel hatte sich in den vergangenen Monaten zum Positiven verändert, was ich nie für möglich gehalten hätte. Und alles begann mit einem merkwürdigen Traum und einer Serie. Unglaublich!

Weihnachten verlief ziemlich harmonisch, viel schöner als in den vergangenen Jahren. Leider nur deshalb, weil ich mir ständig positive Gedanken machte. In meinem Kopf spielte ich die unterschiedlichsten Szenarien durch, was passieren könnte, wenn er den Brief lesen würde. Natürlich konzentrierte ich mich dabei nur auf die schönen Möglichkeiten. Zwischendurch hatte ich gelegentlich Stimmungsschwankungen und hörte stundenlang Songs von Eminem, aber sie dauerten nicht so lange an wie früher. Dafür waren sie jedoch heftiger.
Von jetzt auf gleich konnte sich meine Stimmung verändern. Oft reichte dafür schon ein einziger Satz aus. Die Ignoranz meiner Familie spielte ebenfalls eine große Rolle. Zum Beispiel, wenn ich ein Foto von Teddy schickte, wie süß er in seinem Weihnachtsoutfit aussah, und einfach keine Aufmerksamkeit von irgendjemandem in meiner Familie bekam. Gerade während der Feiertage erwartete ich zumindest kleine Grußnachrichten.

Meistens jedoch bekam ich negative Gedanken, wenn ich wütend auf mich selbst war oder mich sehr einsam fühlte. Hin und wieder täte es jedem gut, einfach nur von jemandem in den Arm genommen zu werden und zu hören, was für ein starker, toller Mensch man ist.

Wütend auf mich selbst wurde ich dann, wenn ich nicht diszipliniert genug war, meine täglichen Sportworkouts durchzuziehen oder sie halbherzig durchführte. Ebenso, dass ich Reaktionen meiner Familie erwartete, die ich nie bekam. An anderen Tagen war der Grund, dass ich mit meinen Haaren unzufrieden war. Wieder an anderen Tagen fühlte ich mich in meiner Kleidung unwohl. Das waren total unnötige Gründe für eine negative Stimmung, das war mir immer bewusst.
Viel zu oft ließ ich meinen Frust in Form von Worten auch an Ean aus, sei es gewollt oder ungewollt. Manchmal war ich kurz davor, mich tatsächlich bei einem Therapeuten zu melden. Diese vergangenen Monate hatten mich so stark verändert, dass ich kurz davor war, die Kontrolle zu verlieren. Ich wollte einfach nur vermeiden, wirklich verrückt zu werden, was viele von euch sicherlich bereits behaupten würden! Ich wollte auf gar keinen Fall so enden wie meine Mutter, die in einer anderen Welt lebte und alle von ihrer Sichtweise überzeugen wollte. Das wäre für mich das Schlimmste überhaupt und durfte nicht passieren.
Aber war mein Anliegen wirklich ein ausreichender Grund, um einen Therapeuten aufzusuchen? Bis dahin zog ich es nur in Erwägung, ging aber nie einen Schritt weiter. Vielleicht aus Angst? Aus Stolz?

Auch Silvester war schön. Doch kurz vor Mitternacht überkam mich ein unerschütterliches Bedürfnis, Henry auf Instagram eine Nachricht zu schreiben. Wie beim Brief war die Wahrscheinlichkeit gering, dass er sie lesen würde. Aber mein Gott, ich konnte einfach nicht anders! Da ich so kurzfristig niemanden zum Übersetzen fand, schrieb ich einfach auf Deutsch, um mich nicht komplett zu blamieren.
Ich schrieb:
„Hey Henry, es gibt viele Gründe, weshalb ich dir nicht schreiben wollte, doch mein Herz sieht es wieder einmal anders. Vermutlich wird meine Nachricht zwischen all den anderen untergehen, aber hey, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Da 2021 nun zu Ende geht, wollte ich dir für dieses Jahr ein letztes Mal Danke sagen. Du kennst mich nicht, aber du warst meine mentale Stütze, so wie es Kal für dich ist. Ohne dich hätte ich in den letzten Monaten vieles nicht erreicht. Ich wünsche dir einen gesunden und glücklichen Start ins neue Jahr, zusammen mit deinen Liebsten. Mögen all eure Wünsche Überfüllung gehen.

In Liebe, A.“

Ja, ihr lest richtig. Ein Rechtschreibfehler war auch dabei! Das ist mir tatsächlich erst aufgefallen, als ich euch diese Nachricht abgeschrieben habe. Gott, wie peinlich. Die ganze Nachricht war total peinlich! Ich hatte keine Ahnung, was zur Hölle da über mich kam, aber ich konnte nicht anders.
Na ja… Neues Jahr, neues Glück!

Von dem Moment an, als ich ihm das erste Mal über Instagram eine Nachricht geschickt habe, fing ich an, ihn regelmäßig zu unterstützen. Immer wenn es etwas Neues über the Witcher oder Interviews usw. gab, habe ich es in meiner Instagram Story geteilt. Schließlich war ich auch ein Fan, und er hatte jeden Support verdient.
In den nächsten Wochen fühlte ich mich bereit, einen neuen großen Schritt zu wagen. Lange hatte ich darüber nachgedacht, doch die Angst zu versagen war zu groß. Mittlerweile hatte ich verinnerlicht, dass ich unter Panikattacken und Depressionen litt, doch lernte relativ gut, mit ihnen umzugehen. Dank Henry. Und nun war es an der Zeit, einen Job zu suchen. So bewarb ich mich also bei Unternehmen, von denen ich dachte, dass ich dort zurechtkommen würde. Leider wurde ich überall abgelehnt. Ich bekam nicht einmal die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch, was mich ziemlich runterzog. Warum wollte mich niemand? Lag es am Kind? An meinem Aussehen? An meiner bisherigen beruflichen Laufbahn? War meine Nase zu krumm? Auf diese Fragen hätte ich wirklich gerne eine Antwort bekommen, doch da ich nie zu einem Gespräch eingeladen wurde, blieben sie offen.
Irgendwann kam ich in Kontakt mit der Agentur für Arbeit. Schließlich sollte ich zurück auf den Arbeitsmarkt, da das Kind schon längst den Kindergarten besuchte und somit für ein paar Stunden betreut wurde. Wir einigten uns darauf, dass ich mir einen Betrieb aussuchen sollte, den die Agentur dann kontaktieren und mit einem kleinen Bonus in Form von Geld überzeugen würde, mich einzustellen und auch nach der sechsmonatigen Probezeit zu behalten. Dass solche Wege eingeschlagen werden müssen, nur um einen Job zu bekommen, war wirklich hart. Ein Arbeitgeber sollte mit Geld bestochen werden, damit er jemanden einstellt? Ich fühlte mich wahnsinnig wertlos, dass solche Maßnahmen ergriffen werden mussten.
Irgendwann fand ich erneut eine Anzeige von einem kleinen Laden, den ich schon länger im Auge hatte. Ein amerikanischer Lebensmittel- und Nonfood-Laden, direkt um die Ecke.
Wie bereits erwähnt, hege ich eine gewisse Zuneigung zur amerikanischen Kultur. Ich hatte die Anzeige immer wieder gesehen, dass sie Verkäufer suchten, aber nie hatte ich den Mut dazu, bis zu diesem Moment. Also teilte ich es der Agentur für Arbeit mit und bewarb mich. Tatsächlich kam auch ziemlich schnell eine Antwort. War ja klar, wenn sie dafür Geld bekamen, warum auch nicht?

Ich blendete die Bestechung aus, nahm all meinen Mut zusammen und ging zum Bewerbungsgespräch. Ich hatte keine Ahnung, ob sie tatsächlich froh über meine Erscheinung waren, aber ich konnte punkten und bekam einen Probetag. Auch den bewältigte ich sehr gut, und kurze Zeit später hielt ich den Arbeitsvertrag in der Hand.

Leider blieben meine Panikanfälle weiterhin vorhanden, aber ich konnte so wahnsinnig gut mit ihnen umgehen, was mich sehr stolz machte! Vielleicht hatte ich nun wirklich die schlimmste Zeit meines Lebens überstanden.

Dachte ich zumindest…

Aber bevor ich euch von den nächsten Dramen und meinem neuen Lebensabschnitt erzähle, der ebenfalls so einiges veränderte, teile ich noch ein paar meiner nächtlichen Träume mit euch. Was euch auffallen wird, ist, dass ich manchmal an einem Tag mehrere Träume mit Henry hatte.

05.10.2021
Es stand unser erstes „offizielles“ Treffen zwischen Henry und mir an. Zuvor hatten wir uns schon mehrmals getroffen, aber diese Treffen waren immer geheim. Dieses Mal durften wir es in der Öffentlichkeit haben.

Ich war mit Ean und Teddy unterwegs an einem Hauptbahnhof, wo das Treffen stattfinden sollte. Wir hatten uns darauf geeinigt, unauffällig zu sein.
Um die ersten Minuten allein mit Henry zu verbringen, erfand ich eine Ausrede, damit Ean zusammen mit Teddy einen Moment irgendwo stehen blieb. Es wäre einfach unangenehm gewesen, wenn Henry und ich uns begrüßt hätten und Dennis daneben gestanden hätte. Der Ex und der Zukünftige direkt nebeneinander? Nein. Definitiv nein.

Nachdem mir die Ausrede gelungen war, lief ich zu einer großen Treppe. Ich wusste, dass Henry jeden Moment um die Ecke kommen würde, und das tat er auch. Er wechselte noch ein paar Wörter mit einer fremden Person und ging dann auf mich zu.

Da mir peinlich war, einfach nur dazustehen und zu starren, lief ich im Kreis und tat so, als hätte ich ihn nicht bemerkt. Er sollte nicht wissen, dass ich bereits jeden seiner Schritte beobachtete. Ich spürte, wie er näherkam, und drehte mich mit dem Rücken zu ihm, um ein Kunstwerk an der Wand zu betrachten. Hitze überkam mich. Gott, er sah so verdammt gut aus! In seinem schwarzen Anzug und einem dunkelblauen Hemd, das Gesicht frisch rasiert und die Haare fein, wie immer.

Aus dem Augenwinkel sah ich, dass er bereits neben mir stand. Er blickte sich ein paar Mal nach links und rechts um und legte dann seine Hand auf meine Schulter.

Dann sprach er zu mir, ein Mix aus Deutsch und Englisch. Ich verstand ihn wunderbar. Ich lächelte und sagte ihm, dass ich eine Überraschung für ihn hätte, lief unter die Treppe und holte ein kleines Laufrad hervor. Ich sagte, dass ich es ihm von jemandem überreichen sollte und lachte dabei. Er lachte genauso laut wie ich, und dann gingen wir gemeinsam die große Treppe hinauf in ein Café, wo Ean mit Teddy bereits auf uns wartete.

Wir saßen an einem kleinen Tisch. Ean sah sich nebenbei Fußball an, der auf einem Fernseher an der Wand lief. Teddy spielte mit der Gabel in seinem Stück Kuchen herum, und ich schaute auf mein Handy.

Plötzlich riss Henry mir das Handy aus der Hand und lachte dabei. Ebenfalls lachend holte ich es nach kurzer Rangelei zurück. Ich fragte Ean, was er in letzter Zeit so viel im „Thron der vier Winde“ gemacht habe. Das ist ein Schlachtzug aus dem Spiel World of Warcraft. Er antwortete, dass es dort momentan ein Reittier mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu bekommen gebe.
Im nächsten Moment vibrierte mein Handy durchgehend und ich versteckte es in meiner Tasche, weil Ean bei so etwas sehr empfindlich war. Henry lächelte mich an, und da wusste ich, dass er mir so viele Nachrichten geschrieben hatte, weshalb mein Handy so viel vibrierte.

Das mit dem Laufrad war in dem Traum ein Insider von uns. Im Traum wusste ich noch, was dieser Insider bedeutete, aber nach dem Aufwachen konnte ich mich nicht mehr daran erinnern. In dem Moment fanden wir es sehr lustig! Träume sind schon manchmal sehr merkwürdig…

15.10.2021
Henry und ich waren mit seinem Hund Kal spazieren in einem Park. Ein Typ begleitete uns dabei, eine Art Personenschutz für Henry, der auch gleichzeitig darauf achtete, dass wir keine Dummheiten anstellten.
Dieser Typ kam mit Kal überhaupt nicht zurecht und hatte Angst vor diesem süßen, flauschigen Hund. Kal spürte, dass er Angst hatte, und machte sich einen Spaß daraus, ihn anzuknurren, sobald er zu nahe kam. Ich sagte dem Typen, er sollte sich mal entspannen, Hunde sind sensible Wesen, die Angst sofort spüren. Er wollte gerade anfangen zu diskutieren, aber Henry unterbrach ihn und pöbelte genervt.
Plötzlich waren wir in einer winzigen Küche, eher wie eine Küche aus einem Wohnwagen, so klein war sie. Es gab einen kleinen runden Tisch, um den zur Hälfte eine Sitzbank gehörte, einen kleinen Kühlschrank, einen Single-Herd mit zwei Kochplatten und etwa vier kleine Schränke – zwei oben und zwei unten.

Eigentlich wären wir schon im Bett gewesen, aber er bekam einen Anruf von der Arbeit, weshalb er genervt an diesem winzigen Tisch saß, auf den geschlossenen Laptop schaute und sich mit der rechten Hand am Kinn strich. Er fluchte: „Ich habe ja auch nichts Besseres zu tun!“. Ich schmunzelte leicht, aber es tat mir sehr leid, dass er so viel arbeiten musste. Gerne hätte ich ihm etwas abgenommen, aber das war leider nicht möglich. Er lächelte zart zurück und öffnete den Laptop. Während ich die Küche aufräumte, war im Hintergrund der komische Typ wieder mit Kal beschäftigt. Es hörte sich an, als ob man kleine Kinder unbeaufsichtigt ließ.
Innerlich regte ich mich auf, weil die eine Küchenfront so verschmutzt war, als wäre ein Topf Ravioli explodiert. Wie konnte man so einen Schmutz übersehen?!
Henry und ich wollten bloß ein paar ruhige Tage miteinander verbringen, aber ständig kam etwas dazwischen. War es die Arbeit oder der nervige Typ, der sich ständig wegen Kal in die Hose machte. Es fühlte sich an, als wären wir eher auf der Durchreise gewesen. In einem Wohnwagen unterwegs, der aber größer war als gewöhnlich.

08.11.2021
In dieser Nacht hatte ich drei Träume.

Der erste: Ich stand gerade in meinem Badezimmer und fragte mich, was ich anziehen könnte. Große Auswahl hatte ich nicht, und ich wollte nicht immer dasselbe tragen. Es war recht kühl, und es standen nur vier verschiedene Pullover zur Wahl. Ich konnte mich nicht entscheiden. Leichte Wut bahnte sich bereits an, weil mir keiner davon so wirklich gefiel.
Henry betrat das Badezimmer und sagte mir, ich solle mal mit ihm kommen, und reichte mir lächelnd seine Hand. Zuerst sah ich verwundert auf die ausgestreckte Hand und dann in sein Gesicht. Mir wurde warm. Jedes Mal, wenn er mich so ansah, schmolz ich dahin.

Gerade als ich seine Hand greifen wollte, wachte ich auf.

Der zweite: Wir saßen draußen in einem Park auf einer Bank und unterhielten uns. Wir lachten viel und fühlten uns einfach wohl miteinander. Ich genoss jede Sekunde mit ihm und wollte nicht, dass sie endeten.

Der dritte: Henry und ich waren auf einer großen Kirmes unterwegs. Wir liefen gemeinsam dort entlang, aber als ich mich zu ihm drehte, war er verschwunden. Aufgeregt sah ich mich um. Da war er wieder. Er kam auf mich zu, und ich rannte ihm entgegen und sprang in seine Arme. Er lief mit mir zwischen zwei Fressbuden hindurch und versteckte uns dahinter. Wir küssten uns leidenschaftlich, und am liebsten hätten wir uns sofort die Kleider vom Leib gerissen.

07.01.2022
Es war unser erstes Treffen, in einer Version, die so niemals stattfinden würde. Henry war einer der Menschen, die ihr Privatleben auch privat hielten.

Mir kam es so vor, als hätte ich Tag der offenen Tür in meiner Wohnung. Ich hatte wahnsinnigen Druck, weil ich alles so sauber und ordentlich wie möglich haben wollte. Meine Wohnung war voller fremder Menschen, die Kameras mit sich trugen. Also waren es wohl Reporter. Ich hatte sogar extra gebacken. Jeder sollte sich wohlfühlen.
Plötzlich rief einer: „Da kommt er!“. Innerhalb von Sekunden gab es ein Riesengedrängel und Chaos. Jeder wollte ihn belagern.
Doch Henry befasste sich nicht lange mit ihnen und grüßte nur einmal höflich in die Runde. Ich saß auf einem Hocker, der ziemlich weit abseits stand. Irgendwie wurde mir die Situation zu viel.

Er kam auf mich zu und setzte sich mir gegenüber hin. Totenstille. Alle waren gespannt, was als Nächstes geschah. Mein Herz pochte auf Hochtouren, und mein Magen drehte sich. Obwohl ich so nervös war, grinste ich breiter denn je.
„Hallo A.“
Er sprach auf Deutsch mit mir?! „Hi“, antwortete ich stotternd. „Wie geht’s dir?“, fragte er. Erneut sagte ich: „Hi.“ Und mein Kopf schaltete aus. Lächelnd sah er mich an. Wieder sagte ich: „Hiiiiii.“ Und kam mir im selben Moment sehr dämlich vor. Mein Gott, war ich peinlich. Wieso bekam ich kein anderes Wort raus? Ich bin doch sonst ein Plappermaul, warum jetzt nicht?

Er stand auf und ging Richtung Tür. Wieder brach Chaos aus, und der Lautstärkepegel hob sich drastisch an. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, und starrte ihm einfach nur nach. Mein Herz brach in tausend Teile, und Tränen stiegen mir in die Augen. Panik kam auf. Ich machte alles falsch, was man falsch machen konnte. Es war mir super peinlich, und ich war am Boden zerstört, weil ich den Mund nicht aufbekam. Ich hätte mir am liebsten selbst eine Backpfeife verpasst. Dreimal grüßte ich ihn, völlig bekloppt, wie eine verknallte Irre.

Henry ignorierte alle und verschwand. Die ganze Situation war einfach erdrückend. Ich dachte, nach dieser Aktion würde ich ihn nie wiedersehen, weil ich ihn damit auch blamiert hatte. Und das vor all diesen Reportern.

Wie ihr seht, ist ein Traum verrückter als der andere. Doch sie könnten viele verschiedene Dinge bedeuten, und kaum ein Traum war tatsächlich unrealistisch. Beinahe alle hätten in der Realität passieren können. Aber egal, vorerst blieben es ausschließlich nächtliche Träume, die mir schöne Alltage bereiteten.

 

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