2023… Auch ich hatte, wie viele andere, Vorsätze für das kommende Jahr. Ob ich sie tatsächlich einhalten würde, würde sich im Laufe der Zeit zeigen.

Hier schon einmal die kurze Zusammenfassung dessen, was mich alles erwartete:

Meine Zähne wurden immer weniger, die Zahnarztbesuche immer häufiger. Ständig plagte mich Fieber, begleitet von abwechselnden Mandelentzündungen und Bronchitis, die meine Stimmbänder ziemlich strapazierten. Ich hatte zum ersten Mal eine Therapiesitzung.

Mir fiel auf, dass meine Nase ziemlich groß ist. Im Versuch, weiter bei Henry voranzukommen, versuchte ich meinen Chef von einem neuen Konzept zu überzeugen. Durch meine Website erlebte ich eine Weile täglich mindestens fünf Déjà-vus. Während eines Besuchs bei meiner Familie in der Heimatstadt unterstützte ich meinen Vater, der den Tod seines Vaters verkraften musste, und traf nach vielen Jahren meine beste Freundin wieder.

Ein erneuter Arztbesuch zur Blutuntersuchung und eine Magenspiegelung standen an. Das Selbstschneiden meiner Haare schwankte zwischen gut aussehenden Ergebnissen und weniger guten. Ein raffinierter Dieb erleichterte meinen Chef um viele hundert Euro. Ich versuchte, meinem Chef die besten Strategien für Gewinnspiele zu zeigen, um mehr Kunden zu gewinnen.

Mir wurde bewusst, wie dünn und krank ich aussah. Wir bezogen ein kleines Haus nur für uns, in einem Kaff. Aufgrund der Kälte auf der Arbeit lief ich mit einer Wärmflasche unter drei Pullovern herum. Ich bekam die Gelegenheit, den Store perfekt zu präsentieren, um großartige Fotos zu machen. Der Kauf neuer dringend benötigter Unterwäsche wurde zum totalen Reinfall.

Und ich brauchte neue Kleidung, weil ich zu dünn geworden war. Plötzlich hatten wir kein Auto mehr, und ich war täglich vier bis fünf Stunden mit dem Fahrrad unterwegs. Ich verlor meinen Job, und das führte zu einer Klage gegen meinen Chef. In Träumen begegnete mir ein heißer Unbekannter, ohne Gesicht, der Henry ähnelte. Ein alter Bekannter aus meiner Jugend, der mich oft gestalkt hatte, tauchte wieder auf. Mein Versuch, Designerin zu werden, begann.
Ich machte viele sexy Fotos, da mir meine Figur gefiel. Ich schrieb böse Briefe an meine Familie, da ich zu einer wichtigen Erkenntnis kam. Ich erlebte ein fantastisches Halloween. Der Drang, Henrys Bruder anzuschreiben, überkam mich schon wieder. Neue Beiträge von Henry bewunderte ich voller Stolz und Freudentränen, mit viel Herzschmerz.

Träume von einem ziemlich heißen Influencer füllten meine Nächte. Dua Lipa war plötzlich überall, als der Trailer von Henrys neuem Film „Argylle“ veröffentlicht wurde. Ich kaufte mir ein neues Handy. Ich verliebte mich.

Das war noch längst nicht alles…

Nur drei Tage, nachdem das neue Jahr begann, überkam mich wieder der Drang danach, the Witcher zu sehen und einfach mal so richtig zu heulen. Wie so oft…
Es fällt mir wahnsinnig schwer, im nötigen Moment einfach mal zu weinen und Verletzlichkeit oder Ähnliches zu zeigen. Es war irgendwie eingeprägt, so etwas nie vor anderen preiszugeben. Mein Jahreshoroskop hatte viel Schönes vorausgesagt, aber irgendwie glaubte ich nicht so wirklich daran. Ja, ich weiß, auf so etwas sollte man nicht immer viel Wert legen, aber manchmal können Aussagen daraus stimmen. Meines hat mir gesagt, dass sich meine berufliche Situation ab März deutlich verbessern wird. Und generell sollte ich unbedingt durchhalten, es würde sich lohnen.

Was den Beruf angeht, hatte ich große Hoffnung, dass mein Chef meinen absolut genialen Plan X gut finden würde und ihn ausprobieren wollte. Wie ihr wisst, habe ich lange über eine neue, ganz bestimmte Möglichkeit nachgedacht, wie ich Henry näher kommen könnte. Aus vielen verschiedenen Überlegungen ließ mich diese eine Sache nicht mehr los, denn so dämlich war diese Idee gar nicht.
Besonders über die Weihnachtszeit konnte ich viel in Erfahrung bringen, dass wir deutlich mehr Kunden anlocken könnten, wenn wir auch ein wenig gesundes Zeug anbieten würden.

Mein glorreicher Plan… Mein Plan X war, bei zwei ganz speziellen Firmen ein paar Produkte einzukaufen und diese dann im Store zu verkaufen. Ich wollte meinem Chef vorschlagen, ein Proberegal aufzustellen, mit dem Titel „eat, drink & smell healthy“. Insgeheim malte ich mir schon aus, dass ich die Vermittlerin zwischen den Firmen und meinem Chef spielte. Aber hätte man es mir angeboten, hätte ich einen Rückzieher gemacht. Zu groß war die Angst um mein Englisch. Zu groß war die Angst, alles zu vergeigen, weil meine höchste Priorität eher bei einer Unterhaltung mit Henry lag als bei den Produkten.

Die eine Firma, die eine große Rolle spielte, war No1 Botanicals. Die weltweit erste Auswahl an Getränken mit reinen, einzelnen pflanzlichen Extrakten, wunderschön gemischt mit zertifiziertem natürlichem Quellwasser und authentifiziert von den Wissenschaftlern der Royal Botanic Gardens, Kew, London. Außergewöhnliche Kräuter, sorgfältig ausgewählt für ihre zarten, aromatischen Aromen. Erfrischend und anders. Diese Getränke enthalten weder Zucker, Süßstoffe noch Konservierungsstoffe.

Klingt gesund, und das ist es auch. Henry arbeitet schon eine ganze Weile mit ihnen zusammen und trinkt das Zeug auch privat. In den ersten Wochen, als ich in diesem Laden anfing zu arbeiten, fragte ich nach, ob wir die Getränke bestellen könnten. Diese Bitte wurde aber schon von der Vollzeitkollegin abgeschlagen.

Die zweite Firma wäre Cavill & Wicks. Sie sind ein Luxusunternehmen für Kerzen aus einer umweltbewussten Kokos-Soja-Mischung mit Sitz in Vancouver, Kanada. Diese Firma gehört seinem kleinen Bruder, Charlie, dem ich eine E-Mail mit einer Bitte verfasste.

Ich bin ehrlich, ich hätte mir im Voraus gerne beide ihrer Produkte bestellt, war aber einfach zu geizig. Klar, ich hätte an anderen Ecken sparen können, dann hätte ich mir mal eines dieser Dinge bestellen können, aber meine Prioritäten lagen zu der Zeit eben anders.

Für „eat“ hätte es allerlei Produkte aus Amerika gegeben, die wir bereits hin und wieder vereinzelt anboten und erstaunlich gut verkauft wurden.
Das „drink“ stand für die Getränke von No1 Botanicals.
Das „smell“ stand dann für die Kerzen und Parfüms von Cavill & Wicks.
Lange dachte ich über diesen Plan nach, auch, wie ich meinen Chef davon überzeugen könnte. Jeder Chef ist auf Umsatz aus, und meiner Meinung nach könnten wir noch viel mehr Reichweite und Profit bekommen, wenn dieses Proberegal so laufen würde, wie ich es mir vorstellte.

Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass sehr, sehr viele nach gesünderen Produkten fragten, sowohl Lebensmittel als auch Kerzen und Parfüms. Immer und immer wieder überlegte ich, ob mein Chef darauf eingehen würde. Ich war sogar am Überlegen anzubieten, sollte nichts davon verkauft werden, kaufe ich alles auf, und somit wird kein Minus gemacht. Aber das hätte mir garantiert das Genick gebrochen.
Da ich sowieso gerade in dem Job meine Blütezeit hatte, fasste ich irgendwann endlich den Mut und schlug meinen Chef Plan X vor. Ich hätte alles darauf verwettet, dass er wenigstens auf eines der Produkte einginge! Doch natürlich kam es anders, wie erwartet. Er lehnte stur ab und sagte nur, dass wir ein amerikanischer Laden sind, mit amerikanischen Produkten, und nicht Ware aus Großbritannien verkaufen könnten.
Meine Reaktion darauf war pure Wut, die ich natürlich nicht zeigte. Ich musste mir selbst den Mund zuhalten, damit ich nicht Sprüche wie: „Aha, und was sind das für Pralinen aus China da hinten? Und die Softdrinks aus Korea da drüben?“ von mir gab.
Ich bin echt nicht die Klügste, aber ich weiß, dass China ganz woanders liegt als Amerika. Aber gut! Von dieser Ablehnung durfte ich mich nicht runterziehen lassen. Nur weil die letzten drei Pläne, mit Henry in Kontakt zu treten, nicht aufgingen, hieß es nicht, dass es nicht noch mehr Möglichkeiten gab! Kopf hoch! Nur nicht aufgeben!
Auch wenn ich mich bemühte, diese Ablehnung irgendwie positiv zu sehen, war ich echt wütend und mittlerweile auch ziemlich verzweifelt. Keiner meiner Pläne haute hin, was mich echt fertig machte.
War es echt so schwer, einen beschissenen Schauspieler zu treffen?!
Aber ich durfte die Hoffnung einfach nicht aufgeben. Ihn zu treffen war nicht unmöglich! Ich schöpfte durch positive Gedanken und dem einen Lied, das beinahe dauerhaft im Radio auf und ab lief, neue Stärke.
My Universe von Coldplay & BTS. Mir kam es vor, als wenn das Lied immer dann lief, wenn ich kurz davor war aufzugeben. Mal lief es über Wochen kein einziges Mal, und mal täglich um die zwanzig Mal. Zufall? Das war schon äußerst merkwürdig.
Irgendwann würde mir ein neuer Plan einfallen. Und wenn der nicht klappte, dann würde mir etwas Neues einfallen! Und dann wieder, und wieder!

Zusätzlich zu der Ablehnung meines Plan X dachte ich mir nur, dass mein Chef echt dämlich war. Es fragten so unglaublich viele Kunden nach gesunden Produkten, aber angeboten haben wir nur selten welche. Er hätte so viel mehr Umsatz machen können, wäre er auf meine Vorschläge hin und wieder eingegangen.
Ich hatte generell wahnsinnig viele Ideen für den Store. Ich hatte klare Vorstellungen, wie man etwas umbauen könnte, um Diebstahl zu verringern, bessere Struktur zu bekommen, und alles im Allgemeinen attraktiver zu gestalten. Viele meiner Ideen fand mein Chef sehr gut, umgesetzt hat er jedoch nicht alle.
Ich glaube, das größte Problem meines Chefs war, dass er viele Ideen zwar super fand, aber lieber alles ganz alleine machen wollte, ohne jegliche Hilfe oder andere Ideen. Dieses Gefühl kannte ich sehr gut… Schließlich nahm ich auch nicht gerne Hilfe an, egal wie gut die Idee war. Aber gut, es war seine Entscheidung. Mehr wie Vorschläge bringen konnte ich nicht.

Neben all dem Stress, den ich innerlich verarbeitete – das Drama mit meiner Familie, mit Henry, dem Tod, den Arztbesuchen und dass Teddy beinahe dauerhaft krank war – befanden wir uns auf der intensiven Suche nach einer neuen Wohnung.
Mal ehrlich, Leute, das, was teilweise vom Vermieter verlangt wird, ist ziemlich frech.

Im besten Fall sollst du für Vermieter alleinstehend sein, ein Einkommen von fünftausend netto verfügen, kein Kind oder sonstige Familie haben, und keine Freunde oder Haustier haben, und unbedingt nur zum Schlafen zuhause sein.
Genau so kamen Vermieter für uns rüber. Bis auf einen!
Denn am 15.01.2023 bekamen wir die Bestätigung, dass wir das Haus bekommen, welches Ean sich ansah. Ihr habt richtig gelesen, ein Haus! Schon im April dürften wir einziehen. Es war klein, aber fein. Es gab keine Schäden, eine große Terrasse, in jedem Zimmer eine Fußbodenheizung, das Badezimmer war groß und hatte eine Dusche und Badewanne, eine Küche war bereits eingebaut, zusammen mit einer schnuckeligen Speisekammer, und dann insgesamt noch vier Zimmer. Eines größer als das andere.
Und das Beste war, es kostete weniger als unsere Wohnung! Wir würden gute zweihundert Euro weniger bezahlen als vorher. Der einzige Nachteil von dieser Hütte war, dass es sich im totalen Kaff befand. Für Menschen mit Auto, kein Problem. Für mich bedeutete es jedoch, noch mehr auf Ean angewiesen zu sein, wie eh schon. Denn ein Bus fuhr da eher selten durch. Laut App hätte ich über zwei Stunden zur Arbeit gebraucht, obwohl es mit dem Auto, von da aus, höchstens fünfzehn Minuten gewesen wären. Kaff eben… Aber es war ein wunderschöner kleiner Ort!

Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl bei der Sache, aber freute mich tierisch darauf, ein eigenes Zimmer zu haben. Ein Zimmer mit einem Bett, ganz für mich alleine, wo kein Besuch sich raufsetzte. Die letzten Jahre schlief ich auf der Couch im Wohnzimmer, und ich hasste es fürchterlich, wenn irgendjemand da saß, wo ich schlief. Ich finde es einfach widerlich, wenn jemand auf meinem Bett liegt oder sitzt. Da bekomme ich immer den Drang danach, alles sofort zu waschen. Es war völlig egal, wer darauf saß, ob Teddy, Ean oder sonst wer. Ich selbst setzte mich auch ungern auf mein Bett.

Durch das Haus würde sich ein neues Kapitel öffnen. Vielleicht würde ich dort auch ein wenig mehr zur Ruhe kommen, weil wir weder über, noch unter, oder direkt neben uns Nachbarn hatten. Also niemanden, der mitten in der Nacht die Stereoanlage voll aufdrehte oder der Meinung war, morgens um vier eine Waschmaschine durchs Treppenhaus zu schleppen. Aber mein Fluch machte mir zu schaffen… Diese Gedanken rund um diesen beschissenen Fluch, nie länger als zwei Jahre irgendwo zu wohnen… Ob er nach zehn Jahren endlich verschwinden würde?

Und dann diese ganzen Arztgänge, die nun noch schwerer waren, als eh schon. Vorher konnte ich aufgrund meiner Panik kaum zum Arzt gehen, doch mit dem neuen Haus lag es eher an der Entfernung, weshalb es mir schwer fiel.
Immerhin war die letzte Blutuntersuchung gut verlaufen. Anscheinend waren alle Werte in Ordnung, was ich aber irgendwie nicht glauben konnte. War es echt normal, dass ich so krass fror in diesem Winter, obwohl wir nicht mal oft Minusgrade hatten? Oft genug nahm ich mir eine Wärmflasche mit zur Arbeit. Ich hielt sie zwischen meinem Bauch und meinen drei Pullovern und Schal und trotzdem war mir kalt. Zusätzlich noch eine dicke Mütze… Gott, ich verfluchte meinen Chef so sehr, dass er die Heizung nicht einschaltete.
Positiv denken… Immer positiv denken… Das ständige Kranksein und Dauerfrieren hatte auch Vorteile!
Welche? Keine Ahnung, sagt ihr es mir!

Und obwohl ich häufig krank war, gab mir mein Chef das Gefühl, dass mein befristeter Vertrag verlängert werden würde. Zumindest dachte ich das.
Er gab mir frei, als ich es spontan brauchte, weil ich unbedingt noch einmal zu meiner Familie fahren wollte.
Es gab zwei Gründe, warum ich sie erneut besuchen wollte. Zuletzt war ich da, um Abschied von meinen Großeltern zu nehmen, da sie beide sehr krank waren und nicht mehr lange hatten.
Der eine Grund war, um meinen Vater beizustehen, weil er am meisten unter dem Tod seines Vaters litt. Der andere Grund war, weil ich endlich mit ihnen abschließen wollte. Ich konnte und wollte mir meine Familie nicht mehr antun. Jedes Jahr aufs Neue tat es furchtbar weh, wie man mich ignorierte, schlecht redete, mich ausgrenzte, und und und. Ich wollte endlich richtig abschließen, die WhatsApp-Gruppe verlassen, sie überall löschen und blockieren und einfach aus meinem Leben verbannen. Schließlich war ich nie ein wirklicher Teil von ihnen, da dürfte es keiner Seite schaden, wenn ich das durchzog.

So bekam ich also kurzfristig frei und zu dritt, plus Hund, fuhren wir zu ihnen. Die Fahrt war lang und super nervig. Ich stopfte mich mit Tabletten voll, dass ich während der Fahrt keinen Panikanfall bekam und wir deshalb noch öfter Pause machen mussten, als eh schon, durch meine Pipipausen. Das Hotel zu teuer, das Zimmer zu klein, und die Verpflegung über die Tage ziemlich miserabel. Meine Oma war zu der Zeit noch am Leben, aber ich brachte es nicht übers Herz sie zu besuchen. Mein Vater war zwar sichtlich froh über meinen Besuch, aber extrem angeschlagen und verletzt. Es tat mir in der Seele weh, ihn so leiden zu sehen, obwohl er sein Bestes gab, dass es keiner sehen konnte. Er arbeitete auch zu viel, was mich furchtbar wütend machte. Ich verstand meine Familie nicht, warum man ihn nicht freistellte, damit er den Verlust vernünftig verarbeiten konnte. Ich verstand die Eltern meiner Mutter nicht, warum sie ihn mit Arbeit überschütteten, anstatt ihm eine Auszeit zu gönnen. Sie arbeiteten alle zusammen in der Firma, die mein Opa gründete.

Ich verstand auch meine Mutter nicht, warum sie ihn nicht zwang, sich Ruhe zu gönnen, sondern ihn ebenfalls weiterhin mit Aufgaben bombardiere. Ich verstand niemanden, warum ihn kein einziger unterstützte. Er war eh schon total krank, hatte unzählige Leiden, und es war ein Wunder, dass er noch stehen konnte! Ich war so voller Wut, das glaubt ihr nicht… Am liebsten hätte ich meinen Vater gepackt und ihn mit zu uns nach Hause geschleppt, damit er mal Abstand gewinnt, von all den schlechten Menschen in seiner Nähe.

Geplant waren drei Tage und zwei Nächte Aufenthalt.
Als erstes fuhren wir ins Hotel, um unser Gepäck abzuladen und danach fuhren wir auf die Arbeit meiner besten Freundin Nicki, die ich schon so viele Jahre nicht mehr gesehen hatte. Wir planten, dass wir uns nachmittags mit den Kindern treffen und einige Stunden gemeinsam verbrachten.
Aus dem Plan wurde leider nichts, weil ihre Tochter Durchfall bekam. Somit trafen wir uns nur vor ihrem Garten, mit Büschen dazwischen, und unterhielten uns so für einige Minuten. Es war wirklich schade, dass die zwei Kinder nicht gemeinsam spielen konnten, aber Priorität lag darin, dass sich keiner ansteckte… Und was mich persönlich auch ein wenig störte, dass ihr Freund keinen Anstand zeigte und uns grüßte. Er musste uns nicht mögen, sich auch nicht mit uns unterhalten, aber wenigstens einmal Hallo sagen. Das gehört sich so! Aber wer hat heutzutage noch richtigen Anstand gelernt?
Nach dem Besuch auf Nickis Arbeit trafen wir uns noch mit meiner Mutter beim Bäcker, was irgendwie unangenehm und sehr angespannt verlief. Eigentlich hatte ich mir gewünscht, dass mein Vater dazu käme, und nicht sie. Na ja, wir aßen erst eine Kleinigkeit, bevor meine Mutter dazustieß. Sie hatte ihren Hund dabei, der nicht in die Bäckerei herein durfte. Was auch klar ist, denn ein Hund hat nichts in einer Bäckerei verloren.
Ich verstand sie nicht so wirklich, warum sie unbedingt den Hund mitbringen musste. Das setzte uns nur unter Stress, weil wir deshalb nicht in Ruhe essen konnten, weil sie vor der Tür wartete und wir nicht unhöflich sein wollten. Danach sind wir zu ihr nach Hause und quatschten dort eine Weile. Richtung Abend besuchten wir dann noch Nicki und ihre Tochter.

Der ganze Tag war echt sehr anstrengend. Ständig und andauernd hatte ich fürchterliche Panik, und mal in Ruhe auf die Toilette gehen konnte ich auch nicht, obwohl es dringend nötig war. So sehr ich McDonald’s auch liebte, mein Darm dankte es mir schnell. Aber auf anderes Auswärtsessen hatte ich einfach keinen Appetit.

Und da das geplante Treffen mit Nicki nicht so stattfand, entschlossen wir uns nur eine Nacht und zwei Tage dort zu bleiben. Auch wenn das purer Stress bedeutete, war es finanziell betrachtet eine klügere Wahl. Eigentlich hatten wir nicht mal das Geld für eine Nacht übrig, aber es war mir so wichtig.
Und Leute, ernsthaft, ich hatte keine Ahnung davon, wie gefährlich meine Heimatstadt eigentlich war! Ich hatte dauerhaft Todesangst um mein Kind, sobald er mehr als einen Meter entfernt von uns lief. Gott… Diese Lautstärke, diese Menschen, und so viele Autos… #Helikoptermutter
Da, wo wir lebten, gab es nicht mal ein Viertel von dem Trubel, wie dort. Bei uns konnte Teddy freiwild auf die Straße, weil dort so wenig Autos fuhren. Das alles verursachte nur noch mehr Stress, wie nötig. Wir waren alle müde und erschöpft. Abends suchten wir noch verzweifelt eine Imbissbude, um den Hunger zu stillen, und versuchten Teddy im Hotel herunterzufahren. Natürlich war das alles für ihn furchtbar aufregend und es dauerte eine Ewigkeit, bis er endlich schlief. Was für ein Kampf…

Und zwischenzeitlich bekam ich noch einen heftigen Panikanfall und verbrachte über eine Stunde auf der Toilette. Mein Darm drehte komplett durch, dank des ganzen Fastfoods, der Coca Cola, und fast den ganzen Tag sitzen. Ich hasste solche Momente. Selten konnte ich mal irgendetwas genießen, weil ich einen Panikanfall bekam… Das musste doch irgendwann einmal ein Ende nehmen!

Noch am selben Abend schrieb ich meinen Vater und fragte ihn, ob er mit uns frühstücken gehen möchte, bevor wir wieder abreisten, weil ich keine Möglichkeit bekam, mit ihm alleine zu sein. Immer war meine Mutter dabei, was mir das Gefühl gab, er könnte sich nicht öffnen und ehrlich sein. So kam es mir sehr oft vor. Immer wenn wir telefonierten, wenn er alleine war, war er deutlich gesprächiger und ehrlicher, als wenn meine Mutter neben ihm saß. Und genau das führte wiederum zu mehr Hass auf meine Mutter. Ich dachte, sie wäre pures Gift für ihn…
Obwohl ich im Chat betonte, dass ich nur mit ihm frühstücken wollte, sagte er, dass sie beide kommen würden. Ehrlich, es nervte mich so dermaßen, dass meine Mutter immer dabei sein musste! Es kam mir vor, als dürfte mein Vater gar nichts alleine machen, und sie würde ihn durchgehend kontrollieren… Irgendwie freute ich mich schon auf unsere Abreise.

Erneut betont: Es ist meine Sicht der Wahrheit!

Relativ früh trafen wir uns bei einem Bäcker. Auch dort war alles irgendwie sehr unentspannt, und keiner wusste so genau, was er sagen sollte, oder konnte. Ich war fest der Meinung, dass es an meiner Mutter lag. Demnach hielten wir das gemeinsame Frühstück ziemlich kurz, damit wir schnell wieder diese Stadt verlassen konnten. Schließlich lag auch noch ein langer Rückweg vor uns.

Auch der Abschied war total angespannt und merkwürdig. Während mein Vater mich so fest umarmte, wie er nur konnte, bekam ich von meiner Mutter nur eine ganz zarte Umarmung, als wenn sie es gar nicht wollte, aber dazu genötigt wurde. Und auch das bestärkte meine Wut auf sie. Es ging mir nicht in den Schädel rein, dass sie so wenig Liebe zeigen konnte. Ich meine, klar, ich war nicht immer die feinste Tochter, aber ich war immer noch ihr Kind. Hasste sie mich so sehr, dass sie sich nicht einmal für eine normale Umarmung überwinden konnte?
Mein Bild von meiner Mutter konnte sich einfach nicht verändern. Alle behaupteten, dass sie sich so sehr zum Besseren änderte, wovon ich eher wenig sah. Laut Aussage von den anderen hielt sie die Wohnung auch im Schuss. Aber als ich das Bad betrat, war ich eher schockiert, als dass ich dem zustimmen konnte. Ich ekelte mich ehrlich gesagt ein wenig. In meiner Wohnung sah es noch nie so aus, wie dort, und dafür hatte ich auch eher wenig Verständnis. Aber eigentlich hatte ich kein Recht, irgendjemanden zu verurteilen. Ich wohnte weit weg von ihnen, das alles ging mich nichts an, weshalb ich darüber auch kein Wort verlor.

Ich war unglaublich froh, als wir endlich wieder in unserem Heim waren… Endlich wieder die gewohnte, ruhige, scheiß Umgebung. Und mein eigenes Klo! Gott, ich bin einfach ein totaler Heimscheißer… Woanders geht es einfach nicht, da kann es noch so drücken!
Auch wenn der Besuch eigentlich als Abschluss enden sollte, konnte ich sie dennoch nicht aus meinem Leben verbannen. Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass ich irgendwann mehr Aufmerksamkeit und Liebe bekam, so wie jedes Kind es verdiente. Obwohl ich es so sehr wollte, konnte ich es einfach nicht… Aber dieser innerliche Schmerz machte mich fertig. Nach außen sah ich stark aus, aber eigentlich zerbrach ich innerlich. Ich wünschte mir doch einfach nur eine normale Familie, in der jeder aufrichtig geliebt wurde… War das etwa zu viel verlangt?!
Schließlich entschloss ich mich einfach weniger von mir aus zu schreiben… Vielleicht würde dann ja mal jemand reagieren und fragen, was los ist.

Ich will nicht jammern, aber der Anfang von 2023 war einfach zu viel für mich. Dieses ganze Leid war unerträglich. Viel zu oft saß ich abends, oder wenn ich alleine war, da und heulte einfach nur. Ich wünschte mir so viele Dinge, die niemals in Erfüllung gehen würden, was mich nur noch fertiger machte.

Und zwischen all diesem Leid, gab es dann doch mal einen schönen Moment. Wobei ich persönlich das sogar eher als absolutes Highlight beschreiben würde! Nach all der Zeit hatte ich endlich den einen, lang und heiß ersehnten Traum mit Henry. Ein Sextraum! Gott, so lange wartete ich auf diesen Moment und endlich war es so weit!

Aber vorerst – So langsam konnte ich mich von meinem Thron verabschieden, den ich auf der Arbeit hatte.


Im Februar gab es einen Abend, der angenehm ruhig war, wo mir aber ein Kunde merkwürdig vorkam. Ich stand an der Kasse und bearbeitete gerade Produkte. Er kam rein, sah sich um, spazierte durch die Gänge, ich begrüßte ihn und bot meine Hilfe an, die er ablehnte, und im Anschluss verließ er den Laden wieder.

Nach Feierabend, beim Aufräumen, fiel mir auf, dass das Parfümregal auffällig leer war. Es gab zwei Möglichkeiten.
Entweder eine meiner Kolleginnen verkaufte ausgesprochen viel, was ich nicht mitbekam, oder es wurde gestohlen. Dann war die Frage nur, wann es geschah. Unter meiner Aufsicht? Oder vielleicht doch bei der Vollzeitkollegin, die zu der Zeit eh haufenweise Ärger bekam und gar nichts mehr auf die Kette bekam? Tja, leider unter meiner Aufsicht, was mich echt runterzog. Ein paar Tage später hatte ich ein wenig Schadenfreude, als der gleiche Typ bei der Vollzeitkollegin dasselbe vorhatte und sie ihn nicht erkannte. Beim dritten Mal war er erneut bei mir, wo ich sofort meinen Chef informierte. Da die Polizei aber zu spät kam, wurde er nicht gefasst. Dumm gelaufen!
Ich glaube von dem Tag an, beobachtete mein Chef mich ebenfalls durch die Kameras…

Ebenfalls im Februar entschied mein Chef sich ziemlich spontan ein Gewinnspiel zu starten, welches über zwei Tage ging. Jeder Einkauf war ein Los. Auf jedem Kassenbon stand eine Nummer. Sollte diese bei der Auslosung gezogen werden, konnte man eine Fahrt in seiner Limo, plus einen Einkaufswagen voll von unseren Produkten gewinnen.
Eigentlich war das ein echt krasses Gewinnspiel! Jedoch wusste mein Chef nicht so genau, wie oder wann er es auslosen sollte. Wie sollte ich also irgendeinem Kunden diese Frage beantworten?
Ich dachte mir nur, dass mein Chef sich zwar eine geile Idee einfallen ließ, aber nicht in der Lage war, diese zu beenden.
Immer häufiger wurde mir bewusst, was für ein dummer Mensch er doch war. Ein dummer Mensch, der bisher erfolgreicher war, als ich. Hätte ich so einen Laden eröffnet, wäre er viel weiter oben gelandet, wie dieser.
Ich gab ihm hilfreiche Tipps, wie er das mit dem Gewinnspiel beenden konnte, wie er die Follower bei sich behielt und und und. Ich schaute mir bereits sehr viel von anderen Influencern ab, was mein Chef alles hätte anstellen können, um noch mehr Kunden zu gewinnen.
Ich sprach über meine Ideen auch oft mit Coby, und auch er fand sie gar nicht so verkehrt.
Im Ernst, ich überlegte tatsächlich auch so einen eigenen Store zu eröffnen und es ganz anders zu machen. Andere Bestellungen, anderer Aufbau, andere Handhabung, andere Werbung, komplett anderes Design. Ich hatte genaue Bilder im Kopf, wie alles sein würde, aber ging nie einen Schritt weiter.

Aber anhand dessen wurde mir bewusst, dass ich eher in die Chefetage gehöre, als nur ein unterer Mitarbeiter, der für den Mindestlohn arbeiten ging.
Na ja, egal… Ich setzte es auf meine To-Do-Liste und beließ es fürs Erste als Gedanken.

Ich hatte kaum noch einen ruhigen Moment. Absolut alles war purer Stress für mich und machte mich fertig.
Ich war nicht mehr die hoch gelobte auf der Arbeit, mein Körper machte immer mehr schlapp, die Gedanken um meine Familie waren schrecklich einsam, und Teddy war beinahe durchgehend zuhause.
Er war dauerhaft krank, was mich tierisch aufregte. Nach wie vor hatte er seine Autoimmunneutropenie, die irgendwie bei jedem Fieber immer schlimmer wurde. Er besuchte höchstens fünf Tage pro Monat die Kita. Sollte er mal länger dort gewesen sein, war er um das Dreifache im Anschluss zuhause, weil das Fieber nicht nachließ. Es war furchtbar, ihn so leiden zu sehen. Und noch schlimmer war, dass ich mir endlich wieder Zeit für mich und meine Gedanken wünschte. Ich war eine schreckliche Mutter…
Mir wurde alles zu viel, weshalb ich fliehen wollte, aber es war nicht möglich, denn Teddy hatte Vorrang.

Anfang März verurteilte ich mich selbst zum Tode.
Ein ehemaliger Mitarbeiter suchte uns auf, um seine letzte Lohnabrechnung abzuholen, welche nicht vorhanden war. Ich war neugierig auf seine Sicht der Geschichte, weshalb er nicht mehr im Lager arbeitete und mein Chef so schlecht über ihn sprach. Und ich muss sagen, seine Sicht klang deutlich besser als die von meinem Chef!
Ich stimmte jedem seiner Sätze zu, was eigentlich echt traurig war. Eine gute halbe Stunde standen wir alleine im Laden und unterhielten uns und lachten herzlich. Durch ihn erfuhr ich, dass der Chef die Beobachtung am Arbeitsplatz sehr gerne tat, wodurch ich im Anschluss noch vorsichtiger war, als eh schon. Und auch fiel mir die Art, wie mein Chef neue Ware plante, negativ auf. Bisher ließ er mich immer in dem Glauben, dass die Ware monatelang brauchte, um geliefert zu werden. Doch der eigentliche Grund dafür war, dass er auf abgelaufene Lebensmittelangebote wartete, die er spottbillig kaufen und teuer verkaufen konnte. Ziemlich erbärmlich.
All die Monate, wie ich dort arbeitete, ließ man mich glauben, die Ware sei irgendwo stecken geblieben, weshalb sie dann abgelaufen geliefert wurde. So gab ich es auch an die Kunden weiter. Ich fühlte mich furchtbar mit diesem Wissen… Ich log so viele Kunden deswegen an, weil ich es nicht besser wusste.
Und meinen Chef fing ich an immer mehr zu verachten. Er war ein wirklich schlechter Mensch, der nur an Profit dachte und nicht an zufriedene Kunden, oder gar zufriedene Mitarbeiter. Zu der Zeit bestand fast achtzig Prozent des Stores aus abgelaufenen Lebensmitteln. Ja, die amerikanischen Produkte beinhalten so viel Zeug, womit alles beinahe ein Leben lang haltbar war, aber dieses Wissen, dass er es vorsätzlich abgelaufen kaufte und sich auch nicht um haltbare Ware kümmerte, bedrückte mich sehr.
Der ehemalige Mitarbeiter erzählte mir in kurzer Zeit so viele schlimme Geschichten, was mein Bild vom Chef komplett veränderte, obwohl ich es tief im Inneren bereits wusste, aber nicht wahrhaben wollte, weil ich eigentlich immer an das Gute im Menschen glaubte. Auch erfuhr ich, weshalb meine Vorgängerin tatsächlich kündigte. Sie erlebte das gleiche, was die Vollzeitkollegin zu der Zeit durchmachen musste. Mit dem Unterschied, dass sie sich so etwas nicht bieten ließ und einen Schlussstrich zog. Was auch definitiv die vernünftigere Entscheidung war! Das, was mein Chef mit der Vollzeitkollegin anstellte, war ziemlich üble Schikane. Dazu natürlich noch die Beobachtung durch die Kameras.

Nach diesem Gespräch änderte sich alles! So lasset den Krieg beginnen…

Doch nun der lang ersehnte Traum!

11.03.2023
Zusammen mit drei anderen, fremden Menschen und Henry versuchte ich, ein Verbrechen aufzuklären.
Wir sahen uns die Beweise und Verletzungen an, und schließlich versuchten wir diesen Todesmoment nachzustellen. Eine riesige Gitterrolle wurde aufgebaut, und der Boden war voll von Smarties und anderen Kaubonbons. Henry lief auf die Bonbons und gab mir ein Zeichen, nun zu ihm zu kommen. Mein Herz pochte wie wild, weil ich nicht wusste, was genau mich nun erwartete und er vor hatte.
Ich zog mich aus, um alles möglichst echt nachzustellen und legte mich hin. Auch Henry zog sich aus, und dann fingen wir an, den Sex nachzuahmen, wie er dem Opfer vor dem Tod widerfahren ist. Die anderen, fremden Menschen beobachteten alles ganz genau, machten sich Notizen und korrigierten unsere Stellungen.
Der nachgestellte Sex ging zum echten Sex über. Es war das unglaublichste, was ich je erlebte. Ich ließ mich fallen, wie noch nie. Hatte Spaß daran, wie noch nie. Fügte mich wie noch nie. Und genoss jede Berührung seines Körpers. Er war plötzlich so wahnsinnig vorsichtig und zärtlich mit mir, und fragte mich beinahe bei jeder nächsten Handlung, ob das für mich in Ordnung wäre. Er küsste mich so leidenschaftlich, wie er es in meinen vorherigen Träumen getan hatte, als hätte er furchtbare Sehnsucht nach diesen Momenten gehabt und es endlich erneut geschehen lassen. Kurz vorm Höhepunkt versuchte ich ihm in die Augen zu sehen und bemerkte, dass er kein Gesicht besaß. Es war verschwommen. Jedes noch so kleine Detail ähnelte Henry, nur sein Gesicht fehlte. Doch obwohl es fehlte, wusste ich ganz genau, dass er es war.

Das mit den Bonbons war schon irgendwie merkwürdig, und auch, dass ich sein Gesicht nicht sehen konnte. Ich war aber fest davon überzeugt, dass er es war. Zu sehr sah er nach ihm aus. Ich konnte selbst die Farbe seiner Augen erkennen, das strahlende Blau, mit dem kleinen braunen Fleck im linken Auge. Ich war unglaublich froh, dass ich endlich wieder einen Traum von ihm hatte. Ich fürchtete schon, dass es tatsächlich ein Ende nahm, weil ein erneuter Traum so lange auf sich warten ließ…

Und auch wenn der Traum die Tage erhellte, war ich erneut unzufrieden mit mir selbst. Ich kam einfach nicht weiter, was meine Ziele betraf, was mich sehr nervte. Ich hatte so sehr darauf gehofft, dass mein Chef auf meinen Vorschlag einging, dass ich keinen nächsten Plan schmiedete. Ich war einfach nur noch verzweifelt… So verzweifelt, dass ich mich nach einer drastischen Veränderung sehnte. Eine Veränderung, die ich alleine steuern konnte. So kam ich zu dem Entschluss, mir einen Pony zu schneiden. Und was soll ich sagen, es sah hammer geil aus! Ich fühlte mich so viel schöner als vorher, was mir viel Selbstbewusstsein gab, welches ich auf der Arbeit ausstrahlte. Und das, obwohl ich fast durchgehend krank war.

Ich musste auch lernen, nicht immer so schnell niedergeschlagen zu sein, nur weil etwas nicht so klappte, wie ich es mir vorstellte.

-Änderung vorbehalten