Springen wir noch einmal kurz zurück in den Oktober 2022.

Am 22.10.2022 veröffentlichte Henry einen Beitrag auf Instagram, den ich mir so lange herbeigesehnt hatte. Er gab offiziell bekannt, dass er erneut als Superman zurückkehren würde! Habt ihr eine Ahnung, was mir das bedeutete?

Über Monate hinweg gab es immer wieder Gerüchte und Spekulationen, dass er erneut die Rolle des Supermans übernehmen würde, doch nie konkrete Fakten. Immer wieder stieg die Hoffnung in mir auf, ihn noch einmal als den Mann der Hoffnung sehen zu können, doch kurz darauf erfuhr ich sofort, dass es sich um eine falsche Meldung handelte, was mir das Herz brach.
Gleiches geschah mit einem Beitrag, in dem behauptet wurde, er sei der neue 007. Wow… Er als 007! Könnt ihr euch das vorstellen? Er würde perfekt in diese Rolle passen! Er war Brite, mittleren Alters und konnte eine Agentenrolle wirklich gut spielen! Also, worauf wartete man noch?

Ich durfte mich auf solche Nachrichten einfach nicht einlassen und mich erst recht nicht hineinsteigern. Aber das war schwerer als gedacht, weil ich es mir so sehr wünschte… Ich sah mir sogar noch einige Male seine Filme an, und immer wenn er zu sehen war, bekam ich tierische Gänsehaut und grinste breit. Er machte seinen Job einfach fantastisch!

Als er dann dieses Video postete, blieb mein Herz stehen und der Atem stockte. Gott, erst einmal musste ich ihn wieder bewundern, wie verboten gut er aussah. Weiß war eine meiner Lieblingsfarben, und ich liebte es an ihm. Mein Kopfkino drehte völlig durch!

Und dann sprach er die Worte aus, dass er erneut als Superman zurückkehrt.
Herr im Himmel, meine Gebete wurden erhört!

Ganz ehrlich, ich musste bei dem Video auch total lachen. Er versuchte, seine Freude zu verbergen, aber man sah ihm deutlich an, dass er am liebsten vor der Kamera vor Glück gesprungen wäre.
Nun, weil er es nicht konnte, tat ich es! Und diese Luftsprünge waren einmalig! So einmalig, dass ich danach Schmerzen hatte! Ich war nun mal nicht mehr die Jüngste. Ha ha.

Natürlich schrieb ich vor lauter Freude auch direkt meinen zwei besten Freunden. Nicki freute sich mit mir, Coby jedoch nicht. Er mochte Henry nicht. Es gab keinen bestimmten Grund, er mochte ihn einfach nicht. Aber er freute sich für mich, dass ich mich so freute.

Dieses Video gab mir neu gewonnene Lebensenergie! Scheiße, alter! Ich freute mich so krass für ihn! So unbeschreiblich doll!

Es war immer ein Traum von ihm, Superman zu sein, der irgendwann in Erfüllung ging, und so kam es später auch. Und nun war es wieder so weit! Erneut durfte er in die Rolle des Supermans schlüpfen. Ich hoffe, ihr konntet meine Freude darüber hier gut herauslesen!

Doch kurz darauf ereignete sich für mich eine Katastrophe. Ich wäre am liebsten Amok gelaufen! Ich hätte bestimmten Menschen am liebsten den Kopf abgerissen, so wütend war ich! Im Anschluss brach ich in Tränen aus.
Kaum wurde offiziell bestätigt, dass Henry als Superman zurückkehren würde, zog der Macher dieses Films die Aussage zurück. Henry sei zu alt! ZU ALT, hat er gesagt! Was zur Hölle stimmt mit diesem Typen nicht? Hat der keine Augen im Kopf?! Henry ist zu alt, um Superman zu spielen? Hört denn heutzutage niemand mehr auf das, was die Fans wollen? Alter! Ich heulte nicht nur, weil er nun doch nicht mehr Superman spielen durfte, sondern weil er vor aller Welt bloßgestellt wurde! Wie musste er sich fühlen, so hintergangen worden zu sein? Er wurde bis aufs Tiefste beschämt, und dafür gab es keine Entschuldigung!

Und dann gab es noch eine zweite Katastrophe…
Es gab lange und häufig Gerüchte, dass Henry aus the Witcher aussteigen würde. Ich las immer wieder darüber, aber schenkte dem kaum Bedeutung. Das war unmöglich! Ich konnte und wollte so etwas nicht glauben. Er machte diesen Job viel zu gut, und durch ihn wurde die Serie erst so ein Hit. Das konnten sie nicht tun! Hatte er irgendetwas verbrochen? War er für sie mittlerweile etwa auch zu alt? Stimmten die Gerüchte, dass er sich mit verschiedenen Leuten vom Set anlegte? Aber Henry wütend zu bekommen, dafür musste man sicherlich viel getan haben. Ich konnte mir solche Dinge einfach nicht vorstellen. Soweit ich wusste, wurde er stets von allen geliebt für seinen Charakter, und nie gab es irgendwelche Probleme, erst recht keinen Streit!

Ebenfalls im Oktober 2022 kam dann die offizielle Bestätigung, dass er zur vierten Staffel die Rolle des Geralts an Liam Hemsworth abgab!
WARUM?! NEIN!

Ich glaube, eine offizielle Stellungnahme gab es darüber nicht, aber der Klatsch darüber klang ziemlich einleuchtend. Henry willigte unter einer einzigen Bedingung damals den Dreh von the Witcher ein. Er verlangte, dass man den Büchern treu blieb und nichts anderes daraus zauberte. Und als sie für die vierte Staffel alles ändern wollten, stieg er aus. Wohl berechtigt!

Henry ist grundsätzlich ein Fan von Buchvorlagen, das wusste ich. Was ich persönlich auch sehr gut finde. Ich fand es generell sehr schade, wenn die Filme, die nach einem Buch gedreht wurden, völlig anders abliefen, wie im Buch. Oftmals zerstörte es das Bild vieler Menschen, obwohl sie sich so sehr auf eine Verfilmung freuten. Ich muss gestehen, die Herr der Ringe Filme liebte ich abgöttisch, wie ich es bereits mal erwähnte. Die Bücher habe ich in meiner Schublade liegen, aber bisher nicht zu Ende gelesen. Bei den Filmen bekomme ich andauernd Gänsehaut, und Tränen steigen mir in die Augen, und irgendwie habe ich Angst, dass mir die Bücher nicht gefallen würden. Zumal mir da einfach die berührende Musik fehlt, wie sie im Film läuft. Shame on me! Aber auch diese Bücher werde ich irgendwann einmal fertig lesen. Viele behaupten, ich würde sonst einiges verpassen.

Ehrlich, Leute, es riss mir den Boden unter den Füßen weg, dass Henry als Geralt aufhörte. Ich möchte nicht egoistisch klingen, aber was sollte ich tun, wenn ich ihn als Geralt nicht mehr anhimmeln konnte? Wenn es nicht in gewissen Abständen eine neue Staffel gab, wo ich ihn in verschiedenen Situationen beobachten konnte? Ich weinte, ich weinte viel, aber heimlich. Denn weder im Job, noch zu Hause, wenn Ean da war, durfte ich mir etwas anmerken lassen. Es war für mich unvorstellbar, ihn nicht mehr als Geralt zu sehen. Es war, als hätte man mir ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen und darauf herumgestampft. Für eine Weile ging die Welt für mich unter.

Ich kann mich nur wiederholen. Henry kam als Geralt zu mir, fand und beschützte mich, mit all seiner Macht. Aus nächtlichen Träumen wurden Tagträume, wo er mich stets unterstützte und mir den Rücken stärkte, in jeder noch so beschissenen Situation. Die Träume wurden zu meinem wertvollsten Besitz. Zuerst behielt ich alles für mich, doch dann konnte ich nicht anders, als es in die Welt hinaus zu brüllen, wie viel er mir bedeutete. Und nun sollte all das ein Ende haben?
Und wieder, ich will nicht egoistisch klingen, aber ich war einfach nicht bereit, all das hinter mir zu lassen. Wie sollte ich solche Dinge hinter mir lassen, die mich am Leben erhielten? Wie?!

Irgendwie überkam mich erneut ein Drang, etwas zu tun, was ich vielleicht kurz darauf bereute. Ich bat jemanden um Hilfe, den ich nicht um Hilfe bitten dürfte. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn verlieren würde, sollte ich jetzt nicht handeln.

Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, einen von Henry’s Brüdern um Hilfe zu bitten, meinen Brief an ihn weiterzuleiten.
Ich wollte eine Mail verfassen, in der ich meine auf Deutsch geschriebene Kurzgeschichte weiterleitete. Immer und immer wieder ging ich die möglichen Konsequenzen durch, aber auch einen möglichen Erfolg. Immer und immer wieder versuchte ich, einen konkreten, nicht allzu verrückten Plan zu schaffen, wie ich diesen Brief am besten an Charlie, Henrys Bruder, abschicken könnte.

Sollte ich ausschließlich das deutsche Dokument weiterleiten? Oder sollte ich meine handgeschriebenen Seiten noch einscannen und diese hinzufügen? Aber was wäre, wenn Charlie es als Liebesbrief ansehen würde, was zu der Zeit eigentlich noch keiner sein sollte? Okay, gut, ein wenig wurde es schon zum Liebesbrief, aber der Fokus lag eher auf Dankbarkeit! Glaubte ich zumindest. Ich hoffte, dass man es heraushören konnte.
Sollte ich vielleicht doch jemanden fragen, meinen Brief ins Englische zu übersetzen? Nein… Das wäre wirklich zu viel verlangt von einer fremden Person. Wenn er auf Englisch sein sollte, dann musste ich endlich meinen Arsch bewegen und mehr seine Sprache lernen. Aber wie?
Mit Apps habe ich es versucht, die sind alle für die Tonne. Selbst die, die Geld kosteten. Ja, ich gab für solche Apps schon Geld aus.
Ein Übersetzer aus dem Internet wäre zu schlecht. Ich fragte meinen besten Freund Coby schon einmal, ob das, was der Übersetzer ausspuckte, korrektes Englisch war, und er lachte bloß. Dieses Lachen war ein eindeutiges Nein!
Jemanden um Nachhilfe bitten? Wen? Ich kannte niemanden, der perfektes Englisch sprach und schrieb. Okay gut, der ein oder andere aus meinem Bekanntenkreis war schon dabei, aber wollte ich sie wirklich mit meiner Dummheit belästigen? Ich schämte mich dafür, jemanden um Nachhilfe zu fragen… Zumal ich es ohne Gegenleistung haben wollte. Also Gegenleistung in Form von Geld.

Aber zur Hölle noch mal, wie sollte ich Charlie eine Mail verfassen und mit welchem Inhalt? Es könnte durchaus sein, dass Charlie meinen Brief an Henry weiterleiten würde und ich somit die gewünschte Aufmerksamkeit bekäme, auf die ich schon lange wartete. Es könnte aber auch sein, dass er meine Mail einfach ignorierte. Vielleicht würde er sich auch die Mühe machen und ihn lesen beziehungsweise übersetzen lassen und mich im Anschluss auslachen.

Wie kam ich auf die dreiste Idee, Charlie eine Mail zu senden?
Nun, Charlie hat mit seiner Ehefrau eine gemeinsame Firma. Sie verkaufen Kerzen, die ich auch gerne mal ausprobieren würde, aber bisher fehlte mir einfach das Geld dazu. Ich las mir ihre Homepage durch, und dort stand drin, dass sie außergewöhnliche Geschichten liebten und gerne Erzählungen lauschten. Ich fasste es als kleinen Anstoß auf und fühlte mich irgendwie angesprochen. Denn eigentlich ist meine Geschichte außergewöhnlich. Verrückt und irre, aber auch irgendwie außergewöhnlich.

Aber sollte ich Charlie wirklich damit belästigen? Die ganze Familie sind Briten. Briten halten sehr viel von Höflichkeit. Und die Bitte, meinen Brief an Henry weiterzuleiten, war alles andere als höflich. Also… Was und wie sollte ich es tun?
Ich fragte Coby, wie so oft, um Rat. Kein Witz, der Typ weiß alles. Er kennt mich eigentlich auch besser, als ich mich selbst. Er weiß immer einen perfekten Rat, auch wenn ich ihn eher selten befolge, weil ich viel zu stur bin.

Er sagte zu mir, ich könnte diese Idee tatsächlich umsetzen, aber dann sollte ich den Brief noch einmal umschreiben. Denn so, wie er geschrieben war, las es sich eindeutig als Liebesbrief. Und ein Liebesbrief würde Charlie garantiert nicht weiterleiten. Einen Dankesbrief hingegen vielleicht schon.
Coby hatte recht. Oft las ich meinen Brief selbst noch einmal durch, nur um noch einmal die Gefühle dabei zu erleben. Dabei fielen mir Flüchtigkeitsfehler auf, obwohl ich sehr sorgfältig darauf achtete, und auch las ich zu viel Liebelei heraus. Oh man… Ich konnte vom Glück reden, dass Henry den Brief bisher nicht las. Fuck. Ich musste mich eindeutig mehr konzentrieren und mir auch mehr Zeit dabei lassen. Es ärgerte mich. Es ärgerte mich tierisch! Ich bin ein verfluchter Perfektionist, und dann machte ich mir selbst so einen furchtbaren Druck, dass Fehler entstanden. Ich hätte ausrasten können!

Also nahm ich Coby’s Rat an und überarbeitete ein letztes Mal meine Kurzgeschichte. Auch das kostete mich wieder viel Zeit. Es war wirklich nicht leicht, bei der Wahrheit zu bleiben, es aber nicht wie einen Liebesbrief aussehen zu lassen. Ich durfte also in keinster Weise erwähnen, dass ich mich verknallte. Im besten Fall also auch kein: „Ich mag dich.“ Puh…
Irgendwann hatte ich ihn endlich fertig. Leider wurde er ohne die Liebeleien deutlich kürzer. Okay, was heißt „leider“, vielleicht war das auch gut so. Aus über dreißig Seiten wurden zwanzig. Aber was machte ich nun mit dem handgeschriebenen Teil? Abfotografieren und als Datei mit anhängen? Einen Scanner besaß ich natürlich nicht. Hmm… Nein, das sah doof aus. Also überlegte ich mir, diesen auch einfach noch einmal zu ändern und auf Deutsch zu verfassen. Auch hier wurden aus vier Seiten nur noch eine Seite.

Lieber Henry,

mit diesem Brief möchte ich meine unendliche Dankbarkeit ausdrücken. Bitte nimm dir die Zeit und lies ihn durch. Das, was ich dir schreibe, ist mir sehr wichtig. Ich habe versucht, mich kurz zu halten, damit dieser Brief nicht zu lang wird. Wenn ich jedes Detail aufschreiben würde, hätte ich längst ein kleines Buch.

Ich werde dir ein paar Dinge erzählen, die mein Leben prägten, damit du verstehst, warum genau ich dir danken möchte. Keineswegs möchte ich jammern oder jemanden schlecht reden, und erst recht brauche ich kein Mitleid von dir. Bilde dir deine eigene Meinung. Es soll dir einzig und allein einen Einblick davon geben, was ich alles erlebte und wie du mir geholfen hast.

Mein Leben war nie besonders einfach. Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr konnte und wollte. Und dann kamst du ins Spiel.

Einst warst du nur ein Schauspieler, der seinen Job gut machte. Heute bist du nicht mehr ein einfacher Schauspieler, sondern mein Vorbild und meine Rettungsleine für die Seele, wenn ich Hilfe benötigte. Warum erfährst du, wenn du weiter liest.

Als Erstes werde ich dir eine Einleitung geben, die das Verhältnis zu meiner Familie beschreibt, was ich erlebte und weshalb ich am Ende meiner Kräfte war. Danach kommt der Teil, wo du eine Rolle spielst.

Ich finde, du verdienst es zu wissen, dass du jemandem zurück ins Leben geholfen hast. Vor einem Jahr sendete ich bereits einen Brief ab. Dass du ihn nicht liest, war mir eigentlich bewusst. Er wird irgendwo in dem Berg von Fanpost liegen und nie wieder auftauchen. Aber hey, die Hoffnung stirbt zuletzt und ein Versuch war es wert! Ich habe noch ein weiteres Werk hier liegen, was darauf wartet gelesen zu werden, sobald die Zeit reif ist.

Mittlerweile ziehe ich bedauerlicherweise deinen Bruder mit ins Boot, um eine Chance zu bekommen, dass du von meiner Geschichte erfährst. Das tut mir unglaublich leid! Ich hatte gedacht, dass mein erster Brief ausreichen würde. Doch das tat er nicht, demnach muss ich nach neuen Möglichkeiten suchen, dich zu erreichen.

Also dann, viel Spaß beim Lesen!“

Tja, das war also die veränderte Kurzversion, meines handgeschriebenen Briefs.

Aber um es Charlie einfacher zu machen, verfasste ich noch ein paar Zeilen für ihn und seine Ehefrau. Hierzu holte ich mir allerdings erneut Hilfe von Fremden Menschen.

Hey,
firstly, I would like to apologize for being so extravagant and writing this message to you. If there was a different way, then I would have done this. Now, I am finding the courage to message you.

It may come across as completely outrageous, but I have one thing to ask. The following may sound completely crazy. I know this better than anyone.

It has been almost two years since I had no more energy, feeling so low that I did not believe I would ever find a way to have a normal life. If you would have asked me back then where I would be in 5 years, I would have answered: „Six feet under.“ That’s how broken I was, mentally and physically. It was a nightmare.

Then something happened that I thought wouldn’t be possible. I met someone who opened my eyes. To your surprise, it was Henry. Please don’t roll your eyes; this is not meant to be a love confession, only a thank you.

I dreamt of him, days, weeks, months, meanwhile over a year. In a matter of a second, my whole world changed for the better. I owe the man out of my dreams my life; it sounds crazy, I know. I wanted to write him a letter, thanking him for everything he has done. For the courage, love, peace, and happiness he gave me. Just to let him know why I am thanking him.

I never thought I would get back on my feet.

Now, to address the reason I am writing to you.

Would you be so kind to forward this letter to Henry? It would mean a lot to me if this letter would reach him. The letter will be in German because my English isn’t good enough. Maybe Henry or you know someone who can translate this letter for him.

I am well aware that you would read the letter as well; that is okay; it is no secret, and I stand by it.

Thank you very much.

Have a nice day.

Kind regards.
𝒜.


Wisst ihr, es ist für mich generell unglaublich schwer Dankbarkeit auszudrücken. Egal wem gegenüber! Oft verhalte ich mich eher als ein kleines unterwürfiges Lämmchen, als einfach mal Danke zu sagen. Am liebsten würde ich den Menschen, der mir in einer Notsituation half, fest umarmen, abknutschen und nie wieder loslassen. Egal wer es wäre. Aber ich überwinde mich unglaublich selten dazu, bei Dankbarkeit Körperkontakt aufzubauen. Ich denke das hat auch irgendwie wieder etwas mit der Angst vor Zurückweisung zu tun. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass irgendjemanden es gefiel, wenn ich ihn berührte, egal auf welche Art und Weise.

Und dann jemanden um solch einen Gefallen zu bitten, ist für mich noch viel schwerer. Ich war einfach nur verzweifelt… Wie gesagt, ich hasste es wie die Pest, jemanden um Hilfe zu bitten. Doch dieser unbändige Drang danach, Henry endlich zu begegnen, war einfach größer. Noch nie in meinem Leben wollte ich etwas so sehr wie ihn persönlich zu treffen.

Als ich alles fertig hatte und die Mail bereit zum Absenden war, stand ich kurz davor, einen Rückzieher zu machen. Ich kam mir einfach nur dumm und unglaublich verzweifelt vor!
Ich musste nur noch auf Senden drücken, dann hätte ich es geschafft. Ich war extrem nervös und redete jeden Gedanken schlecht. Ich sollte mich wirklich zutiefst schämen, Charlie und seine Ehefrau zu belästigen. Ich war bestimmt nicht die Einzige, die auf so eine Idee kam. Es war wirklich unter aller Sau, sie um diesen Gefallen zu bitten! Aber… Ich konnte nicht anders… Ich könnte und würde es mir niemals verzeihen, wenn ich nicht alle Möglichkeiten nutzen würde, mit Henry in Kontakt zu treten. Und wenn ich dann so dreist sein muss und Henry’s Familie mit hineinziehe, dann muss es sein! Scheiße noch mal!

Ich war wirklich ein furchtbarer, egoistischer Mensch… Ich war wohl zu einer dieser Menschen mutiert, die nur an sich und ihr eigenes Wohl dachten… Oder? Ansonsten würde ich solche Ideen gar nicht erst haben!

Noch einige Minuten spamte ich meine Freundin Nicki voll, dass ich ihn nur noch abschicken müsste, ich mich aber nicht traute.
Heftige Angst stieg in mir auf vor den möglichen Folgen. Okay, was für Folgen? Rechtliche Konsequenzen hätte es nicht, aber vielleicht hätte Charlie ein schrecklich schlechtes Bild von mir. Das war für mich schlimmer als rechtliche Konsequenzen. Lieber würde ich ein Bußgeld zahlen, als dass Henry’s Familie mich für einen schlechten Menschen hielten!
Aber es hieß: „Jetzt oder nie!“
Ich versuchte die schrecklichen Gedanken beiseitezuschieben und fasste all meinen Mut zusammen.
Scheiß drauf, was hatte ich schon zu verlieren.
Ein Klick, und es war getan. Jetzt gab es kein Zurück mehr… Okay, ich könnte jemanden engagieren, der die Mail zurückruft, dafür gab es viele Spezialisten. Aber wollte ich diese Mail zurückrufen? Bereute ich es tatsächlich? Nein, irgendwie nicht. Es war eine neue, etwas andere Chance darauf, mit Henry in Kontakt zu treten, und ich nutzte sie. Sollte ich mich schämen? Vermutlich ja. Tat ich es? Ein kleines bisschen… Aber ich fühlte mich gut, obwohl ich versuchte mir einzureden, dass es ein Fehler war. Vielleicht gäbe es ja dieses Mal eine Reaktion. Vielleicht würde Charlie diese Mail an Henry weiterleiten, und mein Traum würde sich erfüllen. Es hieß abwarten und erneut geduldig zu sein.
Ich versuchte so gut es ging, negative Gedanken an diese E-Mail zu verdrängen.

13.11.2022
Verzweifelt und den Tränen nahe stand ich in einem leeren Raum.
Die Umgebung schien eiskalt zu sein, still und gespenstisch. Ich war auf der Suche nach meiner Familie und meinen Freunden. Als ich sie fand, stieß ich nur auf leere Blicke und stumme, abweisende Gesten.
Niemand wollte mit mir sprechen oder mich in ihrer Nähe haben.
Alle, die mir nahestanden, wandten sich von mir ab, als wäre ich unsichtbar. Es sah so aus, als würden sie mich alle verstoßen, als hätte ich jede Verbindung zu den Menschen, die mir wichtig waren, unwiederbringlich zerstört.
Aber was zur Hölle hatte ich getan? Warum hassten mich alle?
Um mich herum wurde es dunkel. Diese Dunkelheit übernahm meinen ganzen Körper. Plötzlich konnte ich mich nur noch allein vorstellen. Niemand wollte mich in seinem Leben haben.
Doch dann zeigte sich ein unerwartetes Licht.
Ein großer weißer Wolf, Henry, lief zu mir. Er strich mit seiner warmen Schnauze über meine Hand, und plötzlich spürte ich, wie sich alles Leid in meinem Herzen auflöste.

Dieser Traum war ein absoluter Alptraum für mich.
Das Gefühl währenddessen werde ich nie vergessen. Aber um ehrlich zu sein, genau so fühlte ich mich häufig. Ich möchte wirklich bei niemandem um Aufmerksamkeit betteln, aber hin und wieder eine nette Nachricht oder auch ein klein wenig Zuneigung tut jedem gut. Fast immer habe ich das Gefühl, dass ich einfach nur eine schwere und nervige Last für alle wäre, egal für wen. Im Ernst, egal für wen. Für meinen Chef, Ean, Teddy, meine zwei besten Freunde und meine weit entfernte Familie.

Wie bereits erwähnt, sind die Feiertage am Ende jeden Jahres hart für mich, weil meine Wünsche der Realität ganz anders entsprechen. Jedes Jahr aufs Neue durchlebe ich die gleichen Gefühle und trotzdem hoffe ich jedes Jahr darauf, dass sich meine Wünsche irgendwann einmal erfüllen.
So gut es ging, verdrängte ich Weihnachten im November, auch im Dezember. Doch spätestens Mitte Dezember packte mich ein Weihnachtsrausch, den ich nicht stillen konnte. Aber gleichzeitig überwältigt mich auch die Trauer. Die Trauer, niemanden bei mir zu haben, der mich von reinem Herzen liebt. Den ich von reinem Herzen liebe.
Schnell setzte der automatische Schutzmechanismus von mir ein. Henry.
Ja, es klingt nach wie vor extrem seltsam, irre oder auch reif für die Psychiatrie, aber nach wie vor half er mir, alles Schlechte besser zu überstehen. Siehe in dem Traum vom 13.11.2022. Ich war allein, von der Dunkelheit umschlungen und ich sah keinen Ausweg. So, wie ich mich innerlich täglich fühlte. Doch dann kam Henry und zeigte mir das Licht und die Wärme, die es enthalten konnte. Die Liebe und Geborgenheit, die jeder Mensch verdient. So wandelte sich ein Alptraum zu einem schönen Traum. Auch wenn ich die schrecklichen Gefühle dabei nicht vergaß, nahm ich trotzdem das Gute daraus mit.
Und wieder, in allem Schlechten, gibt es auch etwas Gutes.

Um ehrlich zu sein, es gab viele solcher Träume, wie dieser. Auch gab es viele solcher Träume, wo Henry nicht am Ende an meiner Seite stand. Wo ich mir danach dann versuchte selbst zu helfen, indem ich an Henry dachte. Ebenso kam Henry häufig als weißer Wolf zu mir.

In der Serie the Witcher wird er oft „white Wolf“ genannt. Somit nahm ich immer häufiger Wölfe in meiner Nähe wahr. Sei es auf einem Plakat, in einer Werbung, in Instagram Reels oder ähnlichem. Irgendwie interessierte ich mich brennend dafür, was für eine Bedeutung ein weißer Wolf hatte. Also googelte ich.

Die weiße Farbe wird oft mit Reinheit und Unschuld assoziiert. Ein weißer Wolf könnte daher als Symbol für Reinheit und Unschuld stehen, besonders in kulturellen oder spirituellen Kontexten, die diese Eigenschaften schätzen. Wölfe werden oft als kluge Tiere betrachtet, und ein weißer Wolf könnte als Symbol für Weisheit und Führung dienen. In einigen Geschichten und Legenden wird der Wolf als Führer oder Lehrer dargestellt.
Ja, irgendwie trifft diese Aussage auf Geralt, beziehungsweise Henry sehr zu.

In einigen Kulturen wird der Wolf als Beschützer und Wächter angesehen. Ein weißer Wolf könnte daher als ein besonders starker oder göttlicher Schutzgeist betrachtet werden.
Auch hier trifft es zu. Henry war wie ein Beschützer, ein Wächter für mich.

Die Farbe Weiß wird oft mit neuen Anfängen und Veränderungen in Verbindung gebracht. Ein weißer Wolf könnte daher in symbolischer Weise für einen Übergang oder einen Neuanfang stehen, besonders in persönlichen oder spirituellen Kontexten.
Auch das stimmt. Er veränderte mein Leben, von jetzt auf gleich.

In der Esoterik und mystischen Überlieferungen wird der weiße Wolf manchmal als ein Symbol für Magie und Spiritualität betrachtet. Er könnte mit spirituellen Erlebnissen oder Kräften in Verbindung gebracht werden.
Das stimmt ebenfalls.

Man, ich war echt am Arsch!

Irgendwie hatten manche Momente oder Zufälle etwas Magisches an sich. Nennt mich ruhig verrückt.
Einst, als ich gerade die Couch mit neuen Decken bezog, am späten Abend, lief nebenbei Werbung im Fernseher.
Plötzlich sagte mir eine innere Stimme, ich sollte mich sofort, wirklich sofort umdrehen und auf den Fernseher schauen. Wie gesagt, nennt mich ruhig verrückt!
Ich hörte nicht auf sie, aber sie wurde immer lauter und lauter.
Irgendwann nahm ich eine Stimme wahr, die mir sehr bekannt vorkam. Schnell drehte ich mich zum Fernseher und sah genau in dieser Sekunde Henry, als Superman. Es lief ein Werbespot, dass demnächst auf diesem Sender Man of Steel gezeigt wird.
Gott, dieser Moment war so was von merkwürdig! Diese innere Stimme war so was von merkwürdig!!
Es kam mir vor, als sollte ich erneut die Hoffnung nicht aufgeben, obwohl ich kurz davor war. Denn wieder hatte ich ziemlich bescheidene Tage, wo ich keinen Sinn mehr im Leben sah. Und genau dann, wie so oft, sah ich ihn und bekam erneut einen kleinen Funken Hoffnung und ein warmes Gefühl in der Brust.

Meine rotierenden Gedanken waren nicht das einzige, was mich an meiner Hoffnung zweifeln ließ.
Irgendetwas stimmte mit mir gewaltig nicht. Meine Hormone spielten komplett verrückt. Eigentlich nicht nur die Hormone, sondern mein ganzer Körper.
Ich nahm noch ein paar Kilos ab, was aber nicht an zu wenigen Mahlzeiten lag. Übertrieb ich es vielleicht mit der Bewegung? Nein, ich ließ mein Sportprogramm ein wenig schleifen, weil ich zu faul war, was mich echt nervte. Disziplin sah anders aus! Lag es an den ständigen Zwischenblutungen? Keine Ahnung warum ich sie hatte. Ich nahm zwar täglich die Pille, aber manchmal auch zu verschiedenen Uhrzeiten. Je nachdem wie ich an sie dachte. Eigentlich nahm ich sie jeden Abend um zehn Uhr. Manchmal jedoch schon um neun, oder erst um elf. Es gab auch Tage, da nahm ich sie gar nicht, weil ich „sparsam“ sein musste, wenn das Geld knapp war. Ja, ich weiß, total dumm.
Alle sechs Monate muss ich mir ein neues Rezept ausstellen lassen. Manchmal aber auch schon alle drei Monate, je nachdem wo ich mir das Rezept holte. Und auch wenn die Pille deutlich günstiger war, wie die Hygieneartikel, die ich während der Periode verbrauchte, waren es dennoch dreißig Euro. Manchmal waren diese dreißig Euro einfach nicht übrig. Erst recht nicht am Ende des Monats.
Also setzte ich manchmal ein paar Tage aus, um die Zeit zu überbrücken. Das könnte also ein Grund sein für die Zwischenblutungen.

Ein anderer Grund könnte sein, dass sie einfach bei mir nicht so wirkte, wie sie sollte.

Und wieder ein anderer Grund könnte sein, dass ich so viel Stress hatte und mein Körper mit diesen Blutungen reagierte. Immer wenn ich Zwischenblutungen hatte, ging es mir scheußlich. Stimmungsschwankungen, Schwindel, Übelkeit und Bauchkrämpfe. Und mein Gott, dieser Heißhunger auf Schokolade und Chips! Am liebsten hätte ich die Chips in Nutella ein getunkt! Ich fragte sogar meinen Chef, ob er die Pringles bestellen konnte, wo die Chips an einer Hälfte in Schokolade getaucht waren. Denn die gab es in den amerikanischen Regalen! Ich kannte viele Kunden, die diese Chips sofort aufgekauft hätten! Sofern ich noch welche übrig gelassen hätte.

Zusätzlich war ich auch häufig krank. Ich spreche hier von ständiger, heftiger Bronchitis. Im Ernst, so oft, wie ich in diesem Jahr krank war, war ich vorher noch nie! Mein Immunsystem war eigentlich immer top in Schuss. Ich bekam höchstens mal einen Schnupfen, der aber am Jahresanfang immer eher auf meine Allergie zurückzuführen war. Doch dieses Jahr war es anders.

Und dann natürlich noch die Zahnarzt-Kämpfe, von denen ich bisher nichts erzählte… Meine Zähne wurden über die Jahre immer schlechter. Woran genau es lag, wusste ich nicht. Sie fingen an abzubröckeln und durchsichtig zu werden. Kein Arzt konnte mir erklären, warum es so kam.
Mangel an Vitaminen wurde bereits ausgeschlossen. Von meiner Ernährung konnte es auch nicht sein. Also vielleicht durch das ständige Sodbrennen?
Einmal, als ich mein Medikament für das Sodbrennen holte, sagte mir die Dame aus der Apotheke, dass dieses Zeug auch Mangelerscheinungen hervorrufen kann, wenn man es über einen längeren Zeitraum einnahm. Gut, ich nahm diese Tabletten mittlerweile drei Jahre… Also erkundigte ich mich, welchen Mangel man davon bekam. Und dann wurde mir klar, dass meine Zähne deshalb kaputt gingen. Toll… Aber ohne diese Tabletten wäre es auch scheiße. Also musste ich mich entscheiden zwischen Zahnausfall und ständigen Sodbrennen.

Eine ganze Weile ließ ich dann die Tabletten weg und bekam tatsächlich weniger Zahnprobleme. Aber irgendwann, nachdem ich noch zwanzig Mal zum Arzt lief, aufgrund meiner Beschwerden, nahm ich sie dann doch wieder ein.
Und wieder wurde ich von keinem Arzt ernst genommen. Ich hatte immer wieder die gleichen Probleme. Mein Magen und der Darm. Der Rest übernahm dann der Kopf, und deshalb bekam ich jedes Mal Panik. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass all meine Probleme ausschließlich vom Kopf her kamen, das war unmöglich! Ja, gut, der dauerhafte Stress war mit Sicherheit auch daran schuld. Aber Stress im Allgemeinen würde nie ein Ende finden, somit könnte mein Körper auch keine Ruhe finden.

Was mich zu der Zeit stresste?

Immer noch die hohe Nachzahlung, die unsere Vermieterin schleunigst verlangte. Sie drängte uns ständig, endlich zu zahlen und lauerte mir sogar auf der Arbeit auf. Doch das Problem mit der Zahlung lag nicht an uns, sondern an ihr. Sie reichte uns verkehrte Unterlagen, aber das Amt brauchte die korrekten, bevor sie das Geld überweisen konnten. Es dauerte also alles unnötig länger, weil sie Fehler machte.
Zusätzlich machten wir uns auch wahnsinnige Gedanken darüber, wie wir die Kosten für die nächste Nachzahlung stemmen sollten, beziehungsweise die erhöhten Nebenkosten. Wie gesagt, lebten wir eh schon eher am Minimum und da brachen uns die zusätzlichen Kosten einfach das Genick. Aber gut… Dann gab es eben noch weniger beim Einkauf.

Dann der Stress mit der Vollzeitkollegin auf der Arbeit.
Sie machte mich wahnsinnig! Ich hätte sie meistens am liebsten erwürgt, für ihr ständiges Geheule. Ich hätte ihr auch am liebsten dauerhaft gesagt, sie solle den Mund nicht öffnen, weil sie stinkt, aber so gemein konnte ich nicht sein. Sie stank wirklich!
Ich hatte großes Mitleid mit ihr, auch wenn alles, was ihr passierte, einfach nur Karma war. So sehr ich ihr auch schaden wollte, ich brachte es nicht übers Herz.

Und der Stress mit Ean. Die Streitigkeiten waren zwar nur kleine Dinge, wie der Haushalt oder der Hund, aber wir schaukelten uns gerne gegenseitig hoch.
Kleine Dinge wie:
Das Radio im Auto ist zu laut. Nein, es war ein leises Gedudel nebenbei.
Ich muss hier mal erwähnen, dass ich egal wann, egal wo immer leises Gedudel im Hintergrund brauchte. Ob im Bus, im Auto, auf der Arbeit, beim Zahnarzt, zuhause, oder oder, ich brauchte es. Egal ob in Form von Musik oder Fernseher. Es gab mir irgendwie das Gefühl der Sicherheit, dass ich nicht allein war. Wenn Totenstille herrschte, wie während einer schriftlichen Prüfung, fühlte ich mich wahnsinnig unsicher. Gedudel im Hintergrund half mir. Schwer zu beschreiben, ich hoffe, ihr versteht, was ich meine!
Oder eine Kleinigkeit wie: Ich hasse es abgrundtief, wenn ich versuche zu schlafen und irgendjemand herumrennt.
Gott, ich werde total nervös und unruhig, wenn dann irgendjemand herumschleicht! Das ist einfach ein Tick von mir! Und nein, ich habe nicht zu viele Horrorfilme gesehen. Außerdem ist es schwer, mich mit solchen Filmen zu verängstigen oder zu schocken. Ich bin da ziemlich krass unterwegs und bange nur bei wenigen Arten von Horrorfilmen mit.
Filme, die Paranormales enthalten, liebe ich, und nur manchmal schrecke ich da zusammen. Paranormal Activity ist da ganz gut, bis auf die letzten Teile, die waren einfach nur zu viel des Guten.
Oder Filme, die mit einer Handkamera gedreht wurden. Die liebe ich, und auch da bin ich eher mit zu erschrecken als bei anderen!
Ob ich an paranormale Dinge glaube? Ja, manchmal schon. Auch wenn ihr es jetzt nicht glaubt, ich erlebte schon mal so etwas Merkwürdiges.
Als ich noch mit Basti zusammenwohnte, wurde ich nachts einmal wach, warum auch immer. Im Raum sah ich dann einen großen Schatten, der sich ein wenig bewegte. Wir wohnten im fünften Stock, und es gab nichts, rein gar nichts, was einen Schatten durchs Fenster warf! Ich griff sofort zur Fernbedienung des Fernsehers und schaltete ihn ein, um ein kleines Licht zu haben. Daraufhin war dieser große Schatten verschwunden.
Gott, es schaudert mich heute noch… Das war echt ein extrem unheimliches Erlebnis, dem mir auch kein Schwein glaubte! Aber von da an ließ ich immer, in jedem Raum, ein kleines Licht brennen. Egal wann, egal wo, egal in welcher Form, es musste immer ein kleines Licht vorhanden sein!

Dann hätten wir da noch das liebe Geld, was mich dauerhaft stresste.
Egal wie viel man arbeitete, es reichte immer nur, dass man gerade so überlebte. Vielleicht war auch mal ein Ausflug drin, was uns aber spätestens am Ende des Monats in die Hölle führte. Dabei wollte man einfach nur mal etwas Schönes unternehmen und dem Kind ein tolles Erlebnis bieten.

Und Teddy…
Von allen Seiten wurde gedrängt, dass mein Kind noch nicht richtig sprechen konnte und warum er noch eine Windel trug. Warum er noch nicht zeichnen konnte, Zahlen aussprach, und die Wurzel ausrechnen konnte.
Falls ihr euch erinnert, war Teddy ein Frühchen. In unseren Augen brauchte er für manche Dinge halt ein kleines bisschen länger als andere Kinder. Ein Frühchen zu sein ist keine Entschuldigung, aber das wird auch oft vergessen.
Im Oktober wurde er geboren, im Dezember sollte er eigentlich kommen. Oftmals holte er manche Dinge urplötzlich auf und war sofort ein Meister darin, wie zum Beispiel im Laufen. Erst mit etwa eineinhalb Jahren fing er urplötzlich an zu laufen, wo viele sich vorher schon riesige Sorgen machten. Das gleiche auch mit dem Reden. Erst scheint es, als wenn er niemals ein Wort sprechen würde und urplötzlich brabbelte er wie ein Weltmeister.

Alle Kinder sind unterschiedlich und jedes hat sein eigenes Tempo. Es gibt nicht viele Fälle, wo spezielle Unterstützung tatsächlich notwendig ist. Zumindest sehe ich das so!
Also gaben wir Teddy auch die Zeit, die er brauchte. Kaum ging er in den Kindergarten, lernte er unheimlich viel dazu! So wird es also auch mit dem Sprechen oder dem Windelfrei sein! Er wird es schon irgendwann schaffen, da wollten wir einfach keinen Druck machen, der kommt schließlich schon genug von außen.

Im Ernst. An alle Eltern, die hier mitlesen. Lasst euch nicht so viel von anderen beeinflussen, dass euer Kind nicht schnell oder gut genug ist in etwas! Einen Rat von Spezialisten zu holen ist nie verkehrt, aber oft eher unnötig. Eure Kinder sind immer richtig, egal wie weit sie sind. Alles braucht seine Zeit!

Dann dieser Stress mit meiner Gesundheit.
Alles Einbildung, oder eine echte Krankheit?
Und natürlich nicht zu vergessen den Stress, den ich mir selbst mache, im Bezug auf Henry. Oder auch diese große Sehnsucht nach einer liebevollen, echten Familie sowie einem Mann meines Herzens.

Und zu guter Letzt hätten wir da noch meine Schulden, die mich wieder einholten.
Ich ließ sie allerdings dummerweise noch höher steigen, als nötig gewesen wäre. Okay, nötig ist eher eine Ansichtssache.

Ihr erinnert euch, dass ich sehr schnell viele Kilos verlor? Nun, was braucht man dann? Richtig, neue Kleidung. Und wenn man das Geld auf einen Schlag nicht übrig hat? Dann bestellt man online.
Ich erstellte mir ein erneutes Abo bei Fabletics und bestellte mir neue Hosen, zahlte dieses Abo jedoch nicht. Zumindest nicht nach der zweiten Abbuchung. Total bescheuert und dumm, ich weiß. Aber eine andere Wahl blieb mir nicht, auch wenn das nur wie eine Ausrede klingt.

Aus XXL wurde XXS, und niemand schenkte mir Kleidung oder gab mir das Geld dafür. Nicht einmal der Vaterstaat, obwohl so viele andere für diesen Zweck Geld bekamen.
So kamen also noch zusätzliche Summen oben drauf, die ich hoffentlich irgendwann einmal abzahlen kann, ohne ins Gefängnis zu wandern.

Liebe Leute, lasst euch gesagt sein, dass Schulden etwas wirklich Übles sind. Dein Name ist auf ewig geprägt, bis du jeden Cent, plus heftigen Zinsen, zurückgezahlt hast. Du bist ein Nichts. Und das kann einem das Leben deutlich schwerer gestalten.
Wie gesagt, jeder kommt durch eine andere Art und Weise zu offenen Rechnungen. Manche durch Krankheit, manche durch eine Trennung, eigene Dummheit und so weiter. Auch geht jeder anders mit Schulden um. Es gibt Leute, die ihr Bestes dafür tun, sie abzubauen, und dann gibt es Leute, die sie versuchen zu verdrängen, so wie ich.

Auch dafür würde ich irgendwann heftige Konsequenzen spüren…
Und ja, für all diesen Stress bin ich auch selbst verantwortlich! Es könnte alles anders sein, nur dieser Mut, all das zu ändern, der fehlte noch.

 

 

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