Habt ihr schon einmal an Hunger gelitten?
Ich rede nicht von: „Du hast stundenlang nichts gegessen, weil du keine Zeit hattest.“
Sondern von: „Du hast einfach keinen Cent mehr übrig.“

Es ist wirklich furchtbar, wenn man unter Hunger leidet. Auch ich steckte bereits mehrfach in solch einer Situation. Manchmal war es meine eigene Schuld, reine Dummheit, manchmal jedoch nicht. Aber auch das ist wieder Ansichtssache. Und wenn ich dann endlich wieder Geld für Lebensmittel zur Verfügung hatte, war ich der glücklichste und dankbarste Mensch auf der Welt.

Das erste Mal, als ich wirklich unter Hunger litt, aber mir einfach nicht mehr ein sechser Pack Aufbackbrötchen für dreißig Cent leisten konnte, war in meiner ersten Ausbildung, die ich abbrach. Dabei verdiente ich nicht so schlecht wie andere. Ihr erinnert euch? Sechshundert Euro pro Monat. Nun, zu dieser Zeit dachte ich eher weniger an Essen, sondern eher ans Feiern und Trinken. Später kamen noch Zigaretten dazu.
Ich war achtzehn, als ich mit dem Rauchen anfing. Zuerst nur, weil ich im Club immer welche angeboten bekam und kurz danach einen krassen sogenannten Nikotinflash hatte. Ich wollte diesen Flash vermeiden, also fing ich in meiner Freizeit an, mit dem Rauchen. Später wurde es dann eher zur Gewohnheit. Ich war nie wirklich abhängig davon, auch wenn es keiner glaubt. Ich nutzte das Rauchen, um extra Pausen zu bekommen oder um eben die Wartezeit auf den Bus zu überbrücken. Also eher als Beschäftigungstherapie, als wirklicher Drang. Ja, ein wenig Lust darauf hatte ich auch, aber nicht unbedingt, weil es mir schmeckte. Irgendwann war es einfach nur noch eine „Fünf-Minuten-Auszeit“, besonders dann, wenn ich voller Wut war oder einfach einen Moment fliehen musste, um in meiner eigenen Welt zu sein.

Danach litt ich einmal an Hunger, weil ich so dumm war und lieber meinen Ex-Freund mit Zigaretten versorgte, als etwas zu essen zu kaufen. Zu der Zeit entstanden auch meine Schulden. Nennen wir es auch mal eigene Dummheit, aber ich hatte kaum eine andere Wahl.
Als ich, wie einige Male, bei meinen Eltern auszog und zu Basti zog, hatte ich nichts bei mir außer das, was ich an mir trug und das, was sich in meiner Handtasche befand. Nun, was tat ich? Ich bestellte mir Kleidung und Schuhe auf Rechnung. Warum? Na ja, ich kam an mein Hab und Gut nicht heran! Meine Eltern verweigerten mir, meine Sachen abzuholen, darunter auch meine Kleidung.
Die Tage wurden kälter, und ich brauchte dringend meine Sachen, aber ich bekam sie nicht. Meine zweihundert Euro Timberlands? Futsch! Die teuren Airmax? Futsch! Meine hundert Euro Jacke? Futsch! Diese Dinge kaufte ich mir, als ich noch in der ersten Ausbildung war. So bestellte ich mir also Kleidung auf Rechnung mit der Ausrede: „Wenn ich demnächst wieder arbeite, kann ich sie ja bezahlen.“ Ha! Natürlich zahlte ich sie nicht… Lieber versorgte ich Basti und mich mit Zigaretten oder ließ mich für einen teuren Burger überreden. Man gönnt sich ja sonst nichts!
Ob ich zu der Zeit viel rauchte? Oh nein! Aber Basti machte meine Schachtel leer, sobald ich nach Hause kam, und somit musste ich mir täglich eine neue kaufen. Tja, so stiegen also die Mahnkosten meiner offenen Rechnungen. Aus zwanzig Euro wurden ganz schnell achtzig Euro, aus zweihundert Euro wurden flott dreihundert Euro.
Außerdem besorgte ich mir zu meinem achtzehnten Geburtstag ein iPhone. Pünktlich auf den Tag genau holte ich mir dieses super coole Handy mit einem mega geilen Vertrag. Und als ich die Ausbildung abbrach, woran dachte ich am aller wenigsten? An diesen Vertrag und die monatlichen Kosten. Ja, okay, irgendwie wusste ich, dass es mir Schwierigkeiten brachte, aber ich hatte so ein verlockendes Dispo auf meinem Konto und verdrängte somit diese Kosten.
Gleiches passierte mit meiner monatlichen Fahrkarte.

Als ich dann mit der zweiten Ausbildung begann, stapelten sich die Rechnungen immer höher. Ich ließ es mir schönreden von Basti, dass ich Ewigkeiten Zeit hätte, sie zu bezahlen. Er hatte schließlich tausende Euros offen, an viele verschiedene Gläubiger, und wurde auch nach vielen Jahren immer noch nicht dafür belangt. Aber es dauerte nicht lange, da bekam ich einen netten Brief von der Polizei, weil ich die so schön gelb verpackten Briefe ignorierte. Sollte ich bis zum genannten Datum nicht beim Termin erscheinen, würde ein Haftbefehl erteilt werden. Also, während Basti über Jahre hinweg nicht belangt wurde für seine offenen Rechnungen, musste ich bereits nach einem halben Jahr antanzen und eine Eidesstattliche Versicherung ablegen. Ja, natürlich war das richtig gewesen! Aber irgendwie war es auch absolut ungerecht!
Ich fuhr also in das private Haus der Gerichtsvollzieherin, welches von oben bis unten vollgestopft war mit unglaublich teuren Maschinen und Dingen, um zu unterschreiben, dass ich ein Nichts bin und keinerlei Rechnungen zahlen konnte. Habt ihr eine Ahnung, wie groß meine Angst war? Ich log sie an und behauptete, dass ich kein Handy besaß, als sie diese Frage stellte. Natürlich hatte ich eins, sonst hätte ich auch gar nicht hergefunden! Ich schaltete es auf Stumm und versteckte es in meiner Tasche. Als Siri plötzlich losging, warum auch immer, rutschte mir das Herz in die Hose, und mir wurde speiübel. Ich hatte solche Angst, dass sie es mir abnehmen würde, um einen Teil der Schulden zu begleichen. Ohne mein Handy wäre ich absolut aufgeschmissen gewesen. Dieses Gefühl kennt ihr bestimmt! Man ist heutzutage beinahe abhängig von seinem Handy und kommt kaum noch ohne eins klar.
Na ja, als ich unterschrieb, hatte ich fürs Erste zwei Jahre Ruhe. Sollte sich etwas an meiner finanziellen Situation ändern, müsste ich dies angeben, und dann würde erneut geschaut werden, ob ich in der Lage wäre, meine Schulden zu begleichen. Aus Angst gab ich niemals eine finanzielle Änderung bekannt. Ich hatte furchtbare Angst, dass man mir jeden Cent abnehmen würde, und ich dann nichts mehr zum Leben hätte. Ich war schon sehr knapp bei Kasse, weil ich Basti ewig mit durchfüttern musste. Ich konnte froh sein, dass ich auf der Arbeit kostenloses Essen und Getränke bekam! Ohne das wäre ich längst verhungert.
Bastis Mutter verlangte später auch noch einen Teil Miete. Somit waren von meinen nicht mal dreihundert Euro Ausbildungsgehalt nur noch etwa hundert Euro übrig. Davon musste ich aber auch wieder eine Fahrkarte bezahlen und natürlich das ach so tolle Rauchen, sowie andere Extras.

Als ich bei meinen Eltern auszog, um bei Basti und seiner Familie zu wohnen, hatte ich noch einige DVDs von ihnen im Besitz. Da ich dringend Geld brauchte, versuchte ich diese zu verkaufen. Sie ließen sich ersetzen, sobald ich wieder Geld verdiente – so dachte ich zumindest in diesem Moment und es war auch meine Absicht!
Schnell bekam meine Familie davon Wind, und als Folge zeigten sie mich an wegen Diebstahls. Diese Anzeige riss mir den Boden unter den Füßen weg. Wie konnte man sein eigenes Kind anzeigen, wegen ein paar DVDs? Ich konnte es einfach nicht wahrhaben, zu schockiert war ich. Okay, ja, es war ihr Eigentum, aber ich brauchte dringend Geld zum Leben und besaß wie gesagt nur das, was ich an mir trug, und diese Filme. Natürlich verstand ich im Nachhinein, warum sie mich anzeigten, aber dennoch finde ich es unterste Schublade. Es ist ja nicht so, als hätte ich weiß Gott was Schlimmes getan, dass so eine Anzeige gerechtfertigt war.
Ich ließ daraufhin eine Nachricht an meine Eltern zukommen. Im Austausch gegen die Filme wollte ich mein Hab und Gut haben, welches sie mir so lange verwehrten. So sprach ich es auch mit der Polizei ab. Gott sei Dank bekam ich ein paar meiner Dinge zurück, aber nicht das, was ich eigentlich brauchte. Komischerweise waren die besten Sachen nicht dabei und angeblich verschwunden. Ich spreche hier von den Timberlands, den Airmax und meiner schönen Jacke.
Eben das, was ich dringend brauchte. Überwiegend bekam ich nur Dinge aus dem Keller. Unterlagen, die ich nicht benötigte, einen Ordner, worin ich meine ganzen Zeichnungen abheftete, und viele andere Dinge, die, wie gesagt, eher unnötig waren. Aber gut, es war immerhin besser als nichts.
Irgendwie bekam ich auch häufig ein schlechtes Gewissen, weil ich sie so oft verletzte mit meinen Handlungen. Ich habe immer noch den Blick meines Vaters in meinen Augen, als er mich ansah, als ich ein letztes Mal an die Tür klopfte. Es tat mir in der Seele weh, dass ich sie so verletzt habe, aber ich musste es einfach tun. Wie gesagt, ich hatte meine Gründe. Ich wollte einfach endlich anders leben. Ich reagierte ihnen gegenüber eiskalt, egal um was es ging. Das ist ebenfalls ein automatischer Schutzmechanismus von mir. Je kälter ich bin, desto schlechter geht es mir innerlich.

Meine Schulden häuften sich immer mehr und mehr. Ich bereute es zutiefst, Dinge bestellt zu haben, obwohl ich gar kein Geld dafür hatte. Ich war dumm und naiv, damit musste ich zurechtkommen und sie bei der nächsten Gelegenheit endlich ausgleichen. Kauf auf Rechnung kann sehr verlockend sein…
Die Gelegenheit, alles zu bezahlen, kam auch ziemlich schnell auf mich zu. Doch was tat ich? Ich ließ mich erneut belabern von Basti, dass wir von diesem Geld viele Dinge tun und kaufen könnten. Ich bekam eine hohe Nachzahlung von der Familienkasse, nachdem ich das Kindergeld für mich beantragte und auf mein Konto laufen ließ. Ich hätte mit diesem Geld meine Schulden endlich ausgleichen können, tat es aber nicht. Zu schön waren die Reden von Basti, dass wir damit so viel tun könnten.
Tja, was soll ich sagen… Eigene Dummheit eben.
Nach meiner abgeschlossenen Ausbildung bekam ich das erste Mal in meinem Leben über tausend Euro, in Form von Gehalt, auf mein Konto überwiesen. Was tat ich? Wieder beglich ich nicht meine Schulden. Warum? Ich kann mich nur wiederholen: falscher Freundeskreis. Und wieder eigene Dummheit.
Und dann wurde ich krank. Das Geld war oft ziemlich schnell verschwunden. Später bekam ich heraus, dass Basti unser Geld in die Spielhalle steckte. Schließlich hätte sein Bruder auch schon total oft etwas gewonnen, da hätte er bestimmt auch so viel Glück. Ha ha. So verspielte er also haufenweise Geld, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.
Immer wieder dachte ich im Hinterkopf, warum ich überhaupt mit so einem Menschen zusammenwohnte. Ich sagte euch ja bereits, dass ich eigentlich immer darauf hoffte, er würde sich wieder ändern. Es ist kaum zu glauben, aber am Anfang war er wirklich ein riesiger Engel. Er war extrem aufmerksam, zeigte mir stets, wie sehr er mich liebte und war immer für mich da. Warum es sich schlagartig änderte, kann ich euch nicht sagen, ich weiß es nicht. Immer wieder machte ich mir selbst Vorwürfe, warum zur Hölle ich nicht endlich abhaute und mein Leben in den Griff bekam. Auch wenn es mich extrem belastete, versuchte ich das Beste daraus zu machen. Ich wollte einfach nur die Ausbildung beenden und dann meine Schulden begleichen.

Es gab auch Zeiten, in denen ich Geld gestohlen habe. Es fing schon an, als ich ein kleines Kind war. Hätte ich manchmal nicht gestohlen, wäre ich längst verhungert. Ja, natürlich hätte ich mir Hilfe holen können, anstatt zu stehlen. Aber wie ich bereits in einem meiner Kapitel erwähnte, bin ich nicht gerade gut darin, um Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen. Ich wollte verdammt noch mal alles alleine schaffen! Mit Hilfe anderer würde ich nicht stolz auf mich sein! Ja, bla bla, es ist nie verkehrt Hilfe anzunehmen, bla bla bla… Jeder tickt da nun mal anders.
Ich lernte erst mit der Zeit, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man einfach mal Hilfe annimmt. Besser spät als nie!

Auch mit Ean an meiner Seite wurde das Thema Geld nicht wirklich besser. Ehrlich gesagt, ich weiß oft einfach nicht, woran genau es lag. War das wieder ein Fluch, den ich mit mir schleppte? Immer wenn man glaubte, jetzt klappt es endlich mit dem Geld, kam wieder irgendetwas Unerwartetes, das uns blank zog. Wie zum Beispiel die hohe Nachzahlung, die wir bekamen. Wie oft hatten wir bereits in der Mitte des Monats kein Geld mehr und mussten irgendwie zusehen, wie wir an Lebensmittel kamen. Wie oft saß ich da, aß zwar mein Brot, aber wurde tagelang annährend nicht satt. Ewig ein Loch im Magen, doch dieses Loch zu füllen war einfach nicht drin. Versteht mich nicht falsch, unser Sohn hatte immer genug! Ebenso der Hund! Lieber hungerten wir, als dass es den beiden an Essen fehlte.

Viel zu oft habe ich Hunger, den ich einfach nicht stillen kann. Viel zu oft sehe ich ein leckeres Brötchen, das nicht mal einen Euro kostet, aber welches ich mir einfach nicht leisten konnte. Wie oft starrte ich neidisch andere Menschen an, die gerade genüsslich ihre Pommes von McDonald’s aßen oder einen Kaffee außerhalb tranken. Wie oft sah ich in die Einkaufswagen anderer und war unglaublich traurig und neidisch, dass wir uns nicht einmal die Hälfte von diesem Zeug leisten konnten. Hunger zu leiden ist wirklich eines der heftigsten Dinge, die es gibt…
So drängte es mich damals also zum Stehlen. Später hatte ich zwar häufig die Möglichkeit zu stehlen, brachte es aber einfach nicht mehr übers Herz. Warum ich es nicht übers Herz brachte? Keine Ahnung, ich konnte es einfach nicht. Wie gerne hätte ich mein wohlverdientes Trinkgeld eingesteckt. Ich hätte mir von diesem Geld vieles kaufen können, aber es ging einfach nicht! Selbst wenn ich Geld auf dem Weg fand, das einem Menschen vor meiner Nase runterfiel, konnte ich es nicht einstecken, auch wenn die Person es gar nicht gemerkt hätte. Irgendetwas hielt mich einfach davon ab, solche Dinge erneut zu tun.

Und soll ich euch mal was sagen? Selbst wenn ich noch so arm dran war, wenn mich jemand um einen Euro bat oder um ein Stück vom Brötchen, sagte ich niemals nein. Niemals!
Aber wenn ich mal jemanden fragte, wurde es verneint. So etwas bricht mir das Herz. Selbst wenn jemand für seine Situation selbst verantwortlich ist, kann man ihm unter die Arme greifen.

Mal ehrlich… Ean ging Vollzeit arbeiten, ich hatte einen Teilzeitjob, und zusätzlich putzte ich am Wochenende. Später bekam ich noch einen dritten Job. Doch trotzdem fehlte uns häufig das Geld, um irgendetwas zu bezahlen. Diese verfluchten Rechnungen… Immer wieder flatterten neue ins Haus, und es nahm kein Ende. Wir konnten unglaublich froh sein, dass der Kindergarten in unserem Bundesland kostenlos war, bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Dort Mittagessen sollte Teddy nicht. Ich wollte einfach nicht, dass ich durchgehend für mich alleine kochte. Es würde sich einfach nicht lohnen. Wie oft waren wir mit dem Strom im Rückstand. Wie oft drohten sie uns, diesen abzustellen. Irgendwann war unser einziger Ausweg, Ean als ausgezogen zu melden und mich stattdessen beim Stromanbieter anzumelden. Wenigstens war man dann für eine kurze Zeit auf Null. Das ermöglichte uns wenigstens ein paar Monate ein wenig mehr Essen auf dem Tisch.
Vielleicht lag dieses Geldproblem auch einfach nur an mir. Manche sagen, ich sei sehr verschwenderisch. Nun, dem stimme ich zum Teil zu.
Verurteilt mich bitte nicht, aber ich habe so manche kleine „Regeln“, was Lebensmittel betrifft.
Wenn die Milch länger als drei Tage geöffnet ist, kommt sie in den Abfluss. Wenn Wurst oder Aufstrich länger als vier Tage geöffnet ist, kommt sie in den Müll, oder ich esse sie nicht mehr. Säfte wandern bei mir spätestens am zweiten Tag in die Tonne. Brot bleibt ebenfalls maximal drei Tage geöffnet liegen und geht dann in den Müll.

Doch diese, nennen wir es mal Komplexe, auch dafür habe ich einen Grund. Nicht nur den Grund, dass ich fürchterliche Angst vor Übelkeit und Erbrechen habe, sondern einen triftigen und eher traurigen Grund.
Als Kind hatten wir häufig verschimmeltes Brot zuhause. Das Brot schimmelte, weil es eigentlich keiner aß, außer meine Mutter. Wir anderen mochten dieses Brot einfach nicht, welches sie sich immer wünschte, weil es ja so gesund war. Wir liebten eher Toast, aber weil es so ungesund war, gab es das nicht besonders häufig.
Noch mal betont: Es ist meine Sicht der Wahrheit! Es kann durchaus sein, dass es gar nicht so oft verschimmelt war, wie ich es in Erinnerung habe.
Laut den Aussagen meiner Familie stimmt das mit dem verschimmelten Brot auch absolut nicht. Ich kann mich aber sehr genau daran erinnern, wie oft ich in verschimmeltes Brot gebissen habe. Es war natürlich keine Absicht, dass so etwas passierte, aber wenn abgepacktes, bereits geschnittenes, Brot länger wie eine Woche herumlag, wird es halt schimmlig. Auch mir ist das schon mal passiert, weil ich einfach vergaß, dass wir noch Brot im Schrank hatten.
Na ja, demnach bin ich halt lieber vorsichtig und verschwenderisch, als dass man sich in meinem Haushalt eine Lebensmittelvergiftung einfängt. Es ist mir einfach wichtig, dass immer alles frisch ist!
Natürlich habe ich für mein „Verschwenden“ aber auch einen Mittelweg gefunden. Häufig kaufte ich diese Frühstücksbüffet-Packungen, anstatt eine große! Irgendwann war mein Sohn auch so weit, dass eine Wurstpackung innerhalb zwei Tagen leer gefuttert war. Somit wurde dieses Problemchen auch gelöst. Ean isst nicht wirklich häufig Brot. Teddy bekommt täglich etwas mit in den Kindergarten, und auch ich gewöhnte mir an morgens ein bisschen zu frühstücken. Und grundsätzlich gibt es ein großes Frühstück am Sonntag. Jeden Sonntag, ausnahmslos! Mit schön vielen Brötchen! Und was bei mir niemals fehlen darf, ist Thunfisch! Ohne Thunfisch gibt es auch kein Sonntagsfrühstück!
Aber was dieser ganze Mist irgendwann kostete, war schon echt brutal. Für unser Sonntagsfrühstück zahlten wir teilweise dreißig Euro! Für ein paar Aufbackbrötchen und Aufschnitt! Mittagessen wurde auch immer teurer. Selbst wenn wir kein Fleisch oder Fisch dabei hatten, kostete eine Mahlzeit rund sechs Euro. Wenn dann Fleisch oder Fisch mit dazu gehörte, lag man schon bei fast zwanzig Euro. Das war doch nicht mehr normal!
Manche fragten uns, wo unser erspartes Geld wäre, wenn wir uns durchringen mussten, uns Geld zu leihen.
Ehrlich Leute, es war doch kaum noch möglich zu sparen. Wovon, wenn das Geld schon Mitte des Monats leer war? Selbst eine Packung Nudeln kostete schon fast einen Euro! Man soll frisch kochen, viel Fleisch, Gemüse und Fisch essen? Kaum noch möglich! Selbst das Gemüse wurde unfassbar teuer!

Und Leute, kommt mir jetzt nicht mit: „Hör auf zu rauchen, dann hast du das Geld übrig.“
Das soll jetzt keine Ausrede sein, aber so viel rauchte ich zu der Zeit nicht! Ich bemühte mich auch oft genug, einfach noch weniger zu rauchen, weil es ja eigentlich gar nicht nötig war.
Aber immer wieder brauchte ich schleunigst meine fünf Minuten Ruhe, ehe ich platzte, oder durchdrehte. Wie gesagt, oft war es einfach nur mal eine kurze Auszeit für mich. Einmal kurz mit meinen Gedanken ganz alleine sein! Allerdings, je schwieriger eine Situation wurde, desto mehr rauchte ich dann. Während ich dann auf dem Balkon saß, spielte mein Schädel verrückt. Ich sagte mir selbst immer wieder, dass ich ein grausamer Mensch war, weil ich lieber meine letzten Euros für Zigaretten, als für Lebensmittel verwendete. Ja, es war, ist und bleibt auch immer eine dumme, fürchterliche Entscheidung! Aber ich weiß, es kommt der Tag, an dem ich diese Dinger sofort in den Müll werfe.
Zurück zum Sparen.

Vielleicht war ich auch einfach nicht in der Lage zu sparen. Vielleicht wusste ich auch einfach gar nicht so genau, wie man spart.
Bisher habe ich es erst ein einziges Mal geschafft, tatsächlich Geld zur Seite zu legen und es nicht anzurühren, bis ein gewisser Zeitpunkt kam. Das war zu meinem ersten Brief an Henry. Ich wusste, dass der Versand teuer werden würde und ich wollte auch unbedingt eine Verfolgungsnummer haben. Okay, die Summe davon mag jetzt für manche von euch nicht hoch klingen, aber für uns war es quasi eine Woche Mittagessen. Vierundzwanzig Euro zahlte ich für diesen Brief, als ich ihn versendete. Zusätzlich über zwanzig Euro, um ihn binden zu lassen. Das war das erste Mal, dass ich es tatsächlich schaffte Geld zu sparen. Ich war furchtbar stolz auf mich, dass ich es durchzog und nichts davon berührte, bis ich den Brief absendete.

Aria und Noah sparten ja einmal für mich, wofür ich auch sehr dankbar war! Ich sah das Geld nicht und vergaß es beinahe. Hätten sie es damals nicht erwähnt, dass das meine Kaution für die WG sein könnte, hätte ich dieses Geld vergessen!
Irgendwie fürchtete ich, dass ich einfach absolut nicht in der Lage war zu sparen. Wenn ich mal ein paar Euros beiseite legte, nahm ich mir am Ende des Monats doch etwas davon. Und sei es nur für eine Packung Schokoriegel gewesen.

Eigentlich war die Abmachung mit Ean, dass er sich um die Rechnungen kümmert und ich dann alles rundum den Haushalt übernehme. Lebensmittel, Hygieneprodukte und so weiter. Aber irgendwie klappte das nicht so ganz. Immer wieder musste er am Ende des Monats einspringen. Auch wenn ich extrem vorsichtig mit dem Geld umging und keinerlei Extras kaufte.
Ich spähte auch immer wieder mal kleine Tricks aus, wie man sparte. Sei es die Variante jedes zwei Euro Stück direkt ins Schwein zu werfen, oder für jede Waschmaschine fünfzig Cent beiseite zu legen. Das klappte mal mehr, mal weniger gut. Immer und immer wieder ging ich dann doch an mein Beutelchen ran, worin ich Geld versteckte. Das war wirklich erbärmlich!

Auch mit Ean gab es durchaus mal kleine Geldsegen, woraufhin wir dumm handelten. Wir verkauften unser Auto, weil er von seinem Job einen Firmenwagen bekam. Und was machten wir mit dem Geld? Wir gingen Einkaufen und hatten wunderschöne Ausflüge!

Ich weiß nicht, wie ich euch das beschreiben soll, aber mich überkommt ein unbändiges Gefühl, wenn ich plötzlich mehr Geld in der Tasche habe. Das Gefühl, dass ich endlich normal leben konnte, auch wenn es nur für einen kurzen Moment war.
Einmal einkaufen, ohne auf den Preis zu schauen, und zu nehmen, worauf auch immer man Lust hatte. Einmal einen Ausflug machen und jedes einzelne Fahrgeschäft nutzen, jeden Spielautomaten plündern, jeden Crepéstand ausprobieren.

Einmal leben, wie ein normaler Mensch! So, wie es sich jeder leisten können sollte!
Und schwupps, war das Geld auch schon wieder weg.

Ganz ehrlich, ich glaube, das hat bei mir auch einfach damit zu tun, dass ich grundsätzlich eigentlich nicht gewohnt war, normale Summen zur Verfügung zu haben. Ich hatte irgendwie Angst, dass mir das Geld weggenommen werden würde, wenn ich es nicht selbst ausgab.

Wie ich in meiner abgeschlossenen Ausbildung verdiente, erzählte ich ja bereits. Danach hatte ich zwar ganze drei Monate lang über Tausend Euro auf meinem Konto, aber danach nur zwischen vierhundert und neunhundert Euro. Wovon ich auch noch meine eigenen Rechnungen zahlte, wie mein Handy, World of Warcraft oder auch meine Medikamente. Für meine Medikamente zahlte ich mal mehr, mal weniger. Mal waren es über hundert Euro im Monat, mal keine zwanzig Euro. Je nachdem, wie sehr ich sie brauchte. Letztendlich blieb einfach nie viel übrig.
Aber auch das bekomme ich irgendwann in den Griff! Denn das steht auch auf meiner Wunschliste, beziehungsweise meiner Träumeliste. Das, und noch vieles anderes.

Meine Wünsche…

„Wann hörst du auf zu schreiben?“
Diese Frage kam häufiger auf. Im Ernst, ich weiß es noch nicht so genau. Theoretisch soll diese Schreiberei hier erst enden, wenn ich an meine Ziele angekommen bin. Das hauptsächliche Ziel kennt ihr bereits – ein Treffen mit Henry. Doch eigentlich habe ich mehrere Ziele. Ziele, die ich erreichen will und euch hiermit an dem langen, verdammt steinigen Weg teilhaben lasse.

Vom Prinzip her habe ich ziemlich viele Wünsche und Träume, nicht nur mit Henry. Ich würde gerne irgendwann meine eigene Modelinie herausbringen. Ich würde gerne wieder viel mehr nähen, und das aber professionell. Ich würde auch gerne wieder Tanzauftritte haben. Auch würde ich gerne beruflich meine künstlerische Ader im Bereich Zeichnen ausleben. Und dann habe ich noch ein paar Wünsche, wie Motivationscoach sein oder Fitnesstrainerin. Oder liebend gerne würde ich mein eigenes kleines Café eröffnen. Ich würde auch zu gerne in die Schauspielerei einsteigen oder mal Gesangsunterricht nehmen sowie einige Instrumente spielen.

Das sind viele Wünsche, auf die ich hinarbeite. Doch hin und wieder muss ich mich selbst bremsen, weil ich weder alles gleichzeitig in Angriff nehmen kann, noch dass ich alles so schnell erreichen werde, so wie ich es gerne hätte.
Manche dieser Wünsche entstanden aus Frust und Verzweiflung.
Grundsätzlich finde ich so gut wie nie Kleidung, die meinem Geschmack entspricht. Die ganzen Designs, die in den Läden zu finden sind, sind weder schön noch erfüllen sie ihren Zweck. Es geht größtenteils nur noch ums Aussehen, aber selten um den Sinn dahinter. Wobei ich mich wirklich frage, wer diese Dinge tatsächlich schön findet…
Ich sprach dieses Thema schon einmal kurz an.
Bitte, bitte erklärt mir mal den Sinn hinter einem bauchfreien, dicken Strickpullover. Es geht einfach nicht in mein Hirn hinein, warum man fast ausschließlich bauchfreie dicke Pullover im Winter in den Läden findet. Bin ich die einzige, die im Winter friert? Wohl kaum!
Ja, klar, könnte sehr sexy aussehen, wenn es die richtige Person trägt, schon klar! Aber geht es heutzutage wirklich nur noch ums Aussehen und nicht darum, dass es auch nützlich sein könnte?
Und wenn ich dann mal Pullover finde, die vom Schnitt her meinem Geschmack entsprechen, sind sie mit irgendwelchen hässlichen Motiven oder Logos bedruckt. Versteht mich nicht falsch, es gibt bestimmt viele Menschen, die so etwas mögen. Aber müssen deshalb andere Leute leer ausgehen?
Das, was in den Läden heutzutage präsentiert wird, wird nicht so viel gekauft, wie die Läden es gerne hätten.
Warum kaufen die meisten eher online ein? Weil sie im Laden nebenan nichts Vernünftiges mehr finden. Natürlich auch aus Bequemlichkeit.
Wenn ich Pullover suche, die lang und dick sind, ohne jeglichen Aufdruck, dann schaue ich online und werde auch fündig.
Gleiches Spiel mit Kleidern im Sommer. Wer bitte denkt sich diese Maßen aus, in denen die Kleider sind? Gibt es nur noch Frauen, mit unglaublich riesigen Brüsten, aber einen Arsch in der Größe eines kleinen Kindes? Natürlich gibt es das auch anders herum. Brustgröße eines Kindes und die Breite eines Elefantenarschs.
Ehrlich, habe ich einfach so bekloppte Maße, dass nichts, rein gar nichts passt, was im Laden hängt?

Auch in Thema Hosen. Ich trage niemals eine Jeans! Warum? Fragt mal die, die die sich die Maßen dafür aus der Nase ziehen. Grundsätzlich trage ich Leggings. Aber nicht irgendwelche, nein. Ausschließlich von der Marke Fabletics. Ich probierte mich über Jahre hinweg durch verschiedene Läden und Marken, doch keine saß so perfekt wie die von Fabletics. Und wenn doch mal eine sehr gut saß, war sie nach dem fünften Waschgang durchsichtig.
Ich verstehe es nicht. Ist es wirklich so schwer, der tatsächlich gewünschten Maße ein Kleidungsstück herzustellen? Wie viele Frauen sehe ich in Kleidung, die eigentlich gar nicht richtig passt. Ich kann doch wirklich nicht die einzige sein, die es stört!
Letztendlich weiche ich dann überwiegend einfach auf XXL Pullover aus der Herrenabteilung und meine Lieblingsleggings aus. Warum aus der Herrenabteilung? Habt ihr mal den Schnitt von den Damenpullovern gesehen? Ist das tatsächlich bequem für euch?

Eine einzige Jeans besitze ich, im Boyfriend-Look. Wenn es warm draußen ist, trage ich sie gerne, im Winter jedoch nicht. Ich bin so merkwürdig, dass ich in Jeans deutlich mehr friere, als in einer Leggings. Kann mir irgendjemand erklären, warum das so ist? Ich habe darauf echt keine Antwort! Und nein, ich werde definitiv keine Strumpfhose oder Leggings unter der Jeans tragen! Unbequemer geht es ja wohl kaum!

Na ja, jedenfalls schwebte mir schon viele Jahre der Gedanke durch den Kopf, meine Kleidung einfach selbst zu nähen, anstatt mich nur darüber aufzuregen.
Durch Eans Mutter bekam ich eine Nähmaschine und viel Zubehör. Da ich zu feige und auch zu faul für einen Nähkurs war, benutzte ich einfach meine Fantasie und probierte herum. Ich kaufte nur sehr wenig Stoff, weil der zum nur austesten schlichtweg zu teuer war. So nahm ich also alte, nicht mehr gebrauchte T-Shirts, Hemden, Bademäntel und Pullover. Ja, so einiges musste sterben, weil ich es vermasselte, aber ich lernte bei jedem Versuch neu dazu. Zwischendurch musste ich tatsächlich auch Videos über YouTube ansehen, um bestimmte Ecken zu nähen, oder auch den sogenannten Zwickel. Beim Zwickel hatte ich am meisten Probleme, alles andere bekam ich ziemlich gut hin, dafür dass ich so etwas nie gelernt hatte.
Ich bekam sogar großes Lob von Eans Mutter. Sie nähte schon ihr halbes Leben als Hobby und hatte viele Tricks auf Lager. Sie betonte, dass sie noch nie jemanden gesehen hat, der ohne jeglichen Kurs so etwas nähen konnte.
Man, habt ihr eine Ahnung, wie toll so ein Kompliment war?
Ich meine, man sah deutlich, dass ich selbstgenähte Kleidung trug, weil noch der ein oder andere Fehler zu sehen war, aber es sah echt gut aus! Bevor ich mich an Kleidung in meiner Größe machte, probierte ich mich herum an Babystramplern und Mützen. Unglaublich einfach, ehrlich!
Einen Pullover? Fand ich persönlich auch super einfach, bis auf den Kragen! Hosen? Ebenfalls sehr leicht, bis auf den Zwickel! Für die Größe eines Babys, kam mir beinahe alles sehr leicht vor. Doch am Ende traute ich mich einfach nicht, diese Dinge meinem frisch geborenen Baby anzuziehen. Meine Arbeit war noch nicht perfekt und mit diesem Wissen kam ich einfach nicht klar. Es musste perfekt sein, bevor Teddy so etwas anzog! Zu klein nähen konnte ich sein Zeug gar nicht. Er selbst war so ultra winzig, dass das gar keine Rolle spielte. Er war gerade mal die Hälfte von einer Babyborn!
Und dann versuchte ich mich irgendwann an größeren Dingen, wie einem Rock. Echt, super easy! Das einzige, was mir Probleme bereitete, war mein Umfang. Ich war einfach nur zu blöd ihn auszumessen. Danach versuchte ich mich an einem dazu gehörigen Oberteil, was schon ein klein wenig schwerer war.

Ihr müsst wissen, am allerliebsten trage ich Zweiteiler. Meine Outfits müssen immer zusammenpassen, sonst fühle ich mich einfach super unwohl. Das hängt aber damit zusammen, weil ich damals so gemobbt wurde, aufgrund meiner Kleider. Ich kombiniere maximal vier Farben am ganzen Körper, andernfalls ist es mir einfach zu viel durcheinander und in meinen Augen nicht schön. Das zusätzlich nervige an der Entscheidung, immer perfekt abgestimmte Kleidung zu tragen war, dass es selten Stücke in der exakt gleichen Farbe gab. Ehrlich, selbst damit wurde ich bisher nur bei Fabletics fündig. Vielleicht kenne ich mich in der Modewelt auch einfach nur zu wenig aus, weshalb ich keine Ahnung habe, wo ich Zweiteiler in der exakt selben Farbe herbekomme… Aber hey, ich lerne nie aus!

Für mein selbstgenähtes Oberteil brauchte ich gute sechs Anläufe. Wie gesagt, ich war einfach zu blöd meinen Umfang auszumessen! Zu dieser Zeit hatte ich noch schöne große Brüste. So kurz nach der Schwangerschaft sehr vorteilhaft! Nicht zu vergessen die ganzen extra Kilos auf der Hüfte, welche ich eher unschön fand. Ich bekam einfach nicht die passende Breite für das Oberteil hin! Letztendlich ließ ich es dann einfach größer als nötig, aber war dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Hosen hingegen waren doch eher ein Problem. Gleiches Spiel, mit dem Ausmessen.

Ich probierte sogar mal das Stricken aus. Aber nach einigen Tagen voller Verzweiflung, weil ich die YouTube-Videos einfach nicht verstand, ließ ich es doch lieber bleiben. Das Nähen musste ich später auch aufgeben. Wieder eine verzwickte Lage, wo wir dringend Geld benötigten. So verkaufte ich also die Maschine und all das Zubehör, und wir hatten im Austausch ein paar Tage etwas zu essen. Aber eins steht fest, ich werde das Nähen wieder in Angriff nehmen! Es wird nur noch eine Weile dauern.

Dann zum Thema Tanzen. Mein Gott, ich liebe es abgöttisch! Tanzen kann so wahnsinnig befreiend sein, das glaubt man oft kaum. Schon von klein auf tanzte ich immer viel und war sehr gut darin. Ich hatte immer wieder Auftritte und zu meiner K-pop-Zeit den Höhepunkt dieser Karriere. Ich weiß nicht genau woran es lag, dass ich es irgendwann aufgab. Vielleicht war mein Leben einfach nur zu deprimierend, um irgendwo mal zu tanzen.
Das änderte sich aber plötzlich wieder, seitdem Henry in mein Leben trat. Mein Gott, ich lebte jeden einzelnen Song, auch wenn ich ihn nicht mochte. Ich liebte es so sehr, endlich wieder zu Tanzen, als würde keiner zusehen!
Gleiches mit dem Zeichnen. Ich liebe das Malen sehr und kann darin unglaublich viel Fantasie ausleben. Das tat ich schon früher gerne! Ich weiß nicht, warum ich damit mal aufhörte. Aber ich glaube, das lag auch einfach daran, dass mein Leben viel zu trüb war. Auch das änderte sich durch Henry. Ich war sogar schwer am Überlegen, ob ich ihn mal versuche nachzuzeichnen, als Geralt. Nicht unbedingt, weil ich ihn so sehr mochte, sondern einfach um zu schauen, ob ich es noch kann!

Die Sache als Motivationscoach ist auf meine Freundin Nicki zurückzuführen. Manchmal sagte sie mir, dass ich sie sehr motiviere und ich das auch beruflich machen sollte. Ähnliche Dinge hörte ich irgendwann auch mal über manche Facebook-Gruppen. Und auch erhoffe ich mir durch das Schreiben hier, einige von euch zu motivieren. Ich meine, jeder hat mal schlechte Tage, ehrlich. Aber manchmal braucht man einfach ein paar motivierende Worte von anderen. Oder man liest sich manche Beiträge durch, wie meine hier, dass es sich immer lohnt zu kämpfen und jeder ein schönes Ende bekommen kann.

Auch die Idee mit einem eigenen kleinen Café.
Ich esse eigentlich eher selten außerhalb, aber wenn, dann bin ich sehr pingelig. Wisst ihr, manchmal sind es die einfachsten Dinge, die sich ein Gast wünscht.

In meiner Ausbildung stand ich auch oft in der Konditorei-Abteilung. Ich selbst produzierte nur die einfachen Kuchen. Zitronenkuchen, Marmor oder einfach nur einen Schokoladenkuchen. Und meine Kuchen gingen deutlich schneller leer, als die anderen. Das lag nicht daran, dass ich nichts anderes konnte! Ich wollte einfach nur der Nachfrage nachgehen.
Die Konditorin haute sehr gerne viele Früchte in Kuchen. Ananas, Melone, Mandarinen und so weiter. Aber wie gesagt, manchmal stehen die Menschen eher auf die einfachen, klassischen Varianten. Leider findet man solche aber heute kaum noch irgendwo. Immer muss es super extravagant sein… Aber hey, vielleicht denke ich ja als Einzige so. Oder mal einen wirklich guten Kaffee, zum vernünftigen Preis. Auch das gibt es kaum noch. Ich selbst habe nur sehr wenige Läden gefunden, wo der Kaffee wirklich gut schmeckt.
Also, auch hier wieder, ich will nicht viel meckern, sondern lieber selbst machen.

Ein paar Instrumente testete ich schon einmal aus. Schello, Geige, Flöte und Klavier. Doch nie hatte ich die Möglichkeit, mich mehr damit zu beschäftigen. Daran schuld war mal wieder das Geld. Der Unterricht dazu kostete halt sehr viel, weshalb ich nie dazu kam. Aber auch das steht auf meiner Liste!
Meine Mutter besorgte sich mal ein Klavier. Ich setzte mich hin und wieder daran und spielte ein wenig. Mein Problem war nur, dass ich keine Noten lesen konnte. Aber auch hierfür gab es YouTube. Und zwei Songs konnte ich ganz gut spielen, dafür, dass ich es mir durch Videos beibrachte! Am liebsten spielte ich „Colorblind“ von Counting Crows. Ich kannte das Lied aus dem Film „Eiskalte Engel“ und finde es sehr berührend.
Aber alle, die Klavier spielen können, denken sich jetzt mit Sicherheit, dass dieses Lied ein Kinderspiel ist. Trotzdem war ich sehr stolz auf mich! Aber nach meinem Auszug hatte ich nie wieder die Möglichkeit zum Klavierspielen.

Und zum Thema Gesang… Hihihi. Wer singt denn nicht gerne? Ich singe auch jetzt gerade, während ich das hier schreibe. Ich liebe es zu singen! Auch wenn ich mich anhöre wie Ed Sheeran in seinen jungen Jahren. Singen kann man aber lernen! Bei manchen Liedern höre ich mich auch ziemlich gut an. Nehmen wir als Beispiel mal „Ich will jetzt gleich König sein“ aus König der Löwen.
Und glaubt mir ruhig, dass ich ein echt hammerharter Kritiker bin, was Gesang betrifft! Ohne Scheiß, ich bin da knallhart! In meinen Augen können heute die wenigsten tatsächlich singen. Also von denen, die heute als „Stars“ bezeichnet werden. Wenn man sie mal live hört, ist es einfach nur schrecklich. Aber auch wenn ich mal krumm singe, hält es mich nicht davon ab! Oft, wenn ich gerade wieder einen sehr fröhlichen Tag habe, stelle ich mir vor, wie ich in dem Moment auf einer Bühne stehen könnte und singen würde, voller Leidenschaft.
Und irgendwann, da sitze ich mal mit Henry im Auto und wir singen lauthals einen Song aus dem Radio mit!
Auch eines meiner Ziele!

Irgendwann werde ich mir all diese Wünsche und Träume erfüllen. Doch manche haben eben höhere Prioritäten als andere.
Der ein oder andere von euch hat bestimmt genauso viele Träume und Wünsche wie ich! Und sei es ein noch so winziger Wunsch, wie am nächsten Tag mit dem richtigen Bein aufzustehen. Alle Wünsche können irgendwann einmal in Erfüllung gehen! Ihr müsst nur fest daran glauben.

Ich gab einst meiner ehemaligen besten Freundin ein Versprechen, welches ich definitiv einhalten werde. Irgendwann kommt der Tag, an dem ich über einen roten Teppich laufe.
Keine Ahnung wann, keine Ahnung ob als Star oder als Assistent, aber ich werde irgendwann dort zu sehen sein! Vielleicht erinnert sich diese Freundin auch daran, dass ich ihr dies versprach, denn ich weiß, dass sie hier mitliest.

 

 

-Änderungen vorbehalten