Ich möchte noch einmal auf das Thema „In allem Schlechten gibt es auch etwas Positives“ eingehen, weil es viele vermutlich stark triggert und es mir einfach auf dem Herzen liegt.

Ja, meine Beispiele dazu sind wirklich ausgesprochen heftig! Es gibt unbeschreiblich viele Dinge auf der Welt, die extrem traurig und schrecklich sind, keine Frage.
Besonders die Themen Missbrauch, Vergewaltigung, Krieg und Krebs möchte ich noch einmal näher beleuchten. Ich möchte nicht behaupten, dass ich große Erfahrung damit gemacht habe, aber ich höre mir gerne die Geschichten anderer an und hatte auch bereits Kontakt mit Krebs, Missbrauch und Vergewaltigung. Gut, vielleicht nicht auf die härteste Art und Weise, wie es bei anderen der Fall ist, aber dennoch sind mir diese Bereiche nicht unbekannt!

Zum Thema Krieg kann ich euch sagen, dass es natürlich ein unfassbar schlimmes Ereignis ist. Doch viele Menschen bekamen dadurch ein weitaus schöneres Leben, als sie sich je erhofften. Städte wurden neu und besser aufgebaut. Auch verhindern Kriege, dass die Erde aufgrund von Überbevölkerung untergeht. So, wie wir die Erde heute kennen, wäre sie nie, wenn es nicht seit Anbeginn unserer Zeit Kriege gäbe.

Gleiches gilt für Krankheiten wie Krebs.
Gäbe es ein Heilmittel für jede Krebsart in jedem Stadium, wäre die Welt überfüllt!

Ja, es ist wirklich furchtbar, wenn jemand an Krebs stirbt oder leidet. Auch ich kannte bereits genug Menschen, die darunter litten und letztendlich daran starben. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu gefühlskalt. Bisher habe ich in meinem Leben erst um drei Tode getrauert, entstanden durch Krankheiten, Unfälle oder schlimme Taten. So ist unsere Natur! Die Natur schafft durch solche Gegebenheiten ihren Ausgleich, und das sollte man nicht verhindern, es sei denn, man möchte unbedingt das Ende unserer Ära herbeirufen.

Nehmen wir als Beispiel die Corona-Pandemie. Kaum gab es einen Impfstoff, veränderte sich dieser Virus, wo der Impfstoff plötzlich nicht mehr die gewünschte Wirkung hatte. Das ist die Natur! Die Natur holt sich zurück, was sie einst hatte. Viele Menschen starben an Corona, noch mehr leiden unter den Folgen. So ist das Leben! Erinnert euch doch mal an alle Pandemien zurück, die in unserer Geschichte existierten. Und dann findet mal heraus, wo diese Krankheiten entstanden! Richtig, an den Orten, wo es am meisten Bevölkerung gibt! Findet den Fehler!

Wie betont, es sind unglaublich schreckliche und traurige Ereignisse! Und die Natur findet immer einen Weg, alles zu bereinigen.

Ebenso beim Thema Missbrauch und Vergewaltigung.

Ich selbst bin zwei beinahe Vergewaltigungen aus dem Weg gekommen. Ich hatte damals einen riesigen Schutzengel an meiner Seite, der mich vor dem Schlimmsten bewahrte.

Das eine Mal war ich gerade auf der Suche nach einer WG. Ich schaltete eine Anzeige, dass ich eine suche, und prompt kamen allerlei Anfragen, wie: „Du darfst bei mir mietfrei wohnen, im Gegenzug erwarte ich sexuelle Dinge.“ Natürlich ging ich nie darauf ein. Doch einmal verhielt ich mich äußerst naiv. Ich befand mich gerade auf dem Rückweg von meiner ehemaligen besten Freundin nach Hause. Es war bereits später Abend, und öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht besonders häufig. Meine Bahn fuhr nicht weiter, weil jemand auf die Gleise gefallen war und erst gerettet werden musste. Das Ganze dauerte über eine Stunde, und letztendlich wurden wir alle gebeten auszusteigen.
Währenddessen schrieb ich mit einem netten Mann, der mir ebenfalls ein Zimmer in einer WG anbot. Von allen war er der Einzige, der keine sexuellen Dinge verlangte. Miete und ein vernünftiges Miteinander waren die einzigen Wünsche. Wir schrieben schon ein paar Tage hin und her und unterhielten uns nett. Ich erzählte ihm, dass ich erst in einigen Stunden zuhause wäre, weil mein Zug nicht mehr weiterfuhr. Also bot er an, mich abzuholen und nach Hause zu fahren. Naiv nahm ich das Angebot an, und er sammelte mich wenige Minuten später ein.
Wir fuhren eine ganze Weile und machten einen kurzen Stopp bei McDonald’s. Im Anschluss fuhr er mit mir an den Hafen, in die hinterste Ecke, wo ab nachmittags kein Mensch mehr zu sehen war.
Wir blickten auf den Fluss, und um uns herum war alles stockdunkel. Irgendwie wurde die ganze Situation unangenehm, aber das hatte ich mir selbst eingebrockt und musste das Beste daraus machen.
Irgendwann fragte er mich aus heiterem Himmel, ob er sich befriedigen dürfte, er hätte gerade fürchterliche Lust darauf. Ich lachte gespielt, voller Angst, und erlaubte es, mit der Bitte, dass er mich dabei nicht einbezieht. Das tat er auch nicht, bis zu einem gewissen Moment. Kurz bevor er zum Höhepunkt kam, fragte er mich, ob er mich berühren dürfte, er wäre gleich soweit. Wieder voller Angst stimmte ich zu. Nebenbei sendete ich meiner besten Freundin heimlich meinen Standort über mein Handy. Vorsichtshalber…
So fing er also an, mir vom Knie an aufwärts zwischen die Beine zu fahren. Es schauderte mich extrem, aber weglaufen war keine kluge Option. Wie gesagt, es war sehr dunkel, und ich hatte nicht wirklich Ahnung, wo genau ich war. Ja, irgendwo am Hafen, aber an diesem Ort war ich erst ein einziges Mal, und das auch nur mittags, wo viel Trubel herrschte. Ich fuhr bisher ein einziges Mal mit dem Bus dorthin und auch zurück. Dadurch wusste ich, wann der letzte Bus dort abfuhr und ab wann sich keine Menschen mehr dort befanden. Außerdem saß ich dort wie angewurzelt und konnte mich kaum rühren…
Kurz darauf ejakulierte er auf meinen Mantel, den ich dann später in den Müll warf. Ja, er beugte sich dazu zu mir herüber!

Seitdem schaudert es mich heute noch, wenn mich jemand an meinem Knie berührt, egal wer es ist und aus welchem Grund. Das war für mich eine extrem traumatische Erfahrung.

Nachdem er fertig war, bedankte er sich noch dafür, dass ich nichts dagegen hatte. Im Anschluss fuhr er mich „nach Hause“. Ich bat ihn, mich an einem speziellen Bahnhof abzusetzen (weit entfernt von meinem wirklichen Zuhause), von dort aus wäre es ein Trampelpfad zur Haustür. Er glaubte mir und lud mich dort auch ab. Danach wartete ich zwei Stunden auf den nächsten Zug. Aber das war mir lieber, als wenn er wusste, wo ich tatsächlich wohnte. Zu der Zeit wohnte ich bei Aria und Noah.

Das zweite Mal, wo ich einer beinahe Vergewaltigung entkam:

Der Höhepunkt in meiner Partyzeit. Zu dieser Zeit befand ich mich ebenfalls bei Aria und Noah. Ich lernte den jungen Mann in einem Club kennen. Er war derjenige, der am Eingang die Mädchen dazu überredete, seine Facebook-Seite zu liken. Im Gegenzug bekamen sie einen gratis Kurzen.
Wir fingen an ernsthaft zu flirten, und so trafen wir uns auch einmal privat. Er holte mich mit seinem Auto von zuhause ab, und wir fuhren etwa vierzig Minuten zu einem seiner Freunde.
Bei seinem Freund, einem sehr alten Mann, aßen wir gemeinsam und unterhielten uns. Die beiden unterhielten sich überwiegend auf Afghanisch, somit verstand ich kein Wort. Irgendwie war die Situation ziemlich unangenehm, aber auch hier hatte ich sie mir selbst zuzuschreiben.
Irgendwann bat er mich, mit ihm ins Zimmer nebenan zu gehen. Dort befand sich ein Bett und ein Schrank, und der Eingang des Zimmers hatte keine Tür, sondern nur einen Vorhang. Wir fingen an zu küssen, und dann begann er mich zu befummeln. Ich versuchte ihn vorsichtig abzuwimmeln, weil ich beim besten Willen keinen Sex mit ihm bei seinem Freund zuhause wollte. Er verstand meine Reaktion nicht und machte mehr Druck. Irgendwann wurde er auch deutlich grober, was mich dazu trieb, mich zu wehren.
Am Ende kickte ich ihm zwischen die Beine, was er durchaus verdient hatte. Kurz darauf bat er mich, meine Jacke zu holen, er fährt mich nun nach Hause. Nach Hause meinte er in dem Fall, zum nächstliegenden Bahnhof. Einerseits war ich darüber froh, so war ich schneller in Sicherheit, auf der anderen Seite hatte ich keine Ahnung, wo ich war.
Ich weiß noch, dass ich danach einen Freund anrief, ob er mich abholte beziehungsweise nach Hause begleitete. Ich hatte furchtbare Angst. Zu dieser Zeit war ich unterbewusst auf der Suche nach einer Person, der ich mein Leben anvertrauen konnte. Eine Person, die mich in allen Lebenslagen unterstützte und mir immer beistand. Die Sehnsucht nach so einer Person war so groß, dass ich mich trotz aller Warnsignale auf solche Dinge einließ, obwohl ich wusste, dass sie nicht gut enden würden.

Ich bin froh, dass diese beiden Männer ein Gewissen besaßen und mich nicht grob zum Sex nötigten! Es hätte böse enden können, tat es aber nicht. Ja, es gibt viele, sehr viele Menschen, bei denen es ganz fürchterlich endet, das weiß ich! Nicht jeder hat so ein Glück, im Unglück, wie ich!

Aber auch hier gibt es etwas Gutes herauszuziehen! Ich lernte aus diesen Fehlern, auch wenn sie mich heute noch traumatisieren. Manche Menschen können aus solchen Situationen lernen, manche finden dadurch Gleichgesinnte und bauen dadurch tiefe Freundschaften auf, manche können ihre eigenen Kinder, Freunde oder Familie davor beschützen.

Zusätzlich kam bei mir dann ja später noch der Missbrauch von Basti dazu. Aber hey, immerhin lernte ich vorher, nicht mehr in fremde Autos zu steigen!

Aber versteht ihr, was ich meine? Um Gottes Willen, ich möchte niemanden hier angreifen! Ich möchte nur darauf hinweisen, dass auch solche furchtbaren Dinge etwas Gutes mit sich tragen, auch wenn das nicht jeder nachvollziehen kann. Es ist auch in Ordnung, wenn ihr behauptet, dass es in so etwas nichts Gutes gibt. Jeder hat diesbezüglich seine eigene Meinung!

Bin ich wegen dieser Ansicht ein schlechter Mensch?

Ich versuche oft einfach nur das Schöne in solchen Momenten zu sehen. Andernfalls, so sensibel wie ich bin, würde ich an so etwas zerbrechen.
Ich würde meinen Sohn mit Watte umhüllen, in eine aufblasbare Kugel stecken und ihn niemals erlauben das Haus zu verlassen. Ich selbst würde auch nie wieder einen Fuß nach draußen setzen, weil so viele schreckliche Dinge geschehen könnten.
Wie oft würde ich gerne Betroffenen mein Beileid aussprechen, für sie da sein und das Trauma überstehen. Wie oft habe auch ich fürchterliche Angst davor, Krieg in meiner Nähe zu haben.

Aber all das bringt mir nichts, außer seelischem Leid. Somit versuche ich die schönen Seiten darin zu sehen, auch wenn es noch so schrecklich ist. Ich hoffe, diese Sichtweise könnt ihr ein wenig nachvollziehen.
Oft habe ich auch Mitleid mit denen, die solche Bedenken bei Facebook preisgeben und sich dann vor der Welt verstecken und daran zerbrechen. Das ist für mich auch manchmal sehr belastend, weil ich so sensibel bin, auch wenn ich es nicht immer zeige oder ausspreche.

Das hier wurde jetzt nur ein kurzes Kapitel. Eigentlich gehe ich gerade wieder in mich selbst, um herauszufinden, wie ich weitermache, weil ich erneut in einem kleinen Tief stecke. Manchmal brauche ich eine kleine Auszeit. Doch die Sätze aus dem vorherigen Kapitel belasteten mich, obwohl ich selbst sie aufschrieb. Ich wollte meine Ansicht nur noch einmal näher erläutern, um möglichen Hate auszuschließen!

Andererseits, im Bezug auf Krieg, und bitte fasst es mit Humor auf: Wenn es in meiner unmittelbaren Nähe Krieg gäbe, würde es niemanden interessieren, wenn ich irgendwo einbrechen und die benötigten Dinge stehlen würde!

Es gibt wirklich unglaublich viele Dinge, die mich im Inneren belasten, aber ich muss mit ihnen klarkommen.
Wie oft stecke ich in schrecklicher Geldnot, wo der einzige Ausweg zu sein scheint, jemanden zu überfallen und auszurauben.
Wie oft wünsche ich bestimmten Ländern Krieg, damit sie endlich mal wieder zur Vernunft kommen.
Wie oft würde ich gerne Sachbeschädigung begehen, um meine tief aufgestaute Wut endlich rauszulassen.
Darunter spielen so viele Faktoren eine Rolle, aber dennoch tue ich nichts dergleichen. Aber wie gesagt, bin ich deshalb ein schlechter Mensch, weil ich so denke?

Ich komme mal zum Ende…

Häufiger kam die Frage auf: „Wann hörst du auf zu schreiben?“
Das ist eine berechtigte Frage, auf die ich bisher noch keine vernünftige Antwort gefunden habe. Ich arbeite an vielen Dingen, manchmal auch an zu vielen gleichzeitig, was mich hin und wieder ein wenig überfordert. Dann nehme ich mir gerne eine kleine Auszeit, um neue Pläne zu schmieden. Ob sie gut oder schlecht sind, werdet ihr dann erfahren!

 

 

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