Wirklich viel habe ich nicht zu sagen, was den Job im amerikanischen Lebensmittelladen betrifft. Ich will ehrlich sein, das meiste habe ich mittlerweile verdrängt, was auch gut so ist. Andernfalls würde ich hier Worte nutzen, die nicht gerade nett sind.

Ich habe wirklich viel in meiner beruflichen Laufbahn gesehen und erlebt, doch dieser Laden übertraf alles, was wirklich sehr traurig ist.
Gleich vom ersten Tag an sah ich unglaublich viel Potenzial darin, doch all meine Versuche, dies auch auszuschöpfen, waren vergebens. Aber hey, ich habe mein Bestes gegeben. Und wer nicht will, der hat schon!

Einen kleinen Einblick gab ich euch bereits: Das erste richtige Kundengespräch sowie ein wenig über meine zwei Kolleginnen.
Durch diesen Job habe ich herausgefunden, welche unglaublichen Stärken ich besitze, von denen ich gar nichts wusste. Wie bereits erwähnt, hatte ich viel Freude an meinem neuen Job.

Immer wenn ich irgendwo neu anfange zu arbeiten, nehme ich in der Probezeit alles genau unter die Lupe, denn jede Firma hat ihre schlechten Seiten. Falls hier meine zukünftigen Arbeitgeber mitlesen: Sorry, not Sorry, für das Kommende. Vielleicht schieße ich mir mit den folgenden Sätzen ins Bein, aber so bin ich nun mal.

Diese schlechten Seiten, von denen ich rede, möchte ich immer sofort herausfinden. Das ist für mich selbst eine Versicherung, sollte ich mal in Schwierigkeiten geraten. Nennt es dumm oder ziemlich intelligent. Vielleicht wird mir so etwas irgendwann einmal hilfreich sein, wenn es hart auf hart kommt. Vielleicht kann ich die Firma aber auch dazu bewegen, die schlechten Dinge in Gute zu verändern. Manchmal sehen Firmen ihre schlechten Seiten nicht, beziehungsweise nehmen sie sie nicht so wahr wie andere.

Grundsätzlich möchte ich niemandem etwas Böses, aber manchmal geht es mir einfach nur ums Prinzip. Wie gesagt, ich schaue mir immer erst alles ganz genau an, bevor ich urteile. Es gibt manchmal Handlungen, die durch schlechte Erfahrungen entstanden sind. Nehmen wir als dummes Beispiel mal, dass beinahe alle Firmen mit einem unbefristeten Vertrag werben. Doch sobald du eingestellt wirst, wird dir ein befristeter Vertrag für ein Jahr vor die Nase gelegt, mit dem Argument: „Jeder arbeitet erst einmal ein Jahr hier, bevor es einen unbefristeten Vertrag gibt.“ Soviel dazu also. Warum wirbt man damit, wenn es nicht stimmt? Versteht ihr, was ich meine? Vielleicht haben die Firmen bereits viele schlechte Erfahrungen mit sofortigen unbefristeten Verträgen gemacht.

Wer kennt es nicht: Der neue Job – am Anfang ist alles wunderschön, und man versteht sich blendend mit jedem. Doch irgendwann kommt ein rasanter Absturz, und man sieht, wie falsch und ungerecht die Menschheit sein kann. Eines muss man sich meistens im Hinterkopf behalten: Jede Firma ist auf Profit und Erfolg aus, und nicht auf glückliche Mitarbeiter. Traurig, aber wahr. Es mag sein, dass es Firmen gibt, in denen glückliche Mitarbeiter im Vordergrund stehen, aber ich glaube nicht wirklich daran.

In jeder Firma gibt es immer einen Mobber, einen, der gemobbt wird, einen Außenseiter, einen „ist-mir-alles-egal“-Typ, einen „solange-ich-mein-Geld-bekomme…“-Typ, einen, der sich über alles aufregt, aber nichts ändert, und so weiter… Ich selbst bin der Typ „der sonnige Wirbelwind, den jede Firma braucht“, wie ich es gerne nenne. Egal, wo ich arbeite, ich arbeite extrem perfektionistisch, bin immer hilfsbereit und auch bereit, Überstunden zu leisten, ohne Murren, und setze schnell mein ganzes Herzblut in diesen Job. Aber genauso kann ich auch für einen gnadenlosen Untergang der Firma sorgen. Wenn ich will! Doch dazu muss man es wirklich hoch auf die Spitze treiben.

Ich kann eine unglaubliche Bereicherung sein oder eben das Schlimmste, was je passieren konnte. Das gilt auch im Privatleben. Erinnert ihr euch an meinen Grundsatz „Lüg mich nicht an!“?

Auch in diesem Job analysierte ich alles haargenau. Ich beobachte jedes Verhalten des Chefs und der Mitarbeiter. Sollte mir etwas Schlechtes auffallen, halte ich fürs Erste meinen Mund. Zumindest, bis die Probezeit überstanden ist. Außer natürlich, man legt es mächtig darauf an! Und nach der Probezeit versuche ich nach und nach Dinge zu verändern, sofern sie schlecht sind.

Das allererste, was mir sauer aufstieß, war, dass dort Feiertage als Minusstunden berechnet wurden. Von dem Moment an wusste ich, dass es kein gutes Ende nehmen würde, egal wie lange ich blieb. Ich stellte mich dumm, als wäre diese Berechnung normal. Doch schnell besorgte ich mir ein kleines Buch, einen Kalender, in dem ich jeden Tag meine Schicht aufschrieb – nur um später, falls nötig, Beweise zu haben.

Seit einer Weile ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Arbeitsstunden der Mitarbeiter zu erfassen, sei es auf elektronischem Weg oder auf Papier. Wir mussten Stundenzettel schreiben. Auf diesen Zetteln notierten wir nicht nur unsere Arbeitszeiten, sondern auch alles, was wir an diesem Tag erledigt hatten. Ich kam mir vor, als müsste ich ein Berichtsheft schreiben… Boa, ich hasste es, ein Berichtsheft zu schreiben! Mit dieser Scheiße hatte ich auch schon furchtbare Erfahrungen gemacht.

Damals, in meiner ersten abgebrochenen Ausbildung, musste ich natürlich auch ein Berichtsheft führen. Zuerst bekam ich Zettel für Wochenberichte, die meine Chefin kontrollieren und unterschreiben musste. Nach einer Weile fiel ihr auf, dass ich völlig falsche Zettel hatte. Es sollten keine Wochenberichte, sondern Tagesberichte sein. Okay… Gut. So zog ich mir viele Dinge aus der Nase, Hauptsache, irgendetwas stand in den Zeilen. Als ich diese für die Unterschrift abgab, hieß es erneut, ich hätte falsche Zettel, es wären nicht Tagesberichte, sondern Monatsberichte. Okaaaay… Meine Chefin händigte mir zwar immer die Zettel aus, und sie müsste wissen, was genau meine Aufgabe war, aber gut! Wieder wandelte ich die Berichte um. Dann gab ich sie wieder ab und bekam mächtigen Ärger, was für eine Scheiße ich da fabrizierte. Es wären keine Monatsberichte, sondern Tagesberichte, wer mir diese Zettel gab und so etwas behauptete! Alter! Und wieder schrieb ich alles um und fragte eine Million Mal nach, ob das nun korrekt wäre. Letztendlich musste ich ein Jahr nachschreiben und korrigieren, denn meine aufgeschriebenen Arbeitszeiten gefielen meiner Chefin nicht, obwohl sie der Wahrheit entsprachen. Später, zu meinem Aufhebungsvertrag, war dies dann ein zusätzlicher Grund, warum man mich loswerden wollte. Ich führte nie das Berichtsheft vernünftig.

Wie gesagt, schlechte Erfahrung. Auch in meinen vergangenen Jobs habe ich vieles verändert, weil ich auf Ungerechtigkeit und Betrug einfach hoch allergisch reagiere. Okay, ich reagiere auf viele Dinge allergisch, die in beinahe jedem Betrieb geschehen… Aber bleiben wir mal bei wenigen Punkten.

Zur Erinnerung: Wir waren drei Mitarbeiterinnen. Mit der einen, Lisa, verstand ich mich sofort blendend. Mit der anderen eher weniger, obwohl ich mir am Anfang echt große Mühe gab, sie zu mögen. Ich werde sie hier ausschließlich „besagte Kollegin“ oder Ähnliches nennen. Sie hat es nicht verdient, von mir hier einen Namen zu bekommen.
Doch mein Gefühl, welches ich in den ersten Minuten ihr gegenüber spürte, bestätigte sich nach und nach immer mehr.

Es gab immer wieder Tage, wo sie jede Schuld auf mich schob. Zu Anfang stellte ich mich doof und dachte mir meinen Teil dabei. Doch später bewegte sie sich immer mehr auf dünnem Eis. Während ich mich stark bemühte, meine Arbeit immer perfekt zu vollenden und mir alles Wissen anzueignen, kamen immer wieder Flüchtigkeitsfehler ans Tageslicht. Jedoch nicht von mir. Immer wieder fiel mir auf, dass Produkte bereits das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hatten oder die Ware völlig verkehrt (nach Datum) einsortiert wurde. Ich informierte stets die besagte Kollegin, wenn mir etwas auffiel, denn genau betrachtet war sie meine Vorgesetzte. Zumindest empfand ich es so. Sie war die einzige Vollzeitkraft, und ich eine Teilzeitkraft, demnach hatte sie eigentlich mehr zu sagen als ich. Später klärte sich auf, dass wir beide gleich viel zu sagen hatten.
Die Schuld schob sie grundsätzlich mir in die Schuhe, obwohl das überhaupt nicht mein Aufgabenbereich war, weil ich ausschließlich Spätschicht machte und solche Aufgaben am Vormittag zu erledigen waren, von den anderen zwei Kolleginnen. Ich war später auch fest davon überzeugt, dass sie mich bloß als Gefahr betrachtete, eine echte Konkurrenz, die ihren Platz einnehmen könnte.

Aber gut… Ich nahm es erst einmal so hin! Weiterhin beobachtete ich…

Irgendwann hatte der Chef die Idee, kleine Candy-Tüten zu packen – Süßigkeiten in kleinen Tütchen, in verschiedenen Größen, zum Probieren. Tolle Idee, denn viele fragten bereits nach Probiermöglichkeiten! Die besagte Kollegin wies mich ein, wie diese Idee umgesetzt werden sollte. Sie sagte mir: „Süßigkeiten mit circa hundertfünfzig Gramm, plus minus ein paar extra Gramm rein, exakte Grammzahl auf den Aufkleber schreiben und dann verschließen.“
Okay, klingt einfach, aber warum die exakte Grammzahl? Was ist, wenn sich jemand über zwei Gramm Unterschied aufregt, aber den gleichen Preis bezahlen soll? Na gut… Ich sprach es kurz an, weil das mir ziemlich merkwürdig vorkam, aber sie betonte zickig, dass das der Wunsch vom Chef war. Okay… Also machte ich mich an die Arbeit und packte viele süße Tütchen bis zum Feierabend.

Am nächsten Tag bekam ich mächtigen Anschiss von der besagten Kollegin, ob ich nicht zugehört hätte. Ich sollte hundertfünfzig Gramm auf die Tüte schreiben, aber es dürften ruhig hundertzweiundfünfzig drinnen sein können! Wie blöd ich wäre und warum ich nicht vernünftig zuhörte oder noch einmal nachfragte, wenn mir etwas unklar war. Ähm?! Puh! Wow! Okaaay! Das war der aller erste Moment, an dem ich gerne geplatzt wäre. Aber gut, WUUUSAAA! Ich stellte mich dumm und stimmte zu, dass ich es wohl falsch verstanden hätte.
Und solche Situationen gab es von da an immer häufiger. Und immer endeten sie mit dem Satz: „Hörst du nicht richtig zu? Soll ich anders mit dir sprechen?“ Alter, war ich Chinesin, die kein Deutsch sprach, oder was?! Wenn sie diesen Satz sagte, kochte ich innerlich vor Wut, aber schluckte diese runter. Natürlich hörte ich zu, und ich erfüllte jeden Wunsch aufs kleinste Detail. Doch wenn etwas anderes gemeint war, als das, was gesagt wurde, dann war es verdammt noch mal nicht mein Fehler!

Ganz ehrlich, immer häufiger war ich froh, wenn Feierabend war. Besonders, wenn ich mit dieser Frau gemeinsam Spätschicht hatte. Aber es machte mich auch furchtbar traurig. Endlich hatte ich einen Job gefunden, der mir super viel Spaß machte. Es war wie eine andere Welt, wenn man sich in diesem Laden befand. Aber diese eine spezielle Kollegin zerstörte einfach alles. Ich möchte ihr jetzt nicht unbedingt die Schuld in die Schuhe schieben, aber durch sie wurden meine Panikanfälle wieder stärker. Klingt für manche jetzt vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, aber je mehr ich mich über sie ärgerte und aufregte, desto häufiger bekam ich Bauchschmerzen, wenn ich auf die Arbeit ging. Ich wollte wirklich nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten. Das Ganze belastete mich so sehr, dass meine Panikanfälle häufiger zurückkamen und teilweise immer stärker wurden. Aber ich hatte verdammt noch mal ein Ziel! Ich durfte mich nicht herunterkriegen lassen, von so einer abscheulichen Person! Ich würde in meinem Leben immer wieder auf solche Art Menschen treffen, das sollte mich nicht von meinen Plänen abhalten!

Wir teilten uns zu dritt eine Kasse, inklusive Kassenlade. Immer häufiger kam es vor, dass bei der Abrechnung Geld fehlte. Ich spreche nicht von kleinen Beträgen wie einem Euro oder ein paar Cent. Ich spreche von zehn bis hundert Euro. Auch hierfür bekam ich oft die Schuld. Angeblich gäbe es erst so häufig Minus in der Kasse, seitdem ich da wäre. Puhh! Diese Aussage ließ mich beinahe erneut platzen. Nie, noch niemals hatte ich Minus in meiner Kasse. Ich arbeitete drei Jahre lang in meiner Ausbildung an der Kasse und hatte niemals auch nur einen Fehler darin. Auch wenn ich in Mathe total grottig war, konnte ich durchaus Kopfrechnen! Oh nein, wartet mal… Doch, ein einziges Mal hatte ich fettes Minus in der Kasse, weil ich mich übers Ohr hauen ließ. Eine, Sorry für den Ausdruck, Zigeunerin wollte zwei kleine Tüten Ketchup kaufen, je fünfzehn Cent. Sie zahlte mit einem fünfzig Euroschein und entschuldigte sich für den großen Schein, sie hätte es nicht anders. Ich wollte ihr die zwei kleinen Tüten schenken. So etwas taten wir häufiger, je nach Sympathie. Plötzlich fing sie an, mich voll zu quatschen und mit Fragen zu bombardieren. Zwischenzeitlich fragte sie mich auch, ob ich ihren großen Schein wechseln könnte. So öffnete ich also die Kassenlade und gab ihr fünfzig Euro in kleineren Scheinen, ohne ihren Schein in der Hand gehalten zu haben. Sie nutzte die Gelegenheit und steckte ihn schnell wieder ein und nahm die kleineren Scheine sehr dankend entgegen.
Noch im selben Moment, als sie sich verabschiedete und einige Meter wegging, kam mir etwas komisch vor. Plötzlich bezweifelte ich, dass ich ihren großen Schein tatsächlich entgegengenommen hatte. Ich war so überfordert mit ihrer Fragerei, dass ich nicht wirklich daran dachte, ihn an mich zu nehmen.
Tja, sie machte meine Kasse um fünfzig Euro ärmer. Das war ein klassischer Schachzug, und so etwas passierte mir nie wieder. Nicht einmal mit einem einzigen Euro. Jedenfalls, auch wenn ich eine ganze Weile nicht mehr hinter einer Kasse stand, machte ich keine Fehler. Das einzige, was mir mal passierte, war, dass ich im EC-Kartengerät eine falsche Ziffer eintippte, wie die Kundin eigentlich bezahlen sollte. Ich drückte zwar die Zahl, aber sie ging nicht durch. Auch dieser Fehler passierte mir einmal und danach niemals wieder.

Irgendwann wurde ich so wütend, weil ich beinahe täglich Probleme beim Abrechnen hatte, dass ich den Chef anflehte, der besagten Kollegin eine eigene Kasse zu geben. Es nervte mich wirklich heftig, jeden Tag Überstunden zu machen, weil die Kasse nicht stimmte und es nicht einmal mein Fehler war. Jeden verfluchten Tag musste ich die Fehler der Vollzeitkollegin beheben und mich mit dem Chef anlegen. Jeden Tag hatte ich deshalb Streit mit Ean. Ich hatte bis halb acht abends Schicht, verließ den Laden aber erst eine halbe Stunde später, manchmal auch erst über eine Stunde später.

Merkwürdigerweise stimmte die Kasse immer, wenn die besagte Kollegin frei hatte. Demnach war es nie Lisas oder mein Fehler! So sagte ich es auch dem Chef. Irgendwann kam er meiner Bitte endlich nach, und danach stimmte meine Kasse immer. Welch merkwürdige Überraschung!

Nach einigen Ausschreitungen unter uns Kolleginnen wollte unser Chef eine Besprechung abhalten. Unser Verhalten konnte so nicht weitergehen. Es musste endlich Klartext gesprochen werden, und es musste aufgehört werden, andere zu beschuldigen. Doch bis es zu so einem Gespräch kam, geschah so einiges.

Immer mehr freute ich mich darüber, wenn die Vollzeitkollegin bei Fehlern erwischt wurde. Einmal hätte ich ihr helfen können, als sie sich genau in so einer Situation befand, wie ich einst. Eine ältere Dame zog sie über den Tisch und machte ihre Kasse um fünfzig Euro ärmer. Als die Frau sie viele, wirklich viele Fragen auf einmal stellte und sie kaum zu Wort kommen ließ, und nur eine winzige Kleinigkeit kaufen wollte mit einem großen Schein, habe ich es mir gedacht. Doch ich ließ es einfach geschehen, nur damit sie Ärger bekam und sich dumm und unwohl fühlte.
Bin ich deshalb ein schlechter Mensch?
Abends, als sie ihre Kasse abrechnete, fiel es ihr auf. Ich gab ihr nach etwa zehn Minuten Grübeln den Tipp, dass es die ältere Dame gewesen war, weil ich Feierabend haben wollte. Sie stritt es erst stolz ab, doch nach Recherche und Kameraaufnahme stellte sich heraus, dass ich recht hatte. Tja… In meinen Augen hatte sie das verdient. Letztendlich sollte sie aus ihrem eigenen Geldbeutel das fehlende Geld ausgleichen. Auch das hatte sie verdient.

Immer wieder sagte ich mir selbst, dass jeder irgendwann sein Karma bekam. Dann bekam sie ihres, für all das, was sie mir antat. Warum sollte ich ihr also helfen? Okay, ich hatte oft Mitleid. Aber man! Einmal sollte mein Herz die Klappe halten, sie hatte es verdient!

Es kam der Tag, an dem mein Chef mir endlich die Anerkennung gab, die ich verdiente. Schnell wendete sich das Blatt zwischen mir und der Vollzeitkollegin, und ich wurde der Liebling. Die Vollzeitkollegin wurde quasi total schikaniert, mit allen Mitteln, die vorhanden waren. Ja, auch hier hatte ich totales Mitleid, weil ich genau wusste, wie es einem dann geht. Aber ich bemühte mich, mir selbst zu sagen, dass sie es nach wie vor verdient hatte und ich verdammt noch mal nicht helfen sollte.

Ich hatte für den Laden unglaublich viele Ideen und bekam letztendlich viel Verantwortung übertragen. Ich sorgte schnell für volle, wunderschöne Regale, kümmerte mich um die Dekoration aller Möbel und der Wände und Decken, präsentierte jedes einzelne Produkt voller Liebe. Auch die Kunden, besonders die Stammkunden, nahmen diese Veränderung wahr. Natürlich prahlte ich auch damit, dass all das von mir kam. Ließ aber auch Lisas Namen oft fallen und dass sie mich unterstützte! Das hatte ich ihr schließlich versprochen. Wir zwei hatten den Laden unter Kontrolle, und die Vollzeitkollegin rückte immer näher ins Aus. Eigentlich ziemlich traurig. Es gab sehr viele Anliegen und Punkte, die sie hätte wissen müssen oder erklären können. Schließlich war sie seit der Eröffnung dieses Ladens dabei, und Lisa und ich gerade mal wenige Monate. Warum also behielt der Chef sie? Warum warf er sie nicht einfach raus?
Diese Fragen beantworte ich euch später. Aber doch noch mal hinzugefügt: Es gab auch viele schöne Momente im neuen Job. Beispielsweise Halloween.

Jedes Jahr wurde dieses Fest immer trauriger in Deutschland. Ja, es ist zwar eher ein amerikanischer Feiertag, aber seit so vielen Jahren wird es hier auch gefeiert. Warum also nahm der Hype darüber so rasant ab? Lag es wirklich an der Corona-Pandemie? Zu meinen Zeiten liefen die Kinder von Tür zu Tür und klingelten. Und die Türen mit Zahnpasta, Eiern oder Klopapier verziert, wenn jemand keine Süßigkeiten herausgab. Heute zählt jede kleinste Kleinigkeit als schwere Straftat. Mein Gott… ich bin der Ansicht, manche Dinge sollten an gewissen Tagen in Maßen erlaubt sein. Klar, ich wäre auch total genervt, wenn jemand auf meine Tür Eier wirft… Aber man, es gehört seit eh und je dazu!
Doch heute wird einfach nur eine Schüssel mit Süßigkeiten vor die Tür gestellt? Das macht doch keinen Spaß… Mir tut es unglaublich leid für die Kinder, die solche Erfahrungen nicht bekommen. Es ist ein ganz anderes Feeling, von Klingel zu Klingel zu laufen, anstatt von Schüssel zu Schüssel. Kennen die Kids von heute eigentlich noch die Sprüche, die man aufsagt, bevor man etwas Süßes bekam? Ich laufe zwar gerade erst wieder mit, weil mein Knirps vorher noch zu klein war, aber kein einziges Kind konnte auch nur einen einzigen Spruch aufsagen!

Aber was den Laden betraf, dort konnte ich erneut meine Kreativität ausleben und meine Liebe zum Detail. Ich schmückte jede Ecke im Laden und ließ alles gruselig aussehen. Das Ergebnis war atemberaubend! Selbst die Kunden sagten, dieses Jahr wurde besonders toll geschmückt. Hehe! Meine Arbeit! Denn die anderen beiden hatten auf so etwas auch einfach keine Lust. Was gut für mich war! Gott, dekorieren und schmücken, ich liebte so etwas!

Trotz all der Streitigkeiten im neuen Job und der großen Veränderung blieben meine Träume mit Henry nicht aus. Gut, aber auch schlecht. Echt, ich weiß nicht, wie oft ich erwähnen soll, dass ich manchmal wirklich sehr darauf hoffe, dass dieser Unsinn ein Ende nimmt. Aber es ließ mich einfach nicht los. Hatte ich mich unterbewusst wirklich so sehr daran geklammert, dass er wie eingebrannt war in meinem Hirn? Oder hatte all das tatsächlich eine tiefere Bedeutung?

13.10.22
Ich war gerade dabei, alle nötigen Dinge einzupacken, für einen Kurztrip. Diesen Kurztrip plante Henry. Jedoch hatte ich keinen blassen Schimmer, wohin es gehen sollte. Also packte ich für jede Art Wetter alles Mögliche ein, um vorbereitet zu sein. Das Ganze war eine ziemlich spontane Aktion von ihm, weshalb ich tierisch nervös war.

18.10.2022
Ich befand mich in einer Art Wettstreit mit Nathalie. Auch wenn wir Freundinnen waren, maßen wir uns häufig. Zuerst waren wir beide in einem Pool und warteten auf Henry. Es war nicht mein Haus, es sah eher nach dem Haus von Henry aus.
Wir wollten testen, zu wem Henry
gehen würde. Zu Nathalie oder zu mir. Je nachdem, wie er entschied, wussten wir, wer Chancen hatte und wer nur eine Freundin war.
Dann überlegte ich es mir anders.
Das war doch total kindisch! Ich stieg aus dem Pool heraus, um mich fertig zu machen. Meine lange Haarpracht wieder trocken zu bekommen, dauerte eine halbe Ewigkeit. Nathalie hingegen hatte nur halb so viel Haare auf dem Kopf wie ich.
Dann kam Henry und stieg zu ihr in den Pool. Sie war überglücklich, dass er sich für sie entschied, und warf mir einen Gewinnerblick mit gehobener Nase zu. Es kränkte mich. Was hatte sie, was ich nicht hatte? Ich überlegte, wie ich die Aufmerksamkeit auf mich lenken konnte.
Ich holte den schönsten Föhn, vermutlich auch den teuersten, aus meiner Tasche heraus und fing an, extrem elegant und zugleich sexy meine Haare zu föhnen. Ich warf dabei Henry immer wieder Blicke zu, die mein Verlangen nach ihm aussagten. Henry sprang darauf an und schaute sehr interessiert immer zu mir herüber. Das passte Nathalie so gar nicht und quatschte Henry mit wirrem Zeug voll, damit sie wieder seine Aufmerksamkeit bekam. Irgendwann war ich fertig mit meinen Haaren und wollte gehen. Ich warf einen letzten Blick auf Henry und ging dann langsam ins Haus, in der Hoffnung, er würde mir folgen. Nach kurzem Zögern entschuldigte Henry sich bei Nathalie und lief mir hinterher. Ich winkte ihr noch freundlich zu, aber genoss es, dass sie verloren hatte.

Gott, habt ihr eine Ahnung davon, wie ich mich nach diesem Traum fühlte? Immer wieder stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn wir drei uns treffen würden. Wenn Henry sich vielleicht für mich entscheiden würde und wie Nathalie und ich uns bekriegten, um Henry für uns allein zu haben.

Wirklich, mittlerweile war ich so weit, dass ich Nathalie auch einladen würde. Nach wie vor wollte ich ihm ja schließlich kein Liebesgeständnis machen, sondern einfach nur danken. Da durfte Nathalie ruhig anwesend sein, ich hatte nichts zu verbergen! Okay… Ich verbarg halt nur das klitzekleine Detail, dass ich mich in ihn verliebte.

Was wäre, wenn wir drei uns treffen würden? Wie würde Nathalie auf mich reagieren? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie mich nicht als ebenbürtige Frau, sondern als kleines Mädchen behandeln würde. Irgendwie kam sie mir so viel reifer vor, wie ich es war. Vielleicht täuschte das aber auch nur. Bisher sah ich von ihr nie ein eher lustiges Foto oder Video. Immer nur ernst und wunderschön. Und vor allem sehr vornehm. So kommt sie mir persönlich rüber. Aber das lag eher daran, dass man so gut wie nichts von ihr im Netz fand. Nur das Nötigste. Vielleicht war sie auch ein totaler Spaßvogel und für jeden Streich zu begeistern. Wer weiß… Ich möchte sie echt gerne kennenlernen. Ich würde sehr gerne herausfinden, ob ihre Zuneigung zu ihm echt war oder nur für die Presse, beziehungsweise für eigene Vorteile. Es würde mir das Herz brechen, sollte sie es nur für Vorteile so darstellen. Ich würde ihr vermutlich als erste Reaktion den Kopf abreißen wollen, aber im zweiten Gedankengang Verständnis haben. Wenn, dann würde das Ganze auf Gegenseitigkeit beruhen. Henry würde sich wohl kaum auf so etwas ohne Grund einlassen. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Aber gut, auch das würde ich erst erfahren, wenn ich ihm begegnen würde.

Rutschen wir mal zurück zu 2021, zum Release der zweiten Staffel von the Witcher, denn davon berichtete ich noch gar nicht.

Nun, der Geralt, den ich kannte, gab es in Staffel zwei nicht. Er mutierte vom mürrischen Miesepeter, mit einem heimlichen großen Herzen, mit wenig Text, zum liebevollen, verletzlichen Vater, der plötzlich unglaublich viel reden konnte.

Das hielt mich aber nicht davon ab, ihn anzuhimmeln. Keineswegs! Nun konnte ich mir deutlich besser vorstellen, wie unglaublich liebevoll und fürsorglich er sein konnte.

Ein Detail, was mir echt überhaupt nicht gefiel, waren seine neuen Augen. Sorry, in Staffel zwei sah er aus wie so ein Mix aus einer Schlange und einem Gecko. Riesige gelbe Augen… Furchtbar!
Was viele Filmemacher nie verstehen werden ist, dass manches einfach so bleiben sollte, wie es war. Andernfalls könnte man sich komplett lächerlich machen, wie in diesem Moment. Unfassbar viel schlechte und veralberte Kritik kursierte durchs Netz, weil sie seine Augen so stark veränderten. Selbst ich musste lachen! Das war wirklich sehr schade.

Anders erging es mir mit seiner neuen Rüstung. Diese fand ich deutlich besser als in der ersten Staffel. Doch Gott sei Dank haben sie nicht vergessen zu zeigen, wie er in einem Leinenhemd aussah. Alter, er sah so verflucht sexy darin aus! Und dieser Arsch in der Hose… Wow!

Ich will gar nicht spoilern… Es gab viele Szenen, in denen ich mich angesprochen fühlte. Ja, auch das war irgendwie gruselig. Mag sein, dass ich mir auch dort viele Dinge einbildete, aber auch nach dem dritten und vierten Mal Ansehen dieser Staffel veränderte sich meine Auffassung nicht. Es war einfach wundervoll, ihn erneut als Geralt zu sehen. So oft begleitete er mich in dieser Rolle durch meine Träume, dass ich darauf hoffte, er würde es erneut tun. So würde sich ein Gedanke in meinem Hinterkopf vielleicht bestätigen. Der Gedanke, dass ich mich bloß in die Rolle des Geralts verliebte und nicht in Henry selbst.
Ich bin garantiert nicht die Einzige, die sich mal in eine bestimmte Rolle aus einem Film oder einer Serie verliebt hat. Es gibt auch einen Haufen Gründe dafür.

Indentifikation: Wenn Zuschauer Elemente in einem Charakter sehen, die ihnen ähnlich sind oder mit denen sie sich identifizieren können, entwickeln sie oft emotionale Bindung.

Charakterentwicklung: Gut geschriebene und tiefgründige Charaktere, die im Laufe des Films eine Entwicklung durchmachem können Zuschauer dazu bringen, sich mit ihnen zu verbinden und in sie zu investieren.

Schauspielerische Leistung: Eine überzeugende schauspielerische Darbietung kann dazu beitragen, dass der Charakter lebendig und real wirkt. Wenn die Schauspielerin oder der Schauspieler die Emotionen und Perönlichkeit des Charakters authentisch vermittelt, wird die Verbindung verstärkt.

Nehmen wir als wundervolle Beispiele mal Robin Williams oder auch Leonardo DiCaprio. Ich selbst kenne niemanden, der diese zwei Schauspieler nicht „vergöttert“. Es ist wirklich extrem traurig, dass ein Mann wie Robin Williams von uns ging.

Romantik im Film: In romantischen Filmen können Zuschauer sich leicht in die Liebesgeschichte zwischen den Charakteren verlieben. Die Inszenierung von Romantik und Beziehung im Film kann starke emotionale Reaktion hervorrufen.

Flucht aus der Realität: Filme und Serien bieten oft eine Flucht aus dem Alltag, und die Projektion von Idealvorstellungen in Charaktere oder Geschichten kann zu einer intensiven emotionalen Reaktion führen.

Faszination für Eigenschaften: Ein Charakter kann bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten besitzen, die faszinierend oder bewundernswert sind. Dies kann dazu führen, dass sich die Zuschauer in den Charakter verlieben.

Visuelle Elemente: Die visuelle Darstellung eines Charakters, sei es durch Kostüme, Make-up oder besondere Effekte, kann eine starke Wirkung auf die Zuschauer haben und ihre emotionale Reaktion verstärken.

All diese Dinge treffen es auf den Punkt. Wie gesagt, ich hoffte zwischenzeitlich oft darauf, dass ich mich bloß auf die Art und Weise in ihn verliebte, wie ich in Inuyasha, den Pharao und so weiter verliebt war. Aber trotzdem wusste ich nicht, ob dieser hintere Gedanke stimmte. Ja, auf der einen Seite hoffte ich darauf, auf der anderen aber auch wieder nicht. Ich meine, was wäre, wenn? Was wären all die Konsequenzen, wenn ich mich wirklich in Henry und nicht in Geralt verliebt hätte? Ich hatte wirklich wahnsinnige Angst vor der Antwort, so sehr ich mir auch eine wünsche.

Diese Angst…

Was wäre, wenn…

… er/es mich enttäuscht: Wenn die Realität nicht den Erwartungen entspricht, kann dies zu Enttäuschung führen. Menschen neigen dazu, in Film- oder Fernsehstars oft Ideale zu projizieren, die in der Realität nicht erfüllt werden können.

… ich die Distanz zur Realität verliere: Die Verliebtheit in einen Schauspieler kann dazu führen, dass man sich von realen Beziehungen distanziert.

… ich unter der Ablenkung von persönlichen Beziehungen leide: Wenn jemand stark in einen Schauspieler verliebt ist, könnte dies die Aufmerksamkeit von realen persönlichen Beziehungen ablenken.

Oh, dazu gibt es eine tolle kleine Geschichte. Ein Kunde versuchte tagelang mit mir zu flirten. Ich schnallte es nicht, bis er mich darauf hinwies, dass er es versuchte und er mich sehr gerne näher kennenlernen wollte. Auch davor warnte Coby mich immer wieder, dass ich potenzielle Partner durch meine Liebelei zu Henry gar nicht wahrnehmen könnte.

Dann hätten wir noch die begrenzte Interaktion: In den meisten Fällen besteht nur eine einseitige Interaktion. Der Schauspieler kennt die Person, die sich verliebt hat, in der Regel nicht persönlich. Das kann zu einem unausgeglichenen emotionalen Investment führen.

Daran arbeite ich zwar, aber auch das ist eine harte Situation. Hier noch mal ein paar Punkte, Nachteile, wenn man sich in einen Mann wie Henry verliebt.

Realitätsunterschiede: Die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Persönlichkeit eines Schauspielers und der realen Person kann enttäuschend sein. Die Erwartungen, die durch die öffentliche Darstellung entstehen, könnten möglicherweise nicht mit der tatsächlichen Persönlichkeit des Schauspielers übereinstimmen.

Darauf weist Coby mich auch immer brav hin. Er könnte das komplette Gegenteil von dem sein, was ich im Internet sehen kann…

Öffentliches Interesse: Schauspieler stehen oft im öffentlichen Interesse, und persönliche Beziehungen können stark von Medienaufmerksamkeit und Fanreaktionen beeinflusst werden. Dies kann zu zusätzlichem Druck und Stress führen.

Ja, dieses Thema spielte ich in einem meiner Träume bereits durch, falls ihr euch erinnern könnt.

Berufliche Verpflichtungen: Schauspieler haben oft unregelmäßige und zeitintensive Arbeitszeiten. Die Herausforderungen, die sich aus beruflichen Verpflichtungen ergeben, könnten die Entwicklung einer persönlichen Beziehung beeinflussen.

Auch das habe ich schon geschnallt.

Emotionale Achterbahn: Die intensiven Emotionen, die mit einer solchen Beziehung verbunden sind, könnten zu einer emotionalen Achterbahn führen. Freuden und Enttäuschungen treten häufiger auf.

Ich denke, da sind wir uns alle einig, dass auch dies ein klarer Fall bei mir war.

Es gibt so viele schlechte Dinge, die diese Liebelei mit sich bringt. Aber auch genau so viel Gute.

Motivation und Inspiration: Die Liebe zu einem Schauspieler kann als Motivation und Inspiration dienen. Die Person könnte dadurch dazu motiviert werden, persönliche Ziele zu verfolgen oder sich selbst weiterzuentwickeln.

Gemeinsame Interessen: Die Liebe zu einem Schauspieler kann dazu führen, dass die Person tiefer in die Welt der Unterhaltung eintaucht. Gemeinsame Interessen können eine Grundlage für Gespräche und Austausch bieten.

Selbstreflexion: Die emotionale Investition in die Beziehung zu einem Schauspieler kann dazu führen, dass die Person ihre eigenen Werte, Präferenzen und Wünsche genauer reflektiert. Dies könnte zu einem besseren Verständnis der eigenen Persönlichkeit führen.

Soziale Verbindungen: Die Teilnahme an Veranstaltungen oder Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Schauspieler kann die Möglichkeit bieten, Gleichgesinnte zu treffen und soziale Verbindungen zu knüpfen.

Spannende Erlebnisse: Das Treffen eines geliebten Schauspielers kann zu aufregenden und einprägsamen Erlebnissen führen. Solche Erfahrungen können das Leben bereichern und positive Erinnerungen schaffen.

Selbstbewusstsein und Mut: Der Versuch, einen Schauspieler persönlich zu treffen, erfordert oft Mut und Selbstbewusstsein. Dieser Prozess kann dazu beitragen, das Selbstbewusstsein zu stärken und die Bereitschaft zu fördern, Herausforderungen anzunehmen.

Kultureller Austausch: Die Liebe zu einem Schauspieler kann dazu führen, dass die Person Interesse an verschiedenen Kulturen und Kunstformen entwickelt. Dies kann zu einem breiteren Verständnis der Welt beitragen.

Falls euch dieses Hin und Her mit meinen Gefühlen auf den Sack geht, mir geht es genau so! Irgendwas stimmte doch nicht mit meinen Hormonen! Diese Höhen und Tiefen der Gedanken, wow. Es machte mich wahnsinnig.

Wie oft fragte ich Gott, oder wer auch immer da oben herrscht: „Was denn nun?!“
Aber bisher bekam ich einfach keine Antwort darauf. Zumindest keine, die ich wahrnahm. Auch nicht auf eine Frage wie: „Ist das, was ich tue, das richtige? Soll ich das tun? Komme ich an mein Ziel? Was genau ist eigentlich mein wahres Ziel?“

Fragen über Fragen, doch die Antwort bleibt mir verwehrt. Immer wieder zweifel ich an allem, was ich sehe, denke und glaube. Aber so oft ich auch an mir zweifle, so oft kommen auch wieder diese merkwürdigen „Zeichen“. Wie gesagt, vielleicht bilde ich sie mir auch einfach nur ein, oder interpretiere sie völlig verkehrt. Das mag alles sein… Zu gerne hätte ich jemanden dauerhaft neben mir laufen, der mir alle Einbildungen ausredet, oder bestätigt. Will sich jemand freiwillig melden? Ha ha.

Irgendwann kam ich, dank des neuen Jobs, an dem Punkt, an dem ich mich endlich auf eine Liste von Therapeuten setzte. Ich hatte das Gefühl, dass es aller höchste Eisenbahn war. Irgendwie rutschte ich schon wieder mit einem meiner zwei Beine in dieses Loch, in dem ich 2021 festhing. Ich ging erneut durch die Hölle und sagte mir selbst, dass ich völlig durchgeknallt war und dringend therapeutische Hilfe brauchte. So ging es nicht weiter. Diese Scheiße mit Henry, diese verkackten Panikanfälle, mein allgemeines Verhalten… Was zur Hölle war bloß los mit mir? Wurde ich nun wirklich zu so einem Spinner, aus einer Psychiatrie, wie man sie in Filmen sah? Okay, ganz so schlimm war es nicht, aber so fühlte ich mich.

Auch hatte ich wieder häufiger die Gedanken, dass die Welt ohne mich einfach besser dran wäre.
So würde ich Ean nicht länger verletzen, weil ich einfach nichts mehr für ihn empfand.
So würde ich auf der Arbeit nicht für so viel Chaos sorgen.
So würde ich mich nicht ständig wie der furchtbarste Mensch auf der Welt fühlen.
So würde Teddy vielleicht eine bessere Zukunft haben, ohne die verrückte Mutter.
So würde… Es gibt so viele Sätze wie dieser.

Aber, gibt es denn genau so viele, die das Gegenteil beweisen? Was wäre, wenn sich dieser ganze Kampf ums Überleben sich irgendwann einmal lohnen würde? Vielleicht gibt es auch eine Sichtweise für all das, die ich bisher noch nie in Betracht zog? Eine ganz andere Sichtweise, wie ich sie mir niemals vorstellen könnte.

Aber viel wichtiger ist doch die Frage: Hat schon jemand einen Kartoffelpürierstab erfunden, mit dem man nicht selbst auf und ab stampfen muss, um Kartoffelpüree zu erhalten? Im Ernst, das geht mir voll auf die Nerven! So sehr auf die Nerven, dass ich dann lieber Stückchen im Brei habe, als da fünf Minuten zu stehen und zu stampfen!

Okay… Falls jemand diesen Scherz nicht verstanden hat, tut mir leid. Aber die Frage ist eigentlich trotzdem ernst gemeint.

Jedenfalls habe ich selbst in den dunkelsten Zeiten schlechte Witze auf Lager!

Solche Gedanken nennt man übrigens Depressionen. Der eine oder andere kennt es vermutlich. Doch auch dafür gibt es ein „Heilmittel“.

– Änderungen vorbehalten